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Orgelpredigt

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a Sostmann, Alexander: Stimme des Predigers (1737)

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y Bibelstellen (107)

  • 1 Chronik 15,19
  • 1 Korinther 13,1
  • 1 Korinther 30,31
  • 1 Könige 1,40
  • 1 Könige 10,12
  • 1 Könige 5,12
  • 1 Könige 8,23
  • 1 Petrus 2,2–3
  • 1 Petrus 2,9
  • 1 Samuel 1,24
  • 1 Samuel 10,3
  • 1 Samuel 16,17–18
  • 1 Samuel 16,23
  • 1 Samuel 18,6–8
  • 1 Samuel 18,7
  • 2 Chronik 15,14
  • 2 Chronik 5,13
  • 2 Könige 11,14
  • 2 Könige 3,13–15
  • 2 Könige 9,13
  • 2 Samuel 16,16–22
  • 2 Samuel 6,15
  • Amos 5,21.23
  • Amos 6,4–6
  • Apostelgeschichte 17,27–28
  • Epheser 5,16–19
  • Epheser 5,19
  • Exodus 15,20–21
  • Exodus 28,33–35
  • Exodus 32,18
  • Genesis 17,1
  • Genesis 27,27
  • Genesis 3,6
  • Genesis 4,21
  • Hohelied 1,2–3
  • Ijob 15,15
  • Ijob 37,2
  • Jakobus 2,23
  • Jakobus 5,13
  • Jeremia 23,6.–
  • Jeremia 31,5
  • Jeremia 33,16
  • Jesaja 16,10–11
  • Jesaja 40,26
  • Jesaja 45,24
  • Jesaja 45,25
  • Johannes 4,24
  • Judit 11,34
  • Klagelieder 3,22–23
  • Klagelieder 3,27
  • Kohelet 12,1
  • Kolosser 3,16
  • Lukas 1,6
  • Matthäus 6,9
  • Matthäus 8,9
  • Nehemia 13,14
  • Numeri 10,7
  • Offenbarung 19,6–9
  • Offenbarung 5,9
  • Philipper 4,19
  • Philipper 4,4
  • Psalmen 100,3–5
  • Psalmen 103,2–4
  • Psalmen 107,18–22
  • Psalmen 117
  • Psalmen 119,105
  • Psalmen 119,164
  • Psalmen 137,1–2
  • Psalmen 143,10
  • Psalmen 143,2
  • Psalmen 146,1–2
  • Psalmen 147,1
  • Psalmen 147,12–14
  • Psalmen 147,19–20
  • Psalmen 150,5
  • Psalmen 24,3–6
  • Psalmen 24,7–9
  • Psalmen 25,8–9
  • Psalmen 26,6–7
  • Psalmen 27,4
  • Psalmen 33,1
  • Psalmen 33,10–15
  • Psalmen 33,16–19
  • Psalmen 33,1–3
  • Psalmen 33,2
  • Psalmen 33,20–22
  • Psalmen 33,2–3
  • Psalmen 33,3
  • Psalmen 33,3–4
  • Psalmen 33,4–5
  • Psalmen 33,6.9
  • Psalmen 34,9
  • Psalmen 42,–.4–5
  • Psalmen 43,3–4
  • Psalmen 47,6
  • Psalmen 51,10
  • Psalmen 57,8–9
  • Psalmen 63,6
  • Psalmen 65,14
  • Psalmen 68,25–26
  • Psalmen 71,22–24
  • Psalmen 81,2–4
  • Psalmen 92,2
  • Psalmen 98,6
  • Römer 10,19–20
  • Römer 12,1
  • Römer 4,–.3
[S. 5]

Titel

Stimme des Predigers

so in

der zuvor wüsten[1] itzo aber wieder in guten

Stand gesetzten

Le Geographicumg Gebäude: Danzig, Elisabethkirche Kirchen zu St. Elisabeth

in

Le Geographicumf Ort: Danzig Dantzig

bey Erstmahliger Anstimmung und Rührung

des

Neuen Ld OrgelDanzig, Elisabethkirche, Andreas Hildebrandt-Orgel 1736 Orgelwercks

den 28. April. 1737.

am

Sonn=Tage Qvasi-modo-geniti

gehöret worden,

außgesprochen

also

von

Lc PredigtautorSostmann, Alexander (1684–1749) Al[exander] So[stmann][2]

[S. 6] [vakat]

[S. 7]

Eingang.

Was ist köstlicher als die Zeit? Was ist köstlicher als Gottes Lob? Nichts ist köstlicher als die Zeit. So bald die Zeit verlauffen ist, kan Sie mit allen Schätzen der Welt nicht wiedergebracht, nicht wieder erkaufft werden. Man nehme die Zeit in acht, vornehmlich die Zeit der Jugend, da man geschickt ist zu lernen und rühmliche Dinge auszuführen. Die Versaümung und Verlust dieser Zeit beklaget der betrübte Lb PersonJeremia Jeremias, seüfftzende und sprechende: Thren. 3, 27.Ly BibelstelleKlagelieder 3,27 Es ist ein köstlich Ding einem Mann, daß Er das Joch in seiner Jugendt trage. Man wende die Zeit der Jugendt an zur Ehre Gottes, und zu eigener Erbauung: Eccl. 12, 1.Ly BibelstelleKohelet 12,1 Gedencke an deinen Schöpffer in deiner Jugendt, ehe dann die böse Tage kommen, und die Jahre herzu treten, da du weist sagen: Sie [S. 8] gefallen mir nicht. Je mehr wir aber im Leben fortfahren und zum Ende uns nahen, je höher müßen wir die kostbare Zeit aestimiren, und uns zu Nutze machen.

Nichts ist köstlicher als Gottes Lob. Ps. 92, 2. 3.[3]Der fromme Lb PersonDavid (fl. 1000 v. Chr.) David spricht: Ly BibelstellePsalmen 92,2 Es ist ein köstlich ding dem Herren dancken und Lob=singen deinem Nahmen, du Allerhöchster. Wan diese Worte dem Lb PersonDavid (fl. 1000 v. Chr.) Psalmisten nicht von Hertzten gegangen wären, würde Er sie nicht wiederholet und gesprochen haben: Ly BibelstellePsalmen 147,1 Lobet den Herrn. Dan unsern Gott Ps. 147, 1.Loben ist ein köstlich ding, solch Lob ist lieblich und schön.

Darumb stehets einem vernünfftigen, besonders einem Christlichen Menschen wohl an, wan Er diese beÿde Kostbarkeiten zusammenfüget, und die köstliche Zeit dem köstlichen Lobe Gottes durchaus [S. 9] widmet. Zumahlen wir wißen und erfahren, daß die Zeit unsers Lebens wenig und böse ist. Es ist wahrscheinlich, daß der Heil[ige] Apostel Lb PersonPaulus von Tarsus (10 v. Chr. – 60 n.Chr.) Paulus aus eben diesem Grunde das Lob Gottes so dringende Col. 3, 16.anbefohlen hat, indem Er spricht: Ly BibelstelleEpheser 5,16–19 Schicket eüch in die Zeit, dan es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da seÿ des Herrn Wille, und sauffet eüch nicht voll Weins, daraus ein Unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes, und redet unter Eph. 5, 16–19.einander von Psalmen und LobGesängen und Geistlichen lieblichen Liedern. Singet und spielet dem Herrn in eüren Hertzen. Zur Auffmunterung füge hiezu die Worte des *Lw MusikwerkN.N.: Von Gott will ich nicht lassen M Von Gott will ich nicht laßen. v. 5.bekandten Liedes*: Lw MusikwerkN.N.: Von Gott will ich nicht lassen Lobt Gott mit Hertz und Munde für das, was Er geschenckt. Es ist ein’ Seelige Stunde, darinn man sein gedenckt. Sonst verdirbt alle Zeit, die wir [S. 10] zubringen auf Erden.[4]

Damit nun vor diese gegenwärtige Zeit auch unser Lob und Preiß dem Höchsten Herrn möge angenehm seyn, so erinnern wir uns billig unsers Unvermögens und unsrer Unwürdigkeit, welche uns blöde machet, und nehmen unsre Zuflucht zu dem Allgnugsamen, demüthig flehende um die Vergebung aller unsrer Sünden und um den kräfftigen Beÿstand Seines H[eiligen] Geistes, und zwar mit dem Gebeth, so uns Christus Jesus selbst gelehret hat: Ly BibelstelleMatthäus 8,9 Unser Vater etc.[5]

(Canitur Lw MusikwerkGoudimel, Claude: Singt mit freyer stim M Ps. 81, 1–3.)[6]

Text. Ly BibelstellePsalmen 33,1–3 Ps. XXXIII: 1–3.

Ly BibelstellePsalmen 33,1–3 Freuet eüch des Herrn ihr Gerechten! Die Frommen sollen Jhn schön preisen. Danckt dem Herrn mit Harfen und lobsinget Jhm auf dem Psalter von zehen Saÿten. Singet Jhm ein neües Lied, machets gut auf Saiten=Spiel mit Schall.

[S. 11]

Vor=Rede.

Gott ist die allerhöchste Vernunft, welche unzählichen Menschen die Vernunfft gegeben hat und annoch gibt. Darum fodert Er einen Vernünftigen GottesDienst von Vernünftigen Menschen, das ist einen Geistlichen GottesDienst, und Andacht der Seele. Diese Foderung hat Jesus, von Gott gesandt, denen Joh. 4, 24.Menschen offenbaret: Ly BibelstelleJohannes 4,24 Gott ist ein Geist, und die Jhn anbeten, die müßen Jhn im Geist und in der Warheit anbeten.

Da aber wir Menschen aus Seel und Leib bestehen, so muß der Vernünftige GottesDienst nicht in der Seele allein seinen Sitz haben, sondern vermittelst der Vernünftigen Seele durch Gottes Gnade den gantzen Leib und Glieder dem Gehorsam des Evangelii unterwerffen. Paulus, ein Bothschaffter an Christi statt, ermahnet und spricht: Rom. 12, 1.Ly BibelstelleRömer 12,1 Jch ermahne eüch, durch die Barmhertzigkeit Gottes, daß ihr eüre Leiber begebet zum [S. 12] Opffer, das da lebendig, Heilig und Gott wolgefällig seÿ, welches seÿ eür Vernünftiger GottesDienst. Weil dan also der Menschliche Leib zum Vernünfftigen Gottesdienst sich anschicket, so müßen nicht allein die leibliche Affecten, sondern auch die eüsserliche Sinne den Hohen Schöpffer erkennen, Jhm dienen, und zu seiner Ehre gereichen.

Das Gefühl irrdisch gesinneter Menschen ist allein auf irrdische Dinge gerichtet. Hingegen ein Vernünfftiger fühlet und findet Gott den Schöpffer in seiner Vorsehung. Regen und Kälte haben wir um diese Jahrzeit gehabt, ô wie angenehm ist uns der Sonnenschein und die herankommende warme Zeit. Von wem komt diese Veränderung? Jst sie nicht von dem Allwaltenden Gott und von der unermüdeten Wirckung Seiner Vorsehung, der die Vernünfftige Creatu= [S. 13] Act. 17, 27. 28.ren auf Erden wohnen läßet, zu dem Ende Ly BibelstelleApostelgeschichte 17,27–28 daß sie Jhn suchen solten, ob sie Jhn doch fühlen und finden möchten, und zwar Er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns, dan in Jhm leben, weben und sind wir.

Der Geschmack verführet die Wollüstigen, sonderlich so etwas ansehnliches denselben befördert, so wie beÿ dem Lm Ereignislegendär: Sündenfall Fall Ly BibelstelleGenesis 3,6 Gen. 3, 6.unsrer ersten Eltern[7] geschahe, da sehen und schmecken die Sünde und den Todt in die Welt brachte. Aber auch wir sehen schöne Früchte, die Gott aus der Erde kommen, und auf denen Baümen wachsen läßet, und erquicken uns durch dieselben. Was wunder dan, daß man beÿ solcher Gelegenheit sagen möchte: Ps. 34, 9.Ly BibelstellePsalmen 34,9 Schmecket und sehet, wie freündlich der Herr ist? Ja der Anfang der Ewigen Freüde, welche die Gottseeligen bereits [S. 14] in diesem Leben genießen, wird ein Vorschmack des Ewigen Lebens genennet, indem 1. Petr. 2: 2. 3. Lb PersonPetrus Petrus spricht: Ly Bibelstelle1 Petrus 2,2–3 Seÿd gierig nach der Vernünfftigen lautern Milch, als die jetzt gebohrene Kindlein, auf daß ihr durch dieselbige zunehmet; so ihr anders geschmäckt habt, daß der Herr freündlich ist. Ja Ly BibelstellePsalmen 34,9 schmecket und sehet wie freündlich der Herr ist.

Der Geruch führet einen Vernünfftigen Menschen zu Gott und zu einem Vernünftigen Gottesdienst. Man gehe auf eine Weise beÿ angehendem Vor=Jahr, man besuche einen Garten, man urtheile vom Geruch derer Lilien und anderer wolriechenden Blumen. Jch kann nicht anders sagen, alß daß ich Gottes Güte rieche, so den Seegen und Gedeÿen giebet. Lb PersonIsaak Jsaac, da Er Lb PersonJakob seinen Sohn segnete, Jhn küßete, und den Geruch seiner Kleider empfunde, sprach Gen. 27, 26. 27.[8]also: Ly BibelstelleGenesis 27,27 Der Geruch meines Sohns ist wie der Geruch eines Feldes, das der Herr geseg= [S. 15] net hat. Jsaac riechet den Herrn in seinen Wolthaten. Darum auch, da die Himmlische Braut Jesum küßet, der da Christus heißt, das ist, ein Gesalbter mit der Himlisch wolriechenden Salbe des Heil[igen] Geistes, also redet auf geistliche weise: Cant. 1, 1–3.[9]Ly BibelstelleHohelied 1,2–3 Er küße mich mit dem Kuß seines Mundes, dan deine Liebe ist lieblicher als Wein, daß man deine gute Salbe rieche. Dein Nahme ist eine außgeschüttete Salbe.

Das Gesicht hat die sonst blinde Heÿden so weit gebracht, daß sie den Unsichtbaren Gott vernunfftmäßig in seinen Wercken gesehen und blindlings erkant haben, wie Rom. 10, 19. 20.[10]Paulus sagt: Ly BibelstelleRömer 10,19–20 Gott hat sich ihnen offenbahret, damit daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist, Seine Ewige und Allmächtige Gottheit erkant werde; dan man muß es sehen aus denen Wercken die Er thut in der Welt, die Er geschaffen hat. [S. 16] So vielmehr waren die Kinder Jsrael verbunden die Allmacht und Weißheit des Schöpffers zu betrachten und zu sehen an dem großen, Gewaltigen und Kunstreichen Uhrwerck, so das HimmelsLauff darstellet. Sie wurden dazu aufgemuntert, durch die Anrede des Propheten Es. 40, 26.Lb PersonJesaja Esaiae: Ly BibelstelleJesaja 40,26 Hebet eüre Augen in die Höhe und sehet, Wer hat solche Dinge geschaffen? Und führet ihr Heer beÿ der Zahl heraus, der sie alle mit Nahmen nennet. Sein Vermögen und starcke Krafft ist so groß, daß nicht an einem fehlen kann. Auch wir Christen in unsern Versamlungen laben uns am Gehör des Göttlichen Worts, und an denen Sichtbaren heiligen Waarzeichen, welche wir in denen Hochwürdigen Sacramenten sehen. So wie David wünschet und bittet, so wünschen und bitten wir viel hefftiger:

[S. 17]

Ps. 27, 4.Ly BibelstellePsalmen 27,4 Eins bitte ich vom Herrn, das hätt ich gern, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein lebenlang, zu schauen die schöne Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu besuchen.

Das Gehör befördert den Vernünftigen Gottesdienst. Die Gewaltige DonnerStimme des Allerhöchsten setzt uns in nicht wenigen Schrecken, und lehret Job. 37, 2.uns die Worte des Lb PersonElihu Elihu nachsprechen: Ly BibelstelleIjob 37,2 Lieber! Höret doch wie Sein Donner zörnet. Diesen Schrecken vertreibet das liebreiche Gehör derer Trostworte, so denen Bußfertigen die Vergebung ihrer Sünden verkündigen, wornach David hertzlich seüfftzet Ps. 51, 10.und spricht: Ly BibelstellePsalmen 51,10 Laß mich hören Freüde und Wonne, daß die Gebeine frölich werden, die du zerschlagen hast. Das Gehör einer angenehmen Musicq entzücket den David so hoch, daß Er auch um derselben willen das Hauß des Herrn [S. 18] Ps. 26, 6. 7.zu besuchen wünschet und spricht: Ly BibelstellePsalmen 26,6–7 Jch wasche meine Hände mit Unschuld, und halte mich Herr zu deinem Altar, da man höret die Stimme des Danckens und prediget alle deine Wunder. Diesen vernünftigen und Gottseeligen Zweck zu erlangen, ermahnet in unserm Text der fromme König alle rechtschaffene Jsräeliten, groß und klein, Arm und Reich, zum Musicalischen Lobe des Allerhöchsten.[11]

Ly Bibelstelle2 Samuel 16,16–22 2. Sam. 6, 16–22.Sintemahl der große Lb PersonDavid (fl. 1000 v. Chr.) König sich ihrer Gesellschafft nicht schämete, sondern zur Ehre des Allerhöchsten mit Knechten und Mägden sich zu freüen, zu singen und zu spielen pflegete.[12]

Jnhalt des Textes.

Wir stellen vor aus dem abgelesenen Text eine Aufmunterung derer Heiligen zur Musicalischen Freüde in Jehova.

Herrlicher Heÿland Herr Jesu Christe! Gib Krafft deinem Wort, daß wir es also hören und bewahren, daß wir nicht [S. 19] allein mündlich reden von Psalmen und Logbesängen, Geistlichen und lieblichen Liedern, sondern auch Dir, ô Herr! singen und spielen in unsern Hertzen.[13]

Abtheilung.

Zu Betrachten haben wir erstlich die Aufmunterung derer Heiligen zur Freüde in Jehova. Zum andern werden wir diese Freüde beschreiben, als eine Musicalische Freüde.

Erster Theil.

Die Aufmunterung derer Heiligen zur Freüde in Jehova ist enthalten in denen Worten des 1. versiculs: Ly BibelstellePsalmen 33,1 Freüet eüch des Herrn ihr Gerechten, die Frommen sollen Jhn schön preisen. Diese Worte recht zu erklären, wollen wir zuvorderst die Personen, hernach die Sache oder die Aufmunterung betrachten.

I.

Die Personen sind von einer Seite Jehova, von der andern Seite, die Heilige, so Gerechte und Fromme genennet werden.

[S. 20]

I. Jehova ist, Krafft dieses Nahmens, der Selbständige, Unveränderliche Gott, ewig in seinem Wesen und Kräfften; Unveränderlich und wahrhafftig in seinen gnädigen Verheißungen. Diese wahrhafftige verheißene Gnade preiset Lb PersonSalomo Salomo, beÿ Einweyhung des von Jhm erbaueten Le Geographicumg Gebäude: Jerusalem, Tempel Tempels 1 Reg. 8, 23.und spricht: Ly Bibelstelle1 Könige 8,23 Jehova du Gott Jsrael! Es ist kein Gott weder droben im Himmel noch hieunten auf Erden dir gleich, der du hältest Bund und Barmhertzigkeit deinen Knechten, die für dir wandeln von gantzem Hertzen. Um dieser Warhafftigkeit willen ist Jehova preißwürdig geachtet, und die Ursache dieses gantzen Liedes ist die Warheit Gottes, der in dem gleich folgenden [Ps 33,] v. 4.4 versicul gedacht wird, welcher sich also an unsern Text schließet: Ly BibelstellePsalmen 33,3–4 Singet ein Neües Lied. … Dan Jehova Wort ist warhafftig, und was Er zusagt, das hält Er gewiß. Diese Wahrhafftigkeit ist [S. 21] Sonnenklar, indem Jehova den Messiam verheissen und warlich wircklich gesandt hat zum Trost Jsraels und derer Heÿden. Man vernehme die schöne Aufmunterung Ps. 117.zur Danckbarkeit: Ly BibelstellePsalmen 117 Lobet den Herrn alle Heÿden, preiset Jhn alle Völcker. Dan Seine Gnade und Warheit waltet über uns biß in Ewigkeit.

II. Die Heiligen, so zum Lobe des warhaftigen Gottes aufgemuntert werden, heißen Gerechte und Fromme.

Unter dem Nahmen derer Gerechten verstehen wir gar nicht solche, die wegen eigner meriten vor dem strengen RichterStul Gottes bestehen möchten. Dan unter denen Lebendigen und Heiligen, außer dem Einigen Jesu, kein solcher zu Ps. 143, 2finden ist. David betet und spricht: Ly BibelstellePsalmen 143,2 Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht, dan für dir ist kein Lebendiger gerecht. So kein Lebendiger gerecht ist vor Gott, so ist gewiß auch Kein Heiliger gerecht. Ly BibelstelleIjob 15,15 Unter [S. 22] Job. 15, 15.Gottes Heiligen ist keiner ohne Tadel, und die Himmel sind nicht rein für Jhm. Darum müßen wir unter dem Nahmen derer Gerechten verstehen die Gerechtfertigten durch den Herrn Messiam, welcher Jer. 23, 6. Ly BibelstelleJeremia 33,16 33, 16. Ly BibelstelleJeremia 23,6.– Jehova unsre Gerechtigkeit genennet wird, dieweil Er die Schulden Jsraëlis auf sein Gewissen genommen, und als ein treüer und gnugsamer Bürge dieselbe mit seinem eignen Blute zu bezahlen und Jsrael mit Gott zu versöhnen sich im Ewigen Rath des Friedens vestiglich verbunden hatte. Ly BibelstelleRömer 4,–.3 Rom. 4, 3.Denselben Mittler nahmen die Rechtschaffenen Jsraëliter mit wahrem Glauben Ly BibelstelleJakobus 2,23 Jac. 2, 23.an, und das ward ihnen zur Gerechtigkeit Ly BibelstelleJesaja 45,24 Es. 45, 24.[14]gerechnet.[15] Darum spricht Lb PersonJesaja Esaias: Ly BibelstelleJesaja 45,25 Jm Jehova werden gerecht aller Saame Jsrael und sich sein rühmen. Jehova aber, in welchem wir Gerecht werden, und deßen wir uns rühmen, ist kein ander, dan allein der Sohn Gottes Jesus [S. 23] Christus der einige Mittler, der die obige Weißagung Esaiae erfüllet, und Lb PersonPaulus von Tarsus (10 v. Chr. – 60 n.Chr.) Paulo Gelegenheit gegeben hat zu schreiben: 1 Cor. 1, 30. 31. Ly Bibelstelle1 Korinther 30,31 Christus Jesus ist uns gemacht von Gott zur Weißheit, und zur Gerechtigkeit, und zur Heiligung und zur vollkommenen Erlösung. Auf daß, wie geschrieben stehet: Wer sich rühmet, der rühme sich des Herrn. Ein Gerechtfertigter aber, der vermittelst der Vergebung derer Sünden mit Gott versöhnet ist, befleißet sich eines rechtfertigen, heiligen und Gottseeligen Wandels. LªTit_2.11-12ª Tit. 2, 11. 12.Dieses erfodert die heilsame Gnade Gottes, so itzo allen Menschen erschienen ist, ohne unterscheid der Nation, da sie vormahls denen Jsraëliten allein erschienen war, und sie züchtigte und unterwiese so wie itzo Uns, daß wir sollen verleügnen das Ungöttliche Wesen und die [S. 24] Weltliche Lüste und Züchtig, Gerecht, und Gottselig leben in dieser Welt.[16] Daß aber der Außerwehlte Saame Lb PersonJakob Jacob und die rechte Jsraëliter diejenige waren, die Gottseelig lebten, und ihre Gerechtigkeit in Gott Jhrem Heÿlande durch den Glauben suchten und funden, das sehen wir aus der deütlichen Beschreibung, welche David von einem Rechtschaffenen Jsraëliter in diesen Worten vorstellet: Ps. 24, 3–6.[17] Ly BibelstellePsalmen 24,3–6 Der unschuldige Hände hat und reines Hertzens ist, der nicht Lust hat zu loser Lehre, und schweret nicht fälschlich; der wird den Seegen vom Herrn empfahen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils. Das ist das Geschlecht, das nach Jhm fraget, das da sucht dein Antlitz (nehmlich das Geschlecht) Jacob.

Um der Übung der Gottseeligkeit willen, werden die Gerechten mit dem [S. 25] Nahmen derer Frommen beleget. Fromme sind solche, die gerades Weges also wandeln und ihr Leben anstellen, daß sie nach allen Kräfften sich bemühen von der Regul und Richtschnur der Befehle des Allerhöchsten weder zur Rechten noch zur Lincken zu weichen; wohl wißende daß sie (in conspectu Dei) vor dem Allwißenden Gott leben und wandeln, Der alle ihr Thun und laßen, ja auch ihre Gedancken siehet. Solche Regul der Frommkeit gibt Gott dem ErtzVater Lb PersonAbraham Abraham an die Hand, mündlich zu Jhm sprechende: Gen. 17, 1. Ly BibelstelleGenesis 17,1 Jch bin der Allmächtige Gott! Wandele für mir und seÿ fromm. Wer diese Regul mit Exempeln bestätiget wißen will, der untersuche nicht allein das Leben Lb PersonAbraham Abrahae und anderer Heiligen, sondern lese auch das Zeügnüs welches der H[eilige] Geist dem Priester Lb PersonZacharias Zacha= [S. 26] riae und seiner Frauen Lb PersonElisabeth Elisabeth giebet, Luc. 1, 5. 6.[18]dieses Jnnhalts: Ly BibelstelleLukas 1,6 Sie waren beÿde fromm für Gott, und gingen in allen Gebeten und Satzungen des Herrn untadelich. So wie aber unsre Rechtfertigung nicht durch unser Verdienst gewirckt wird, sondern einig und allein der Barmhertzigkeit Gottes und denen meriten des Mittlers zuzuschreiben ist; also haben wir arme Sünder den frommen Wandel, welchen ein guter Christ führet, dem Guten und frommen Gott und seiner Leitung allein zu dancken. Ps. 25, 8. 9. Ly BibelstellePsalmen 25,8–9 Der Herr ist gut und fromm, darum unterweiset Er die Sünder auf dem Wege. Er leitet die Elenden recht und lehret die Elenden seinen Weg. Die Mittel, so der fromme Gott zu dieser Leitung und Unterweisung erkohren hat, sind sein Wort und der H[eilige] Geist. David vertrauet sich gäntzlich dem offenbahreten [S. 27] Ps. 119, 105.Wort, und spricht: Ly BibelstellePsalmen 119,105 Dein Wort ist meines Fußes Leüchte und ein Licht auf meinem Wege. Auch bittet Er von Gott den allervolkommensten Handleiter den H[eiligen] Ps. 143, 10.Geist, sprechende: Ly BibelstellePsalmen 143,10 Lehre mich thun nach deinem Wolgefallen, dan du bist mein Gott, dein Guter Geist führe mich auf ebener Bahn.

II.

Die Aufmunterung derer Heiligen zur Freüde in Jehova lautet also: Ly BibelstellePsalmen 33,1 Freüet euch ... sollen Jhn schön preisen.

I. Das Grundwort bedeütet nicht schlechter Dings eine Freüde, sondern ein fröliches Jauchtzen und freüdige Stimme. Die Freüde in Gott hat allerdings ihren Ursprung aus dem innerlichen Vergnügen des Hertzen und der Vernünfftigen Seele. Phil. 4, 4.Ly BibelstellePhilipper 4,4 Freüet eüch in dem Herrn (ermahnet Paulus) und abermal sage ich: Freüet eüch. Wes aber das Hertz voll ist, des gehet der Mund über, nach dem Exempel Lb PersonDavid (fl. 1000 v. Chr.) Davids, welcher [S. 28] den lobwürdigen Gott hertzlich anredet Ps. 63, 6.und spricht: Ly BibelstellePsalmen 63,6 Das wäre meines Hertzens Freüde und Wonne, wan ich dich mit frölichem Munde loben solte.

II. Dieses fröliche Lob wird eine Preisung genennet. Den grossen Gott preisen ist so viel zu sagen, daß man mit Freüde und Danckbarkeit die Wercke und Wolthaten Gottes erzehle, welche Gott dem Jsrael so in zeitlichen als in Geistlichen Angelegenheiten Ly BibelstellePsalmen 107,18–22 Ps. 107, 18–22.erwiesen. War jemand Todtkranck, und Gott sandte sein Wort und machte Jhn gesund, der muste dem Herrn dancken um seine Güte, und um seine Wunder, die Er an denen MenschenKindern thut, und danckopffern und Seine Wercke erzehlen mit Freüden.[19] Wan es dem gantzen Jsraël wohlginge, so erzehlten die Priestere solche Wohlthaten, und sungen im Tempel: Ps. 147, 12–14. Ly BibelstellePsalmen 147,12–14 Preise Le Geographicumf Ort: Jerusalem Jerusalem den Herrn, Lobe Le Geographicumg Gebäude: Zion Zion deinen Gott, dan Er machet vest die Riegel deiner Thore und segnet deine Kinder [S. 29] drinnen. Er schaffet deinen Grentzen Friede, und sättigt dich mit dem besten Weitzen.

Der Geistliche Seegen, nehmlich die Offenbarung des Seeligmachenden Worts wird mit einem frölichen Halleluja erzehlet: Ps. 147, 19. 20. Ly BibelstellePsalmen 147,19–20 Er zeiget Jacob sein Wort, Jsrael seine Sitten und Rechte. So thut Er keinen Heÿden, noch läßet Sie wißen seine Rechte. Halleluja. David selbst, da Er Vergebung derer Sünden und mehrere Geistliche Wohlthaten von Gott empfangen hatte, preiset und erzehlet dieselben, und muntert sich zur ErzehlungPs. 103, 2–4. selbst auf: Ly BibelstellePsalmen 103,2–4 Lobe den Herrn meine Seele, und vergiß nicht was Er dir guts gethan hat, der dir alle deine Sünden vergiebet und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, und Crönet dich mit Gnaden und Barmhertzigkeit. u. s. w.

Diese Methode hält unser Lb PersonDavid (fl. 1000 v. Chr.) Psalmist, indem Er den Herrn preiset, und seine Wercke erzehlet, nehmlich seine Warheit, [S. 30] [Ps 33,] v. 4. 5.Gerechtigkeit und Güte vs. 4. 5. Ly BibelstellePsalmen 33,4–5 Des Herrn Wort ist wahrhafftig, und was Er zusaget, das hält Er gewiß. Er liebet Gerechtigkeit und Gericht. Die Erde ist voll der Güte des Herrn. [Ps 33,] v. 6–9.Vom 6 biß zum 9. Versicul erzehlet Er die Wercke der Schöpffung durch des Schöpffers allmächtiges Wort, sprechende: Ly BibelstellePsalmen 33,6.9 Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht ... so er spricht, so geschichts, so er gebeüt, so stehets da. Der folgende [Ps 33,] v. 10–15 Ly BibelstellePsalmen 33,10–15 10. vers. bis zum 15.ten erzehlet die Wercke der Göttlichen Vorsehung, wie nehmlich Gott der Feinde Rath zu nichte machet, Seinen Rath aber zum besten Seines Außerwehlten Volcks unwiedertreiblich außführet. Er kennet die Gedancken der Menschen, Er lencket ihnen allen das Hertz und merckt auf alle ihre Wercke. Die folgenden [Ps 33,] v. 16–19. Ly BibelstellePsalmen 33,16–19 4. Verse preisen die Vorsehung Gottes, gegen welche die Macht der Könige nichts [S. 31] vermag. Er entkräfftet ihre tapffern Jnfanterie, und machet die Cavallerie verzagt, so daß sie ihr Heil in der Flucht sucht, aber vergeblich. Jm gegentheil waltet Seine allmächtige Gnade über die Gottsförchtigen, so ihr Vertrauen auf Jhn setzen, daß Er ihre Seelen vom Tode errette, und ernehre sie in der Theürung. Hiedurch wird die Zuversicht Jsraëls mercklich gestärckt und bekräfftigt, so daß dieses Volck beständig auf Gottes Hülffe harret, vertrauet und hoffet. [Ps 33,] v. 20–22.Darum schliesset der Psalmist und spricht: Ly BibelstellePsalmen 33,20–22 Unsre Seele harret auf den Herrn. Er ist unsre Hülfe und Schild. Dan unser Hertz freüet sich Sein, und wir Trauen auf seinen heiligen Nahmen. Deine Güte, Herr! seÿ über uns, wie wir auf dich hoffen.

III. Die Preisung Gottes wird eine schöne Preisung genennet, dan der Text spricht: Ly BibelstellePsalmen 33,1 Die Frommen sollen Jhn schön preisen. Deütlicher wird es übersetzt: Denen Frommen stehets wol [S. 32] an Gott zu preisen. Und hiemit stimmet der Seelige Lb PersonLobwasser, Ambrosius (1515–1585) Ambrosius Lobwaßer überein, der in einfältiger und seiner Zeit gemäßer Poësie die Text Worte also übersetzt: Lw MusikwerkGoudimel, Claude: Wol auf Jhr Heiligen und Frommen, frolockt dem Herren allgemein Wol auf Jhr Heiligen und Frommen, frolockt dem Herren allgemein. Dan Jhn zu preisen und zu rühmen anstehet den Gerechten fein.[20]

Was ist anständiger und geziemender, alß daß ein Volck seinen Gutthätigen Gott und König lobe. Jsrael spricht:Ps. 100, 3–5. Ly BibelstellePsalmen 100,3–5 Erkennet daß der Herr Gott ist. Er hat Uns gemacht und nicht wir selbst, zu seinem Volck, und zu Schafen seiner Weÿde. Gehet zu seinen Thoren ein mit Dancken und zu seinen Vorhöfen mit Loben, dan der Herr ist freündlich und seine Gnade wäret ewiglich, und Seine Warheit für und für. Jsrael des Neüen Testaments wird hertzlich ermahnet, die wolanständige weise beÿzubehalten, und Gottes Vollkommenheiten und Tugenden zu 1 Petr. 2, 9.erzehlen. Es sind Lb PersonPetrus Petri Worte: Ly Bibelstelle1 Petrus 2,9 Jhr [S. 33] seÿd das außerwehlte Geschlecht, das Königliche Priesterthum, das Heilige Volck, das Volck des Eigenthums. Das Jhr verkündigen solt die Tugenden Des, Der eüch beruffen hat von der Finsternüs zu Seinem wunderbaren Licht.

Anderer Theil.

Der zweÿte und dritte vers zeiget, daß die Freüde in Jehova solle eine Musicalische Freüde seÿn. Darum fähret der Text also fort: [Ps 33,] v. 2. 3. Ly BibelstellePsalmen 33,2–3 Danckt dem Herrn mit Harffen und lobsinget Jhm auf dem Psalter von zehen Saiten. Singet Jhm ein neües Lied, machets gut auf Saiten Spiel mit Schall.

Zweÿerleÿ wird denen Heiligen abgefodert, nehmlich ein Gedoppeltes Saiten=Spiel, und ein Concert von Gesang und Jnstrumenten, oder, eine Harmonie von Vocal= und Jnstrumental=Musicq.

I.

[Ps 33,] v. 2. Ly BibelstellePsalmen 33,2 Jsrael soll dem Herrn dancken und lobsingen, das ist, den Herrn mit W W KorrekturOriginal: Gesang=Wei=Gesang= [S. 34] Weisen und Jnstrumenten loben. Zweÿ Saiten=Spiele sind benennet, nehmlich Harfe und Psalter.

I. Die Harffe beÿ denen Herbaeern heißet Kinnor, welches einiger maßen übereinstimmet mit dem deütschen Verbo Knorren oder Knurren. Sintemahl dieses Jnstrument ein Schnar=Werck beÿ sich hatte, welches starck konte angezogen werden, und einen brummenden Schnarrenden Klang von sich gabe, der nicht gar lieblich war. Gott vergleicht seinen Zorn mit einem solchen Saiten Spiel, Es. 16, 10. 11.indem Er spricht: Ly BibelstelleJesaja 16,10–11 Freüde und Wonne höret auf, Jch habe des Gesanges ein Ende gemacht. Darum brummet mein Hertz über Le Geographicumh Territorium: Moab Moab wie eine Harffe, und mein Jnwendiges über Le Geographicumf Ort: Kir-Heres KirHares.[21] Jedoch konte dieses Jnstrument auch also tractirt werden, daß es ein angenehmes Gelaut von sich gab zur Belustigung derer Menschen und zum Preise des Allerhöchsten.

Lb PersonSaul (fl. 1000 v. Chr.) Saul in seiner unruhigen Melancholie und schweren Gewißens=Angst empfun= [S. 35] de 1 Sam. 16, 23.dieses mit ziemlichem Vortheil. Ly Bibelstelle1 Samuel 16,23 Dan wan der unruhige Geist über Jhn kam, so nahm David die Harffe und spielete mit seiner Hand, so erqüickte sich Saul und ward beßer mit Jhm, und der böse Geist wiche von Jhm. Ly Bibelstelle2 Könige 3,13–15 2. Reg. 3, 13–15.Der Prophet Lb PersonElisa Elisa ward von dreÿen Königen[22] ersuchet den Jehova um Hülffe und Rath zu fragen in ihrer allgemeinen Noth. Da Er aber unter denen dreÿen den Gottlosen Joram sahe, der ein Sohn der verfluchten Lb PersonIsebel Jsebel war, ward Er so unwillig und entrüstet, daß der Sanfftmühtige Geist des Herrn wärender dieser hefftigen Zornmütigkeit nicht auf Jhm ruhen wolte. Er foderte aber einen Spielman, und da der Spielman auf denen Saiten spielete[,] kam die Hand des Herrn auf Jhn neben dem Geiste der Weißagung, weil sein ergrimmetes Gemüth wieder war ruhig worden.[23]

David wünscht mit gedachtem Saiten Spiel den Allerhöchsten zu preisen. Sein [S. 36] Ps. 43, 3. 4.hertzlicher Wunsch lautet also: Ly BibelstellePsalmen 43,3–4 Sende dein Licht und deine Warheit, daß Sie mich leiten und bringen zu deinem Heiligen Berge und zu deiner Wohnung; Daß ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freüde und Wonne ist, und Dir Gott! auf der Harfen dancke, mein Gott!

II. Das zweÿte Saiten=Spiel führet den Nahmen eines Psalters. Das Grund=Wort Nebel, Nablium, bedeütet eigentlich einen Ly Bibelstelle1 Samuel 1,24 1 Sam. 1, 24. Ly Bibelstelle1 Samuel 10,3 10, 3.Schlauch oder eine Flasche, darinnen man Waßer oder Wein verwahret.[24] Weil aber dieses Wort zur Musicq übergehet, können wir kein anderes als ein solches Jnstrument verstehen, welches einen hohlen höltzern Bauch hatte, neben einem Halse, so mit acht oder mit zehen Saiten bezogen war, und also einiger maßen mit unsern Citharen oder Lauten übereinkame. Lb PersonLobwasser, Ambrosius (1515–1585) Lobwaßer scheinet die Lauten zu erwehlen, wie aüs deßen Reim=Ubersetzung bekant ist.

[S. 37]

Jn denen itzigen Antiqvitaeten=Kammern findet man keine Figur von diesen und andern Jnstrumenten. Was den abgebildeten Triumph des Lb PersonTitus, Flavius Sabinus Vespasianus (39–81) Römischen Monarchen betrifft,[25] ist sehr zweiffelhafft, ob die Drometen und andern Gereitschafften aus dem Tempel oder vielmehr aus Vornehmer und Reicher Jnnwohner Haüsern genommen seÿen; Maßen ihre Abbildung von der Beschreibung der aller Ältesten Jüdischen Nachrichten gäntzlich abweichet.

II.

[Ps 33,] v. 3.Der dritte Versicul beschreibet eine Harmonie der Vocal= und Jnstrumental Musicq zusammen. Die Worte lauten also: Ly BibelstellePsalmen 33,3 Singet Jhm ein neües Lied, machets gut auf Saiten=Spiel mit Schalle. Hie wird ein Concert der Sänger und SpielLeüte anbefohlen.

I. Die Sänger werden beordert ein Neües Lied zu singen. Wer wolte sich des [S. 38] Thren. 3, 23.[26]wegern? Da Ly BibelstelleKlagelieder 3,22–23 Gottes Barmhertzigkeit nimmer kein Ende hat, sondern alle Morgen Neü ist. So offt der gütige Gott neüe Wohlthaten seinem Volcke erweise, so offt war ein rechter Jsraëliter befließen dieselbe zu preisen, und seinem Gott zu Ehren zu singen. David, Lb PersonAsaf Asaph, Lb PersonHeman Heman und Lb PersonJedutun Jeduthun versaümeten nichts an ihrer Pflicht. Der Ly Bibelstelle1 Könige 5,12 Lieder Lb PersonSalomo Salomonis 1 Reg. 4, 32.[27]waren Tausend und fünffe. Es war aber nicht nöthig immerdar neüe Wohlthaten zu erwarten, und dieselbe mit neüen Melodyen zu preisen. Sondern es müßen die Vollkommenheiten, Tugenden, Wercke und Wohlthaten Gottes, so vor alters geschehen, aufs neüe wiederholet, und die art der Musicq in eine neüe Form gegoßen werden, wie aus dem gantzen Psalmen Buch erhellet, und aus gegenwärtigen 33. Psalm, der ein Neües Lied heißet, in dem ersten Haupt=Theil Sonnenklar ist dargethan.

[S. 39]

Die Verheißungen von dem zukünfftigen Messia, durch welchen Jsrael bereits dazumahl seelig wurde, munterten die Heiligen immerdar auf zu neüen LobLiedern; und praeludireten Sie also dem Neüen Testament, da Gottes Lam bereits durch sein theüres Blut sich von der Bürgeschafft loßgemacht, und das Glaubige Jsrael erlößet Apoc. 5, 9.hatte. Höret ein Neües Lied! Die Heiligen singen ein Neü Lied Gotte und dem Lamm, und sprechen: Ly BibelstelleOffenbarung 5,9 Du bist erwürget und hast Uns erkaufft mit deinem Blut aus allerleÿ Geschlecht und Zungen, und Volck, und Heÿden.

II. Denen Spiel=Leüten wird anbefohlen: Ly BibelstellePsalmen 33,3 Machets gut auf Saiten=Spiel mit Schalle. Ein guter Verständiger Musicus kans Gut machen. Ein solcher war David. Saul spricht: Ly Bibelstelle1 Samuel 16,17–18 1 Sam. 16, 17. 18.Sehet nach einem Mann der wol kan auf Saiten=Spiel. David wird recommendirt als ein solcher. [S. 40] Dan einer von denen Bedienten Lb PersonSaul (fl. 1000 v. Chr.) Sauls spricht: Jch habe gesehen einen Sohn Lb PersonIsai Jsai des Bethlehemiten, der kan wol auf Saiten=Spiel.[28]

Ein Schall wird dabeÿ erfodert. Das GrundWort bedeütet zuweilen ein starckes Freüden Geschrey, und wird gebraucht ein Jauchtzen derer Landleüte zu beschreiben, von Gott die Erndte und Viehezucht segnet. Der Psalmist beschreibet Ps. 65, 14.ein solches, sprechende: Ly BibelstellePsalmen 65,14 Die Anger sind voll Schafe und die Auen stehen dick mit Korn, daß man jauchtzet und singet.

Jn der Heiligen Gottesdienstigen Musicq bedeütet das Wort Therua eben so viel alß unser Taratantara, nehmlich einen Drometen-Klang so stoßweise geblasen wird. Drometen von Ly BibelstelleNumeri 10,7 Num. 10, 7.dichtem Silber hatten die Priester auf Gottes Befehl, und zugleich die Verordnung daß sie zuweilen schlecht blasen, zu Zeiten aber stoßweise Drometen musten.[29]

[S. 41]

Beÿ Lm Ereignislegendär: Einweihung des Salomonischen Tempels Einweÿhung des Le Geographicumf Ort: Jerusalem Ersten Tempels hatte Salomo mehr dan 120. geschickte Musicanten versammelt, die um einander bald sungen und mit Saiten spieleten, bald die Drometen bliesen; Alles in einem Harmonischen Concert. Die Schrifft 2. Chron. 5, 13.spricht: Ly Bibelstelle2 Chronik 5,13 Es war als wäre es Einer der drometete und sunge, als hörete man eine Stimme zu loben und zu dancken dem Herrn, [...] daß Er gütig ist und seine Barmhertzigkeit ewig wäret.

Erinnerung von denen Musicalischen Jnstrumenten derer Hebraeer.

Die Jnstrumental=Musicq ist älter als die Lm Ereignislegendär: Sintflut SündFluth. Ly BibelstelleGenesis 4,21 Von Jubal einem NachfahrenGen. 4, 21. des Lb PersonKain Cain sind herkommen die Geiger und Pfeiffer, vielleicht auch das Wort Jubiliren. Es ist vermuthlich, daß die Musicq-Kunst vor der Sündfluth ziemlich hochgestiegen seÿ, weil die Menschen ein hohes Alter erreichten und also Zeit hatten, sich in ihren Erfindungen je [S. 42] länger je mehr zu perfectioniren. Nach der Sündfluth ist diese Edle Kunst aufs neüe hervorgesucht, und beÿ denen Vornehmsten in hohen Ehren gehalten. Hirten befließen sich etwas gutes oder schlechtes zu musiciren. Könige schämeten sich dieser Übung nicht. Man hat auch nicht Ursache zu zweiffeln, daß diejenige wol belohnet worden, welche die Cithar von 8. Saiten biß zu zehen Saiten vermehret, dieselbe wol gespielet und dem Musicq-liebenden Könige David praesentirt haben.

Von denen Musicq-Jnstrumenten derer Hebraeer will itzo nichts aus denen Antiqvitaeten oder Alterthümern der Heÿden anführen, indem die Heilige Schrifft gnugsahme Nachricht von denselben giebet. Es Ps. 81, 1–4.[30]rede allein der 81. Psalm: Ly BibelstellePsalmen 81,2–4 Singet frölich Gotte, der unsre Stärcke ist. Jauchtzet dem Gott Jacob. Nehmet die Psalmen und Gebether die Paucken, liebliche Harffen mit Psaltern. Blaset im NeüMonden die Posaunen.

[S. 43]

Hieraus vernehmen wir, daß die Jnstrumental-Musicq der Hebraeer aus dreÿerleÿ Sorten bestunde: Es waren Pulsatilia, Buccinia, Fidicinia. Man musicirte mit Schlagen, mit Blasen, mit Saiten=Spiel.

I.

Die Schlage=Jnstrumenta pflegten einen hellen, oder, einen duffen Dumpffigen Thon zu geben, oder, einen hellen und dumpffigen Thon zugleich.

PulsatiliaCymbalen geben einen hellen Klang. Jch rede allhier nicht von denen Güldenen Ly BibelstelleExodus 28,33–35 Exod. 28, 33–35.Schellen, so an dem Saum des Kleides Lb PersonAaron Ahronis hingen zwischen denen Granat Aepffeln, daß man seinen Klang hörete, wan Er im Heiligthum aus und einginge. Die gehören Ly Bibelstelle1 Chronik 15,19 1 Chron. 15, 19.nicht zur Musicq. Von denen von Ertzgegossenen Cymbaln rede ich, die Lb PersonAsaf Assaph führete im Tempel, und die einen hellen Klang hören ließen.[31] Darum wird Jsrael Ps. 150, 5.aufgemuntert: Ly BibelstellePsalmen 150,5 Lobet Gott mit hellen Cymbaln, lobet Jhn mit wolklingenden Cymbaln.

Die doffe dumpffige Schlage=Jnstrumente werden Paucken genennet. Diese wa= [S. 44] ren ein Musicq= und Tantz=Spiel des Frauen=Zimmers. Sie heißen gemeiniglich Castagnetten, theils weil sie zerschnittenen Castanien ähnlich sind, theils weil sie von Castanienbraunen Holtz bereitet weden. Crotala werden sie beÿ denen Grichen genennet, die das leichtsinnige FrauenVolck in denen Händen auch unter denen Füßen im Tantze führete. Zu Davids Zeiten regierte Ehrbarkeit. Die Castagnetten wurden im Tantz und Musicq in denen Händen gehalten, um den Tact damit zu schlagen.

Das einige dumpffige und zugleich hellklingende Schlage=Jnstrument kan ich nicht wol anders heißen, als einen Lb PersonZesen, Philipp von (1619–1689) Phil[ipp] von ZesenSchellenBügel.[32] Es war eine Hand breite längliche Plate von Silber oder Kupffer, rund zusammengebogen und gelöthet, von beÿden seiten mit Trommel=Leder über zogen, und der Umkreiß mit hellen Cymbaln besetzt. Dieses Jnstruments Bedieneten sich die Jungfrauen, indem [S. 45] Sie es in die Höhe wurffen und nach denen Reguln des Tacts auffingen, dabeÿ die Cymbaln ein fröliches Gelaut geben. Es ist Lr QuellenRohr / Steche, Pictor errans (1679) M Pictor errans.[33]nicht unbekandt, daß die Mahler so wohl Lb PersonJiftach Jephtae Lb PersonJiftachs Tochter Tochter als die Lb PersonMirjam Mirjam abmahlen mit KeßelTrummen, die Sie an ihrem Leibe unter der Brust tragen, und mit Stöcken darauf paucken. Aber es ist lächerlich, und dem Frauen Zimmer unanständig.

Diese mit Castagnetten, oder, Schellen Bügeln alt=hergebrachte Musicq pflegte das Frauenzimmer so wohl vornehmen Menschen als auch Gott dem Herren zu wiedmen.

Zween Unglückseelige Fälle, da denen Menschen zu Ehren ein solches Lust=Spiel vom Frauenzimmer angestellet ward, erzehlet Jud. 11, 34.Uns die Heil[ige] Schrifft. Ly BibelstelleJudit 11,34 Die Tochter Lb PersonJiftach Jephtha gehet ihrem Vater entgegen mit Paucken und Reÿgen, und Sie wird ein Schlacht=Opffer. Da Saul und David von der Ly Bibelstelle1 Samuel 18,6–8 1 Sam. 18, 6–8.Philister Schlacht und Niederlage des Lb PersonGoliat Goliath zurück kamen, waren die Weiber geschäfftig mit Tantzen und Paucken, und [S. 46] sungen: Ly Bibelstelle1 Samuel 18,7 Saul hat tausend geschlagen, David aber zehen Tausend. Diese Worte brachten dem guten David lauter Haß, Neÿd, und Verfolgung zu wege.[34]

Beßer ist es dan und beßer war es daß Lb PersonMoses Mose Schwester Mirjam eine Paucke |: so wie oben beschrieben :| in die Hand nahme, und zur Ehre Gottes samt den Jsraëlitischen Exod. 15, 20. 21.Weibern anstimmete: Ly BibelstelleExodus 15,20–21 Laßet Uns dem Herrn singen, dan Er hat eine herrliche That gethan. Hernachmalß da die Lade des Herrn victorieuse aus dem Herrlager Jsraëls zurück kame, ihren Einzug in Jerusalem hielte, und von denen Einwohnern mit freüden eingeholet ward,[35] war das Frauenzimmer nicht müßig sondern geschäfftig mit denen Castagnetten, oder, mit SchellenBügeln. Davon hören wir den Psalmisten also reden: Ps. 68, 25. 26. Ly BibelstellePsalmen 68,25–26 Man siehet Gott! wie Du einherzeüchst, wie Du mein Gott und König! einherzeüchst im Heiligthum. Die Sänger gehen vorher, darnach die Spielleüte unter denen Jungfrauen, die da paucken.

[S. 47]

II.

Buccinia.Von Wind= oder Blase=Spielen finden wir, daß die Hebraeer von Orgeln gar nichts gewust haben. Derer gemeinen BaurenPfeiffen, so von Rohr zubereitet waren, wollen wir nicht weiter gedencken als allein dieses erinnern, daß beÿ der Ly Bibelstelle1 Könige 1,40 1. Reg: 1, 40.Salbung Salomonis alles Volck mit Pfeiffen pfiffe, und sehr fröhlich war, so daß die Erde von ihrem Geschreÿe erschallete.[36] Jer. 31, 5.Auch spricht Jeremias von denen Acker=Leüten und Gärtnern: Ly BibelstelleJeremia 31,5 Pflantzen wird man, und dazu pfeiffen.

Die ordentliche Musicq aber ward accompagnirt mit zweÿerleÿ Blase=JnstrumentenLy BibelstellePsalmen 98,6 Ps. 98, 6. Ly Bibelstelle2 Chronik 15,14 II. Chron. 15, 14., so Schopharos und Charozeros[37] benennet werden. Jene mochten etwa einem Thon der Zincke, Posaune, oder, Wald=Horns nachahmen, dan es KrumHörner waren. Diese aber gleicheten denen Drometen. Die Übersetzung nennet Sie Posaunen [S. 48] und Drometen. Dieses Musicq=Spiel geschahe vornehmen Menschen zu Ehren, ward auch beÿ dem Gottesdienst starck gebraucht, wie zum Theil oben berichtet ist.

2. Reg. 9, 13. Ly Bibelstelle2 Könige 11,14 2. Reg. 11, 14.Da Lb PersonJehu Jehu proclamirt ward, Ly Bibelstelle2 Könige 9,13 bließ man die Posaunen und sprach: Jehu ist König worden. Beÿ der Crönung Lb PersonJoas ( – ca. 798 v. Chr.) Joas im TempelMatth. 6, 2. waren die Sänger und Drometer beÿ dem Könige.[38] Die heüchlerischen Pharisaeer, wann sie Allmosen gaben, ließen ihre Gutthat aus=Posaunen, nicht so sehr die Armen zusammen zu ruffen, alß sich selbst von dem Volcke, als Gutthätige Herren ehren und Preisen zu laßen.[39]

Posaunen und Drometen wurden vornehmlich im Gottesdienst gebraucht. David Ly Bibelstelle2 Samuel 6,15 2. Sam. 6, 15.samt dem gantzen Jsrael Lm Ereignislegendär: Einholung der Bundeslade führete die Lade des Herrn Bergan herauff zum Berge Zion mit Jauchtzen und Posaunen.[40] Diese Hinaufbringung der Lade ist ein Vorbild der Himmelfahrt Ps. 47, 6.Jesu zum Himlischen Zion. Ly BibelstellePsalmen 47,6 Gott fähret auf mit Jauchtzen und der Herr mit heller Po= [S. 49] saune. Beÿ ebengleicher Lm Ereignislegendär: Einholung der Bundeslade Einholung der Lade des Bundes, wird frölich gesungen: Lw MusikwerkGenfer Psalter: Nu singt ein newes Lied dem Herren Thut frisch Ps. 98, 3. Lobwaßer.in die Drometen blasen, Posaunet für dem König her.[41] Dieses deütet den König der Ehren Ly BibelstellePsalmen 24,7–9 Ps. 24, 7–9.an, der seinen Einzug in die Welt derer Heÿden halten solte.[42]

III.

Fidicinium.Die dritte Sorte von Musicq-Jnstrumenten derer Herbraeer, waren Saiten=Spiele, nehmlich Harffen und Lauten, oder, Citharn, oder etwas dergleichen, Jnstrument mit einem holen höltzern Bauch. Jn vorhergehenden sind sie gnügsahm beschrieben. Das Holtz, so dazu gebraucht worden, wird in H[eiliger] Schrifft benennet: Der König Salomo ließ machen von Ly Bibelstelle1 Könige 10,12 1 Reg, 10, 12.HebenHoltz Harffen und Psalter für die Sänger.[43]

Application oder Zueignung

Gott ist ein Geist, und will im Geiste und in der Warheit bedienet werden. Aeüsserlicher OhrenDienst und Klang der kostbaresten Musicq kan Uns beÿ Gott nicht angenehm machen, es seÿn dan daß ein Musicalisch Jnstrument den Gesang [S. 50] derer andächtigen Anbeter in Ordnung halte, und sie selbst ihre Hertzen zu Gott und Jesu Christo richten. Lr QuellenDecretum Gratiani (1604) M Non Vox sed Votum, non Musica Chordula sed Cor; Non clamor sed Amor cantat in aure Dei.[44]

Eine Regul, so die innerliche Andacht anpreiset, gibt Paulus, indem Er seinen Ephes. 5, 18. 19.Ephesern und Colossern schreibet: Col. 3, 16. Ly BibelstelleKolosser 3,16 Werdet voll Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen, und Geistlichen lieblichen Liedern. Singet und spielet dem Herrn in eüren Hertzen.

Zum Exempel hat sich der König David vorlängst angegeben, indem Er zuvorderst sein Hertz, hernach seinen Lob=begirigen Mund, letzlich die Jnstrumenta Musicalia gleichsam aufmuntert und spricht: Ps. 57, 8. 9. Ly BibelstellePsalmen 57,8–9 Mein Hertz ist bereit, Gott,! mein Hertz ist bereit, daß ich singe und lobe. Wache auf meine Ehre, wache auf Psalter und Harffe. Da derselbe David aus großem Unglück erlösert war, preiset Er Gott nicht allein mit Vocal und Jnstrumental [S. 51] Musicq, sondern von gantzem Hertzen und Ps. 71, 22–24.von gantzer Seele, sprechende: Ly BibelstellePsalmen 71,22–24 Jch dancke dir mit Psalter=Spiel für deine Treüe, mein Gott! ich lobsinge Dir auf Harffe, du Heiliger in Jsrael! Meine Lippen und meine Seele, die Du erlöset hast, sind frölich und lobsingen Dir. Auch tichtet meine Zunge täglich von deiner Gerechtigkeit.

Darum wird alle Musicq verworffen, welche mit Hindansetzung des Göttlichen Lobes dem Lb PersonDionysos Baccho oder dem Bauch zu Ehren gespielet wird, gleichwie die Music der Abtrünnigen Jsraëliten beschaffen war, Ly BibelstelleExodus 32,18 Exod. 32, 18.so wohl beÿ dem Kälberdienst in der Wüsten, als auch hernachmalß im Lande Le Geographicumh Territorium: Kanaan Canaan.[45] Amos. 6, 4–6. Ly BibelstelleAmos 6,4–6 Sie aßen die Lämmer aus der Heerde und die Gemästeten Kälber. Sie spieleten auf dem Psalter und tichteten Lieder wie David. Sie truncken Wein aus denen Schalen und salbeten sich mit Balsam, aber bekümmerten sich nichts um den Schaden Lb PersonJosef Josephs. Alle Musicq ist stinckende vor Gott, die mit dem Munde und Jnstru= [S. 52] menten allein geschiehet, ohne wahre Andacht Amos. 5, 21. 23.der Seelen. Gott spricht: Ly BibelstelleAmos 5,21.23 Jch bin eüren FeÿerTagen gramm und Verachte Sie, und mag nicht riechen in eürer Versamlung. Thue von mir weg das Geplerr deiner Lieder. Jch mag deines Psalter=Spiels nicht hören.

Christliche Leher müßen sich demnach befleißigen nicht allein mit angenehmer Stimme zu predigen, und den ordentlichen Gesang zu befördern, sondern auch mit einem Göttlichen Eÿpffer und Andacht sich selbst und die gantze Gemeinde zu erbauen. Anders würden sie denen OrgelPfeiffen gleich seÿn und denen Cymbaln, welche denen Menschen einen lieblichen Klang machen, sich aber selber nicht hören. Und dieses zwar nach der 1 Cor. 13, 1.Außsage Lb PersonPaulus von Tarsus (10 v. Chr. – 60 n.Chr.) Pauli: Ly Bibelstelle1 Korinther 13,1 Wan ich mit Menschen= und Engel=Zungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein thönendes Ertz oder eine klingende Schelle. Jhr meine wehrte Zuhörer müßet nicht allein heüte eüch freüen, und nicht allein [S. 53] alle sieben Tage einmal des SonnTags dem Herrn lobsingen, sondern dem frommen David in der that folgen, der mit treüem Ps. 119, 165.[46]Munde spricht: Ly BibelstellePsalmen 119,164 Jch lobe Dich des Tages siebenmal um der Rechte willen deiner Gerechtigkeit.

Wol mögen wir diejenigen beklagen, die gerne Gott mit Freüden dienen wolten, aber durch Verfolger verhindert werden, und also ihre Harffen an die Weiden hängen müßen.[47] Ô wie seüfftzen Sie an vielen Orten, und haben Ursach zu sprechen Ps. 42, 4. 5.mit David: Ly BibelstellePsalmen 42,–.4–5 Meine Trähnen sind meine Speise Tag und Nacht ... Dan ich wolte gern hingehen mit dem Hauffen und wallen zum Hause Gottes mit Frolocken und Dancken unter denen Hauffen die da feÿren. Gott tröste unsre betrübte Religions=Verwandten, und mache unser Hertz bereit zu Singen wans wolgehet, aber wan es wiedrig gehet, zu Jac. 2, 13.[48]beten. Ly BibelstelleJakobus 5,13 Leÿdet jemand der bete, ist jemand guts Muths, der singe Psalmen.

[S. 54]

Wir Sterbliche und täglich sterbende Menschen, sollen billig nichts höher halten, alß daß wir die kurtze Lebenszeit, so lange wir hie auf Erden sind, zu Gottes Ehre anwenden. Jch spreche mit David: Ly BibelstellePsalmen 146,1–2 Lobe den Herrn meine Seele. Jch will den Herrn loben, so lange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, weil ich hie bin.

Nach=Rede.

Gelobet seÿ der Herr, der Einige wahre Gott, der Uns vor dreÿen Jahren betrübet, itzo aber aus lauterer Barmhertzigkeit wieder erfreüet hat. Wir begehen itzo die Gedächtnüs unsrer vielfältigen Sünden, die Uns die Gerechte Ruthe Gottes über unser Haupt gezogen haben. Es ist bekandt daß im 1734sten Jahr diese gute Stadt[,] auch diese Le Geographicumg Gebäude: Danzig, Elisabethkirche Kirche, darinnen wir versamlet sind, schwere Heimsuchungen außgestanden.[49] Vier Bomben sind in diese Kirche gefallen. Künfftigen 3. Maji ist die Jahres=Zeit da die Erste alle Kirchen=Fenster zersprengete und diesen Predigt- [S. 55] Stuhl, auf dem itzo stehe, vor eine Zeitlang unbrauchbar machte. Ward also der Offentliche Gottesdienst an diesem Ort aufgehaben. Den zehenden Maji ward durch die zweÿte Bombe unser Ld OrgelDanzig, Elisabethkirche, Anton Lehmann-Orgel 1549 gewesenes OrgelWerck gäntzlich ruinirt. Da war es ja wohl Zeit zu weinen und die Ly BibelstellePsalmen 137,1–2 Ps. 137, 1. 2.Harffen an die Weiden zu hängen.[50]

Die Gütige Vorsehung Gottes aber hat Uns herrlich gesegnet, so daß nicht allein in selbigen Jahre der Offentliche Gottes=Dienst wieder gehalten, sondern der erlittene Schaden ist repariret worden, so daß itzo wir nicht allein eine bequeme Kirche, sondern auch ein Ld OrgelDanzig, Elisabethkirche, Andreas Hildebrandt-Orgel 1736 Neues Orgelwerck zum Gebrauch der Göttlichen und Geistlichen Andacht haben. Ach möchten wir innerlich zu Tempeln des H[eiligen] Geistes zubereitet, und zum Lobe des Allerhöchsten völlig geschickt werden.

Gott segne und erhalte unsern Aller=Durchlauchtigsten Lb PersonAugust III von Polen (1696–1763) König und Hochgebietende [S. 56] Oberkeit. Gott segne diese gute Le Geographicumf Ort: Danzig Stadt, besonders diese theüre Gemeinde.

Wir dancken denen Herren Vorstehern so wohl jetzigen die beÿ Liefferung Ld OrgelDanzig, Elisabethkirche, Andreas Hildebrandt-Orgel 1736 dieses Orgelwercks gegenwärtig gewesen, als auch denen Abgegangenen Herren, so der Anordnung und anfänglicher Bestellung desselben Vorschub gethan haben. Jhre liebreiche Gaben und Mühewaltung seÿ vor Gottes Thron unvergeßen, Er Neh. 13, 14. 31.[51]erhöre Sie, wann Sie sprechen: Ly BibelstelleNehemia 13,14 Gedencke meiner mein Gott! im besten, und tilge nicht aus meine Barmhertzigkeit, die ich an meines Gottes Hauß und seiner Hut gethan habe.

Gott segne die freÿwillige und freüdige Wolthäter und Wolthäterinnen, welche dieses Orgelwerck befördert haben, so wohl Anwesende alß Abwesende, so wohl hiesige als in der Frembde lebende. Es sind zwar verschiedene von denselben vor Ly BibelstelleOffenbarung 19,6–9 Apoc. 19, 6–9.diesem Tage in die Ewigkeit abgegangen, denen aber das Himmlische [S. 57] Halleluja[52] weit angenehmer ist alß unsre lallende Musicq. Wir ehren ihre Gedächtnüs, und preisen sie Seelig unter denen Singenden Seraphinen.

Die itzo lebende Liebreiche Wolthäter segne der höchste Stiffter des Gottesdienstes an ihren Personen, Familien, und Gütern, und laße sie eine werden, daß wer an Gott und seinem Hause treü ist, derselbe ein Gesegneter des Herrn seÿ und bleibe ewiglich.

Jch schließe mit denen Worten, mit welchen Paulus den Brieff an die [Mit einer anderen Hand ergänzt:] Phil. 4, 19.Philipper, als liebreiche Wolthäter schließet: Ly BibelstellePhilipper 4,19 Mein Gott erfülle alle eüre Nothdurfft nach seinem Reichthum in der Herrligkeit in Christo Jesu! Amen.

(Canitur: Lw MusikwerkKugelmann, Hans: Nun lob, mein Seel, den Herren M Nun lob mein Seel den Herrn. etc.)

Gebeth.

Jehova du Heiliger und Warhafftiger, der du hältest Bund und Barmhertzigkeit deinen Knechten, die für dir [S. 58] wandeln von gantzem Hertzen! Wir arme Sünder erkennen und bekennen, daß wir nicht rechtfertig bestehen mögen für dir, vor welchem kein Heiliger ohne Tadel und kein Lebendiger Gerecht ist. Seÿ Uns aber gnädig um Jesu Christi willen, Du guter und frommer Gott! Durch dein Wort und Geist leite Uns auf ebener Bahn; damit wir das Ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste verleügnen, und züchtig, Gerecht und Gottseelig in der Welt leben, und also Uns in Dir hertzinniglich erfreüen, auch samt allen rechtschaffenen Jsraëliten Dich schön preisen mögen.

Zu dem Ende erhalte in Gnaden unter Uns die reine Predigt deines Worts und H[eiligen] Evangelii. Deine Diener, unsre Lehrer, erfülle mit dem Geiste der Weißheit und Aufrichtigkeit; damit sie nicht durch eiteles Wortgepränge einem thönenden Ertz und klingender Schalle[53] gleich werden. Verleÿhe vielmehr daß Sie Uns eÿpfferig und fleißig unterrichten, [S. 59] wie wir die köstliche Zeit nicht köstlicher anwenden können und sollen, alß daß wir dir dancken und deinem Nahmen lobsingen, Du Allerhöchster! Wan aber ein neües Lied[54] Dir zu Ehren gesungen und musiciret wird, so gib daß wir nicht allein mit dem Munde, sondern auch in unsern Hertzen Dir singen und spielen[55], ô Gott! der Du ein Geist bist, und also im Geist und in der Warheit wilst angeruffen werden. Zeüch uns kräfftiglich zu Dir, auf daß wir auch unsre Leiber und aüßerliche Sinne zu einem Opffer begeben, das da lebendig heilig und Dir wolgefällig seÿ, und also einen Vernünftigen Gottesdienst dir leisten.

Segne auch alle weltliche Monarchen und Regenten, insbesondere unsere Hohe Lb PersonAugust III von Polen (1696–1763) Königliche Le Geographicumh Territorium: Polen Landes und dieser Le Geographicumf Ort: Danzig Stadt werthgeschätzte Oberkeit. Verleÿhe Jhnen ein Ruhiges und Gesegnetes Regiment; damit Sie mit David Lust [S. 60] und Liebe haben mögen Dir zu singen und zu spielen, auch dein Hauß und offentlichen Gottesdienst zu zieren.

Segne auch Uns und verleÿhe, daß wir deine Güte preisen, die alle Morgen neü ist. Behüte für Krieg, Theürung und Pestilentz, vornehmlich bewahre vor solchen Lm Ereignis1733–1738: Polnischer Thronfolgekrieg Zeiten und Läufften, als vor dreÿen Jahren waren,[56] da wir gezwungen wurden des Herrn Hauß zu verlaßen, und unsre Harffen an die Weiden zu hängen.[57]

Diejenige aber, so Trähnen vergießen, weil sie des freÿen offentlichen Gottesdienstes beraubet sind, tröste und erhalte beÿ standthafftiger Gedult; damit Sie in der Stille beten, und zu seiner Zeit wiederum frölich ihre Psalmen singen, wan Du die Versamlungen derer boßhafftigen Verfolger zerstören und das Geplerr ihrer Lieder[58] in Weheklagen verkehren wirst.

[S. 61]

Uns alle |: die wir allhier in deinem Nahmen versammelt sind :| regiere durch deinen freüdigen Geist, daß wir dich loben, so lange wir leben, und Dir unserm Gott lobsingen, weil wir hie sind[59]; biß wir nach unserm Absterben Dir und dem Lamme ein himmlisches Halleluja anstimmen.[60] Jnzwischen erhalte dieses Gottes Hauß und das neüe Orgelwerck, welches wir Dir zu Ehren und zum Dienste des Gesanges verfertiget sehen.

Segne deine theüre Gemeinde, insbesondere die Wolgesehene Männer, welche keine Mühe noch Unkosten gesparet haben, dieses vorhin sehr beschädigte Hauß in guten Standt zu setzen und dasselbe zu zieren.

Segne die Liebreiche Wolthäter, wes Standes und Geschlechts sie sind. Segne Sie an ihren Personen, Familien, und Gütern; damit Sie jederzeit im Stande bleiben, als ein freÿwilliges [S. 62] Volck, deine Ehre zu befördern, und der Nothdurfft deiner Kirche zu Hülffe zu kommen. Endlich aber erfülle alle Jhre und unsre Nothdurfft, nach deinem Reichthum, in der Herrlichkeit in Christo Jesu; Jn deßen Nahmen wir Dich anruffen und sprechen: Ly BibelstelleMatthäus 6,9 Unser Vater etc.

Ehe der Seegen gesprochen ward, canitur

Lw MusikwerkWalter, Johann: Es woll uns Gott genädig sein M Es woll uns Gott genädig seÿn. etc. etc.

Einzelanmerkungen

  1. Die Anfangsworte des Titels beziehen sich auf Jes 40,3 und Lk 3,4.
  2. Bei dieser Predigt handelt es sich bislang um die einzige handschriftliche Quelle, die auf dem Orgelpredigt-Portal ediert wird. Als Herausgeber fungiert Piotr Kociumbas (Warschau). Er hat die Übertragung des Textes angefertigt, sämtliche Kommentare verfasst und die Einführung in die Edition geschrieben. Siehe dort ausführlicher zur Quellenbeschreibung und dem Kontext der Predigt.
  3. Recte: Ps. 92, 2.
  4. Zitat aus Lb PersonHelmbold, Ludwig (1532–1598) Ludwig Helmbolds Lied Lw MusikwerkN.N.: Von Gott will ich nicht lassen M Von Gott will ich nicht lassen (1563), 5. Strophe, Verszeilen 1–6.
  5. Sostmann verwendet die von der reformierten Kirche autorisierte Übersetzung des Herrengebets.
  6. Gemeint ist Lb PersonLobwasser, Ambrosius (1515–1585) Ambrosius Lobwassers Übersetzung des 81. Psalms, Strophen 1–3, vgl. hierzu die erste komplette Ausgabe der Psalterübersetzung, Lobwasser, Psalmen deß Koeniglichen Propheten Dauids (1574), S. 384-385. Die älteste in VD17 nachgewiesene Danziger Ausgabe von Lobwassers Psalmübersetzungen geht ungefähr auf das Jahr 1625 zurück, vgl. Lobwasser, Psalmen Davids (1625). Das erste offizielle Gesangbuch für die evangelisch-reformierte Gemeinde wurde hingegen erst 1744 veröffentlicht (Kirchen Gesang=Buch Dantzig (1744)). Es ist fraglich, ob Sostmann sich einer der von Lb PersonSchimmel, Andreas (vor 1634 – nach 1650) Andreas Schimmel in Danzig verlegten Lobwasser-Ausgaben (1634, 1635, 1648, 1650) bediente. Ein späteres, kurz vor 1737 veröffentliches Danziger Gesangbuch mit Lobwassers Psalmübersetzungen und musikalischer Notation ist bis dato leider nicht bekannt, vgl. Benzing, Die deutschen Verleger des 16. und 17. Jahrhunderts (1977), Sp. 1258; Kociumbas, Kancjonały luterańskiego Gdańska (2017), S. 64, 352.
  7. Gemeint sind Lb PersonAdam Adam und Lb PersonEva Eva.
  8. Recte: Gen. 27, 27.
  9. Recte: Cant. 1, 2–3.
  10. Recte: Rom. 1, 19. 20.
  11. Sostmann knüpft an die bei der Überführung der Bundeslade nach Jerusalem vorgefallenen alttestamentlichen Geschehnisse an.
  12. Anspielung auf die alttestamentliche Figur des während der Überführung der Bundeslade tanzenden Königs David.
  13. Sostmann paraphrasiert die Worte des Paulus aus Eph 5,19 und Kol 3,16.
  14. Recte: Es. 45, 25.
  15. Sostmann stellt hier die Worte des Paulus aus Röm 4,3 und die des Jakob aus Jk 2,23 zusammen.
  16. Paraphrase von Paulus’ Worten aus Tit 2,11–12.
  17. Recte: Ps. 24, 4–6.
  18. Recte: Luc. 1, 6.
  19. Sostmanns Paraphrase der Worte aus Ps 107,18–22.
  20. Ambrosius Lobwassers Übersetzung des 33. Psalms, 1. Strophe, Verszeilen 1–4, vgl. in der Orthographie der Erstausgabe: Lobwasser, Psalter dess Koeniglichen Propheten Dauids (1573), O7v. Welche konkrete Ausgabe des Lobwasserschen Psalters Sostmann vorlag, lässt sich nicht ermitteln. Siehe dazu auch die Anmerkung weiter oben.
  21. Sostmanns Zitat enthält Auslassungen, die hier nicht genauer dokumentiert werden.
  22. Es handelt sich um die Könige Joram, Jehu und Joahas.
  23. Sostmann knüpft hier an die alttestamentliche, durch Musik bewirkte Prophezeiung Elisas an, welche Jorams Sieg im Krieg gegen die Moabiter voraussagte.
  24. Das angeführte Wort kommt an den genannten Stellen in der alttestamentlichen Geschichte von Samuels Weihe zum Dienst am Heiligtum und von Sauls Salbung zum König vor.
  25. Die Rede ist hier vom Triumphzug (mit Siegesbeuten) des Feldherrn und späteren römischen Lb PersonTitus, Flavius Sabinus Vespasianus (39–81) Kaisers Titus nach der Lm Ereignis70: Eroberung Jerusalems durch die Römer Eroberung Jerusalems (70 n. Chr.), während deren der Jerusalemer Le Geographicumg Gebäude: Jerusalem, Tempel Tempel seines Schatzes beraubt wurde. Die Szene ist auf dem Titusbogen in Le Geographicumf Ort: Rom Rom dargestellt worden.
  26. Recte: Thren. 3, 22-23.
  27. Recte: 1 Reg. 5, 12.
  28. Sostmanns alludiert auf die alttestamentliche Szene, in welcher David zum Dienst als Hofmusiker bestimmt wurde.
  29. Bezugnahme auf alttestamentliche Vorschriften Gottes über die kultische Verwendung von Blasinstrumenten.
  30. Recte: Ps. 81, 2–4.
  31. Anspielung auf alttestamentliche Vorschrift Gottes über die Kleidung des Erzpriesters und auf die Szene der musizierenden Leviten während der Überführung der Bundeslade nach Jerusalem.
  32. Dieses Begriffs, unter Bezugnahme auf diverse Übersetzungen von Jes 18,1, bediente sich erstmals Lb PersonZesen, Philipp von (1619–1689) Philipp von Zesen in seinem Werk Lr QuellenZesen, Assenat (1670) M Assenat; das ist Derselben/ und des Josefs Heilige Stahts= Lieb= und Lebens-geschicht, mit mehr als dreissig schönen Kupferstükken gezieret, S. 465.
  33. Bezugnahme auf die Dissertationsschrift Rohr / Steche, Pictor errans (1679). Dieweil das in der Predigt genannte Beispiel im Buch nicht vorkommt, handelt es sich hier eher um einen allgemeinen Hinweis auf das Problem der in der Malerei falsch gedeuteten biblischen Motive.
  34. Anknüpfung an die alttestamentliche Szene der tanzenden und musizierenden Frauen nach Sauls und Davids Sieg über die Philister.
  35. Es geht hier um die alttestamentliche Figur der musizierenden und lobsingenden Mirjam nach dem Untergang der Ägypter im Schilfmeer sowie um die Szene der bei der Überführung der Bundeslade nach Jerusalem frohlockenden Israeliten, vgl. 2 Sam 6,1–5.
  36. Anspielung auf die alttestamentliche Szene der Salbung Salomons zum König Israels.
  37. Beide Instrumente kommen in der alttestamentlichen Szene der Ablegung des Eides von Asa vor.
  38. Anspielung auf Ly Bibelstelle2 Könige 11,14 2 Kön 11,14.
  39. Anspielung auf eine Passage aus Christi Bergpredigt.
  40. Sostmann knüpft hier erneut an die bei der Überführung der Bundeslade nach Jerusalem vorgefallenen Geschehnisse an.
  41. Zitat von Ambrosius Lobwassers Übersetzung des 98. Psalms, 3. Strophe, Verszeilen 5-6, vgl. Lobwasser, Psalmen deß Koeniglichen Propheten Dauids (1574), S. 464.
  42. Durch Lobwassers Psalmübersetzung spielt Sostmann auf das für den 98. Psalm charakteristische Motiv des ins Heiligtum einziehenden Königs der Ehren an. Gemeint ist damit Jesus Christus, wie besonders im anschließenden Gebet zum Ausdruck gebracht wird: Ewiger Allmächtiger Gott/ der du wunderbarlicher weise dem Menschlichen geschlecht erlösung vnd heil zugefüget hast/ in dem/ daß du deinen einigen Sohn/ der zusage nach/ vnsern Vättern gethan/ gesandt hast/ Mache solches heils erkenntnuß je lenger je mehr offenbar/ vnnd daß kein ort auff erden seye/ da deine gewalt vnd warheit nit bekandt werde/ auff daß dir alle völcker lobsingen/ dich ehren vnd preisen/ durch denselbigen Jesum Christum vnsern Herrn/ Amen. (Lobwasser, Psalmen deß Koeniglichen Propheten Dauids (1574), S. 464f.)
  43. Bezugnahme auf die alttestamentliche Beschreibung von Salomos Reichtum, welchen die Königin von Saba während ihres Besuches in Jerusalem bewundern konnte.
  44. Der oft zitierte Spruch stammt aus Lb PersonGratian (–1158) Gratians Schlüsselwerk zum Kanonischen Recht, vgl. Decretum Gratiani (1604), Sp. 512. Im Zusammenhang mit dem Dekret Lb PersonGregor I. (ca. 540 – 604) Papst Gregors über das Sängeramt steht hier der Kommentar des Lb PersonHieronymus, Sophronius Eusebius (347–420) Hieronymus zu Ly BibelstelleEpheser 5,19 Eph 5. Er enthält die Kernformulierung des Gedankens als Corde, non voce, deum laudare debemus. Eine Glosse zu der Wendung non voce enthält dann den lateinischen Spruch Non vox, sed votum: non chordula musica, sed cor: Non clamans, sed amans: cantat in aure Dei, den Sostmann in einer leicht abgewandelten Variante verwendet.
  45. Anspielung auf die musikbegleitete Anbetung des goldenen Stierbilds, welches sich die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten geschaffen haben, sowie auf die zwei goldenen Kälber, die Jerobeam, der König des Nordreiches Israel, für kultische Zwecke anfertigen und anbeten ließ, vgl. 1 Kön 12,28–30.
  46. Recte: Ps. 119, 164.
  47. Anspielung auf eine Passage aus Ps 137,2.
  48. Recte: Jac. 5, 13.
  49. Bezugnahme auf den Lm Ereignis1733–1738: Polnischer Thronfolgekrieg Polnischen Thronfolgekrieg und dessen Danziger Episode von 1734, als die Stadt von sächsisch-russischen Truppen belagert und bombardiert wurde, https://de.wikipedia.org/wiki/Polnischer_Thronfolgekrieg
  50. Sostmann spielt hier erneut auf eine Passage aus Ps 137,2 an.
  51. Recte Neh 13, 14.
  52. Durch die Anspielung auf Offb 19,6–9 gedenkt Sostmann derjenigen Mitglieder der St. Elisabeth-Gemeinde, welche den Bau des neuen Orgelwerks finanziell unterstützt hatten, die aber bei dessen Einweihung nicht mehr unter den Lebenden weilten.
  53. Anspielung auf Paulus’ Worte aus 1 Kor 13,1.
  54. Anspielung auf die Worte aus Ps 33,3.
  55. Sostmann stellt hier die Worte des Paulus aus Eph 5,19 und Kol 3,16 zusammen.
  56. Erneute Bezugnahme auf den Polnischen Thronfolgekrieg und dessen Danziger Episode von 1734, als die Stadt von sächsisch-russischen Truppen belagert und bombardiert wurde.
  57. Nochmalige Anspielung auf die Worte aus Ps 137,2.
  58. Anspielung auf die Worte aus Am 5,23.
  59. Sostmann paraphrasiert hier die Worte aus Ps 146,2.
  60. Anspielung auf die Worte aus Offb 19,6–7.

Letzte Änderung dieses Dokuments am 8. November 2022.

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