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Orgelpredigt

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a Hymnosophia sacra (Billwerder 1728)

Einführung in die Edition

Zur Orgeleinweihung in Billwerder

Über die von Lc PredigtautorLütkens, Nicolaus (1675–1736) Nicolaus Lütkens in seiner La OrgelpredigtHymnosophia sacra (Billwerder 1728) M Predigt thematisierte Ld OrgelBillwerder, Johann Hinrich Klapmeyer-Orgel (1726) Orgel der Le Geographicumg Gebäude: Billwerder, St. Nikolai Nikolai-Kirche in Le Geographicumf Ort: Billwerder Billwerder liegen vergleichsweise wenig Informationen vor. Die erste Orgel dieses Gotteshauses datierte von 1627.[1] Nachdem die Kirche im Verlauf des 17. und frühen 18. Jahrhunderts immer wieder von Sturmfluten beschädigt wurde, veranlasste die wohlhabende Gemeinde nach einem neuerlichen größeren Unwetter 1737 den Neubau der gesamten Kirche. Angestoßen hatte dieses Projekt noch Pfarrer Lütkens, der jedoch am 1. März 1736 verstarb und so die Errichtung der neuen Kirche nicht mehr erleben konnte.[2] In den Jahren 1737-1739 entstand eine Saalkirche aus Backstein. Das neue Gebäude nahm die doppelte Baufläche des Vorgängerbaus ein und erhielt eine reiche barocke Ausstattung, denn Billwerder war ein Ort, an dem zahlreiche Hamburger Patrizier ihre Landhäuser mit Obst- und Ziergärten besaßen.[3] Für den Kirchenneubau bestellte man auch eine neue Orgel bei Lb PersonBusch, Johann Dietrich (1700–1753) Johann Dietrich Busch. Inwieweit man für dieses 1911 bei einem Kirchenbrand durch Feuer zerstörte Instrument Baumaterial der Vorgängerorgel verwendet hat, ist nicht bekannt. 1913 wurde das Gotteshaus in Anlehnung an die alte Architektur wieder aufgebaut. Die Innenausstattung mit Kanzelaltar und Orgelempore entstand in Erinnerung an die vormalige barocke Einrichtung.

Die einzigen Informationen zu der für die Orgelpredigt relevanten Ld OrgelBillwerder, Johann Hinrich Klapmeyer-Orgel (1726) Orgel bot bislang Johann Friedrich Karl Gurlitt in seiner älteren lokalgeschichtlichen Studie. Demnach wurde die 1627 erbaute Orgel 1675 für 575 Gulden und ein weiteres Mal 1726 für 100 Gulden saniert.[4] Bevor 1730 der Lm Ereignis1555: Augsburger Religionsfriede Augsburger Religionsfrieden mit einem Festgottesdienst begangen wurde, investierte man dann erneut in die Reparatur der Orgel, des Turms, der Küsterei und des Kirchenraums.[5] Obwohl es sich dieser Darstellung zufolge 1726 nicht um die Inauguration eines neu angeschafften Instruments handelte, wertet das Titelblatt von Lütkens’ Predigt den Anlass deutlich auf. Hier ist die Rede von der Einweihung einer neuen Orgel.

Differenziertere Informationen bietet der Vorspann der Predigt, der die ersten dreizehn Druckseiten umfasst und mit dem 6. August 1725 datiert ist. Es handelt sich ursprünglich um eine Bittschrift, mit der die Sammlung von Spendengeldern für die notwendige Instandsetzung des Instruments eingeworben werden sollte. Vermutlich ist diese Broschüre zunächst separat gedruckt und unter den Gemeindemitgliedern verteilt worden.[6] Deutlich ist in dem Aufruf die Rede von der Reparation und nicht von einem geplanten Neubau:

Da nun auch in unser Kirchen bisher Gott der Allerhöchste geehret worden mit einer Orgel/ dieselbe aber vom Alter in so schlechten Stand gerathen/ daß sie uns ihre Dienste nicht mehr thun kan/ und zur Reparation eines solchen Wercks so viel Kosten erfodert werden/ daß unsere Kirchen=Gelder bey weiten nicht zureichen; so werden wir genöthiget/ gutthätige Christliche von Gott gesegnete Patronen hiemit aufs freundlichste bittend anzusprechen/ daß sie aus Liebe zu Gottes Ehre und Beförderung der Andacht beym Gottesdienst mit einer milden Beysteuer uns zu Hülff zu kommen geruhen wollen; dafür wir Gottes Nahmen preisen/ und ihn als den Vergelter alles Guten hertzlich anflehen werden/ daß er solches an unsern Hochgeehrten Wohlthätern mit allerley Segen an Seel und Leib reichlich ersetzen wolle; Wir werden auch mit allem Danck und bereitwilligsten Gegendiensten bey aller Gelegenheit solches zu erkennen wissen.[7]

Die Sammlung kam überraschend schnell zum gewünschten Ergebnis. Lütkens erläuterte dies in einem Zusatz folgendermaßen:

Und weil hierauf in kurzter Zeit der Kirchen so viel geschenckt worden/ daß wir nicht nöthig gehabt haben/ alle und jede dem Kirchspiel Eingepfarrte weiter anzusprechen/ so sey solches mit allem Danck gebührend erkant und gerühmet an unsern Wohlthätern.[8]

Um wen es sich bei den Spendern handelte, wird vornehm im Dunkeln gelassen. Die Widmung richtet sich an die gesamte Gemeinde. Der Erfolg der Kollekte war so beträchtlich, dass man im Oktober 1726 im Stande war, eine renovirte/ ja vollnkommen neue Orgel aufs neue einzuweihen und Gott dem Herrn zu seinen Dienst zu heiligen.[9] Die Schlusswendung der Predigt rückt diese Erneuerung der Orgel in ein besonders vorteilhaftes Licht. Der Autor dankt Gott, da unsere vorige Orgel durch viel-jährigen Gebrauch in solchen Verfall gerathen/ daß sie uns keine Dienste mehr thun können/ daß er uns zu einem solchen Instrumento und Werckzeuge seiner Ehre/ so die alte Orgel weit übertrifft/ nach seiner Güte heute wieder verholffen hat.[10] Aus diesen Bemerkungen lässt sich herauslesen, dass die Baumaßnahme fast dem Erwerb eines neuen Instruments gleichkam.

Ein wenig mehr Licht in die Vorgänge bringt das Rechnungsbuch der Kirchengemeinde Billwerder.[11] Wie sich häufig beobachten lässt, entfaltete Lütkens nach seinem Amtsantritt in Billwerder verschiedene Aktivitäten, die der Verbesserung der vorgefundenen Verhältnisse dienten. Bevor er sich um die Erneuerung der Orgel kümmerte, setzte sich der Pfarrer 1711 für den Guß einer neuen Kirchenglocke ein. Ähnlich wie es später bei der Finanzierung des Instruments geschehen sollte, wurde bereits für die Glocke eine Spendensammlung veranlasst. Das akribisch geführte Verzeichnis der eingegangenen Gelder weist 124 Namen auf. Der mit Abstand höchste Beitrag von 150 Gulden stammte von Lb PersonAnckelmann, Albert Rodrigo (1673–1757) Rodrigo Anckelmann.[12] Um die Anschaffung einer Glocke auch theologisch plausibel zu machen, verfasste Lütkens eine Abhandlung über die Herkunft von Glocken, ihre Geschichte und Funktion. Unter dem Titel Weitere Nachricht von der Kirchen=Glocke trug er sie handschriftlich in das Kirchenbuch ein, wo außerdem der Hergang des Glockengusses beschrieben ist.[13] Eine vergleichbare theologisch-historische Rechtfertigungsschrift verfasste Lütkens 1725 dann auch für die Orgel – sie bildet den schon erwähnten ersten Teil der gedruckten Orgelpredigt.

Welche Beträge 1725 bis 1726 als Reaktion auf den Spendenaufruf für die Orgel bereitgestellt wurden, spiegelt sich ebenfalls in einer genau geführten Abrechnung, die mit dem 7. November 1726 datiert ist. Die Gesamtsumme von über 419 Gulden war in diesem Fall von nur 49 Personen zur Verfügung gestellt worden.[14] An erster Stelle firmieren die Namen der für Billwerder verantwortlichen Landherren, der Hamburger Senatoren Lb PersonSchele, Martin Lucas (1683–1751) Martin Lucas Schele, Lb PersonScheller, Wilhelm Wilhelm Scheller und Lb PersonBoetefeur, Joachim (1652–1728) Joachim Boetefeur. Sie hatten jeweils 18 Gulden gespendet. Mit 36 Gulden war erneut Rodrigo Anckelmann beteiligt. Besonders hervorzuheben ist zudem das Engagement Nikolaus Lütkens’: Er stiftete 50 Gulden und war damit der mit der höchsten Summe beteiligte Spender. Aus der Rechnung geht hervor, wieviel für die Orgel gezahlt werden musste. Das Instrument kostete insgesamt 575 Gulden. 156 Gulden, die nicht durch Spenden gedeckt wurden, hat die kirche zuschießen müssen[15].

Während über die Größe, Bauart und Disposition des Instruments in den konsultierten Kirchenbüchern keine Angaben gemacht werden, lässt sich daraus zumindest der Name des Orgelbauers ermitteln. In der Rechnungsaufstellung unter der Überschrift Die Ausgabe wegen der Orgel wird eine Zahlung von 450 Gulden genannt mit der Erläuterung dem Orgelbauer Clapmeyer laut Rechnung.[16] Es dürfte sich hier um Lb PersonKlapmeyer, Johann Hinrich (ca. 1690 – 1757) Johann Hinrich Klapmeyer handeln, der im ländlichen Raum rund um Hamburg tätig war und häufig für den Umbau älterer Kirchenorgeln sorgte. Der Auftrag, den er in Billwerder erhalten hatte, scheint in der Forschung bislang nicht bekannt zu sein. Der Meister wurde nach der Einweihung der Orgel noch einige Male für Nachbesserungen gebraucht, wie eine weitere Kollekte von 43 Gulden zu der neuen Orgel im Jahr 1726/27 und das Brieff Porto an den Orgel Bauer zu schreiben im Jahr 1728 belegen.[17]

Die Predigt

Leider bleiben die genaueren Umstände des Festgottesdienstes, den Nikolaus Lütkens 1726 feierte, bisher im Dunkeln. Als Besonderheit fällt auf, dass nicht nur das reguläre Sonntagsevangelium als Grundlage diente. Es fand gleichzeitg eine Begräbnisfeier für ein verstorbenes Kind statt[18] – eine höchst ungewöhnliche Kombination mit einer Orgelpredigt und sicherlich kein geplantes Zusammentreffen von Anlässen. Den Todesfall thematisiert Lütkens im Eröffnungsteil seiner Rede, die daher sofort mit der himmlischen Musik ihren Anfang nimmt.[19] Der Ausblick auf die Freuden des jenseitigen Lebens findet sich damit an einer für Orgelpredigten ungewöhnlichen Stelle, denn zumeist bildet dieser Topos den Zielpunkt der Reden, die zum Beschluss in der Regel alle Register ziehen, um die Gläubigen auf diese Perspektive einzustimmen.

Ausschlaggebend für den Druck der Rede war vermutlich der Wunsch, den namentlich nicht genannten Stiftern der Orgel eine Gefälligkeit zu erweisen. Alles deutet darauf hin, dass Lütkens in seiner Gemeinde Gönner besaß, die der Musik ein großes Interesse entgegenbrachten. Bereits die dem Druck als gleichberechtigter Teil hinzugefügte Bittschrift, eine Art Werbetext für die Spendensammlung, präsentiert sich als umfangreicher Traktat mit einem gelehrten Anmerkungsapparat, wie er für vereinzelte Orglepredigten der 1720er-Jahre typisch ist.[20] In dieser Abhandlung hatte Lütkens alles, [w]as von der Musica Ecclesiatica und den Kirchen=Gesängen/ In vieler gelehrten Männer Schrifften ist gehandelt worden/ Kurtz zusammen getragen/ und aus der alten sowol als neuern Geschicht erläutert[21]. Dass er für die spendenwilligen Gemeindemitglieder in knapper Form Anschauungen aufbereitete, die in seiner Zeit Konsens unter orthodoxen Lutheranern gefunden hatten, macht den Text zu einem aufschlussreichen rezeptionshistorischen Zeugnis für den Stand musiktheologischer Reflexion.

Deutlich ist, dass die konfessionelle Debatte zwischen reformierten Musikfeinden und lutherischen Befürwortern der Kirchenmusik kaum noch als relevant wahrgenommen wurde, obwohl die Musikfeinschaft mit einigen klassischen Topoi immer noch den Ausgangspunkt der Argumentation in der Bittschrift bildet[22] und auch im Hauptteil der Predigt aufgegriffen wird.[23] Es kennzeichnet die Denkweise der Hamburgischen Frühaufklärer, wenn der Billwerder Pfarrer sich auf die Instanz der Vernunft beruft, die mit einer Musikfeindschaft nicht im Einklang stehe: Allein die wegen dergleichen Defecte und Mängel das Singen und Spielen geistlicher Lieder aus der Kirchen gar hinaus schaffen wollen/ kommen mir für/ als wenn das Licht der gesunden Vernunfft bey ihnen verlöschen wolte [...].[24]

Mit Anteilnahme zeichnet Lütkens hingegen das Bild der reich entwickelten Musikkultur im alten Israel, wie es die Bibelforschung der vorangehenden Dekaden herausgearbeitet hatte:

Der Gottesdienst altes Testaments ist uns zur Lehre so ausführlich beschrieben/ daß wir sehen solten/ wie die heiligen Gottes mit Singen und Spielen von Anfang her dem Herrn gedienet: Wann geopfert ward/ und der Priester seine Hand ausreckte zum Brandt=Opfer/ da rieffen die Kinder Aarons laut/ und bliesen mit Drommeten und döhneten hoch/ daß ihr gedacht wurde für dem Höchsten/ die Sänger lobeten mit Psalmen/ und das gantze Haus ward voll von dem süssen Gedöhne/ [...]. Was für Mühe wandte David darauff/ daß es mit der Music beim öffentlichen Gottesdienst ordentlich zugehen möchte: Bekandt ist/ wie er gewisse Ordnungen der Sänger gemacht/ zu singen und zu spielen im Hause des Herrn mit Cymbeln/ Psaltere und Harffen/ damit bey den Opfern Gott täglich mit Lobgesängen möchte gepriesen werden: [...] hierin folgte ihm sein weiser Salomo da er zur Regierung kam, und stellete die Priester in ihrer Ordnung zu ihrem Amte/ wie es David sein Vater gesetzt hatte/ und die Leviten auf ihre Hut/ Gott zu loben/ jeglicher auf seinen Tag [...].[25]

Unbezweifelbar erscheint es dem Prediger, dass ein solches reiches Gotteslob mit Gesang und Instrumenten der Menschheit in die Wiege gelegt worden sei. Die Pflege von kunstvoller Dichtung und Musik, die aus Davids und Salomons Epoche bekannt sei, sei selbstverständlich auch im Christentum weitergeführt worden:

Wenn man recht ansiehet die Poëtische Kunst/ die in den Psalmen Davids und andere heiligen Männer Gottes ihren Gedichten steckt/ so heute zu Tage uns mehrentheils unbekandt ist; die mancherley lieblichenMelodeyen darnach sie gesungen worden; die sonderbahren Musicalischen Instrumenta so im Tempel zu Jerusalem gebraucht; die ungemeine Menge der Sänger und Musicorum, welcher viel tausend waren; die gute Ordnung bey der Music, darüber man steiff gehalten; und die grosse Erfahrung dazu die Hebraeer durch den Gebrauch von so vielen Jahr her gelanget/ und solches alles bey sich überleget/ so kan man wohl nicht anders urtheilen/ als daß zu Davids und Salomons Zeiten die Wissenschafft beym Gottesdienst zu musiciren sehr hoch gestiegen seyn/ wo sie nicht ihre Höhe vollnkommen erreichet hat. Daher ist es geschehen/ daß die werthe Christenheit den uhralten und in dem Gesetz der Natur so wol als im Worte Gottes gegründeten Gebrauch/ dem Herrn in seinem Hause zu singen und zu spielen/ beybehalten hat.[26]

Lütkens übernimmt damit Positionen als gesicherte Erkenntnisse, die im 17. Jahrhundert noch mit hohem argumentativen Aufwand begründet werden mussten. Kennzeichnend für diesen Wandel ist es, dass der Autor sich nicht nur auf orthodox-lutherische Literatur stützen kann, sondern besonders gerne auch auf das Werk eines reformierten Theologen verweist, Lb PersonTil, Salomo van (1643–1713) Salomo van Tils Lr QuellenTil, Dicht- Sing- Und Spiel-Kunst (1706) M Sing=Dicht= und Spiel=Kunst, der den Tempelkult der Israeliten als positives Vorbild begriff – anders als seine zwinglianischen Vorgänger.[27] Damit redet der Pfarrer einer Kirchenmusikpflege das Wort, die ähnlich elaboriert und institutionell abgesichert war wie im alttestamentarischen Tempelkult. Konkret allerdings erwähnt er im Gegensatz zu früheren Orgelpredigern keinerlei Figuralmusik, die man mit der neuen Orgel aufführen könne.[28]

Einen Schwerpunkt der Predigt bildet stattdessen der Gemeindegesang. Nicht zufällig liefert eine der umfangreichsten Fußnoten des Werks eine ganze Bibliographie aktueller Schriften aus dem Bereich der Hymnologie.[29] An dieser Stelle erwähnt Lütkens auch bekannte Hamburger Kirchenlieddichter wie Lb PersonMayer, Johann Friedrich (1650–1712) Johann Friedrich Mayer, Lb PersonHinkelmann, Abraham (1652–1695) Abraham Hinckelmann, Lb PersonElmenhorst, Heinrich (1632–1704) Heinrich Elmenhorst bis hin zu Lb PersonNeumeister, Erdmann (1671–1756) Erdmann Neumeister. Die Zusammenstellung dieser teils dezidiert pietistischen, teils lutherisch-orthodoxen modernen Autoren zeigt, dass Lütkens jene für die Hamburger Geistlichkeit typische tolerante Haltung einnahm, die neben dem tradierten reformatorischen Liedgut auch Neudichtungen akzeptierte.[30] In seiner Auslegung des regulären Sonntagsevangeliums Mt 18,1-11 über die Frage, wer der Größte im Himmelreich sei, predigt Lütkens vor allem gegen die Ehrsucht an und legt seinen Zuhörern Demut, Ehrerbietung und Andacht ans Herz, wobei er gelegentlich auch Bemerkungen zu einer angemessenen Haltung beim Kirchengesang einstreut.[31] Damit rückt die Funktion der Orgel als Begleitinstrument für den Gesang in einer Weise in den Vordergrund, wie es dies im 17. Jahrhundert noch nicht gewesen ist.[32]. Der Pfarrer empfahl seiner Gemeinde die Orgel als

ein Werck das billig hoch zu achten/ nicht nur wegen seiner Wunderwürdigen Kunst/ sondern auch wegen seines grossen Nutzens; und welches alles andere Instrumenta übertrifft an vielen Stimmen/ starck durchdringenden Schall/ und mancherley Veränderungen/ wodurch es sonderlich geschickt ist/ auch die gröste Gemeine nicht nur zur Andacht zu ermuntern/ sondern auch wenn sie singen/ ihnen die rechte Melodie zu weisen/ und sie dabey in guter Ordnung zu erhalten.[33]

Den Aspekt der Nützlichkeit hebt der Prediger gegen Ende seiner Rede nochmals hervor, wo es heisst: wegen der grossen Dienste/ die [die Orgel] uns beym Gottesdienst thut/ ist sie mit grössern Recht als alle andere Instrumenta beyzubehalten/ hoch und werth zu achten.[34] Dieser nüchtern wirkende Utilitarismus prägt auch die Art und Weise, wie Lütkens über den Gemeindegesang als musikalisches Gotteslob spricht – für ihn eine Selbstverständlichkeit, über die man keine großen Worte verlieren müsse:

Es folget auch hieraus von sich selbst/ daß der heilige Gott sein Gefallen daran habe/ wenn wir als sein Volck in seinem Hause allerley geistliche Gesänge ihm zu Ehren anstimmen/ und uns dabey der Orgel bedienen zur Vermehrung der Andacht/ der Gemeine die Melodey/ für allen da sie ihnen noch unbekandt ist/ zu weisen/ und sie beym Singen in guter Ordnung zu halten. Gottes Wille/ daß wir ihm singen und klüglich lobsingen sollen/ ist uns ja bekant genug/ nicht nur aus den Schrifften Mosis, der Propheten und Psalmen/ sondern auch aus dem neuen Testament/ [...][35]

Hatte Lb PersonLuther, Martin (1483–1546) Martin Luther für die Orgelprediger des 17. Jahrhundert zwar in seiner positiven Haltung zur Musik, nicht aber als Befürworter der Orgel als Autorität gelten können, konnte er nun in seiner Eigenschaft als Begründer des deutschen Kirchenliedes zu einer positiv besetzten Figur werden.[36] Um das Thema des geistlichen Singens kreist der Eingangsteil der Predigt mit einer Auslegung von Eph 5,19. Als bekanntes Faktum gilt hier die Klassifizierung der alttestamentarischen Psalmen als Gesängen mit instrumentaler Begleitung im Gegensatz zu den zwei weiteren Gattungen der Lobgesänge und der – je nach Inhalt – weltlichen oder geistlichen Lieder, die voce sola ausgeführt wurden.[37] Die daraus abgeleitete Rechtfertigung, ja Forderung einer instrumentalen Beteiligung an der Kirchenmusik hatte in Orgelpredigten seit Lc PredigtautorDieterich, Conrad (1575–1639) Conrad Dieterich, ebenso wie in der lutherischen Psalterforschung noch eine Schlüsselrolle gespielt und musste als neues Konzept argumentativ untermauert werden.[38] Für Lütkens bedeutete dieser Zusammenhang inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Nicht mehr gegenwärtig waren ihm die im späten 16. Jahrhundert zwischen Lutheranern und Reformierten ausgefochtenen Debatten um die Rolle der Orgel. In seiner Vorstellung hatten Lutheraner nie Zweifel an diesem Instrument gehabt:

Unsere Theologi dagegen haben nicht nur die Kirchen=Music überhaupt gründlich gegen alle ihre Verächter verthaidiget sondern auch die Orgel von Anfang her hoch gehalten/ nicht allein wegen ihrer Kunst=reichen Erfindung/ [...] sondern auch wegen ihrer Nohtwendigkeit in Volck=reichen grossen Gemeinen/ wegen ihres grossen Nutzens/ und kräftigen Wirckung das Gemüht des Menschen zum Gottes=Dienst zu ermuntern/ zu erfreuen und sonst zu regen und zu bewegen/ darin sie es nicht nur andern musicalischen Instrumenten gleich sondern zuvor thut.[39]

Indem hier eine Kontinuität der Orgel-Freundschaft seit den Anfängen der Reformation angenommen wird, markiert Lütkens’ Predigt ein frühes Stadium, in dem diese Vorstellung zum dominierenden Narrativ wurde. Seine historischen Belege gehen dabei nur bis Lb PersonDunte, Ludwig (1597–1639) Ludwig Duntes Lr QuellenDunte, Decisiones Mille et sex (1648) M Casus Conscientiae zurück. Schriften Luthers und seiner Zeitgenossen und unmittelbaren Nachfolger liegen außerhalb der Betrachtung.

Betrachtet man nur den eigentlichen Text der Einweihungsrede, handelt es sich um eine sprachlich und konzeptionell eher einfach gehaltene Predigt, deren Stil die Stimmungslage der Frühauklärung spiegelt: Lütkens verwendet keine allegorischen Bilder mehr, verzichtet auf die Verwendung von Devisen, Lyrikzitaten oder eine hymnische Rhetorik. Stattdessen fallen jedoch die antisemitischen Töne ins Auge, die in seinen Invektiven gegen den angeblichen Niedergang der zeitgenössischen Synagogenmusik mitschwingen.[40] Bemerkenswert, wenn auch nicht unüblich ist der ausufernde Fußnotenapparat, der mitunter den Haupttext völlig zurücktreten lässt. Lütkens hat hier die Titel von über 150 Werken einfliessen lassen.[41] Viele davon hat er aber lediglich aus Nachschlagewerken sowie aus Rezensionen übernommen, die ihm aus den neuen theologischen Journalen (Fortgesetzte Sammlung von alten und neuen theologischen Sachen) bekannt waren.[42] Nicht nur hier diente die Arbeit eines namhaften Hamburger Zeitgenossen, des Lb PersonFabricius, Johann Albert (1668–1736) Johann Albert Fabricius als zentrale Quelle.[43] Auch Werke des Hamburger Polyhistors und ausgewiesenen Orientalisten Lb PersonWolf, Johann Christoph (1683–1739) Johann Christoph Wolf, das Lr QuellenMayer, Museum Ministri Ecclesiae (1690) M Musaeum Ministri Ecclesiae des langjährigen Seniors der Hamburger Kirche, Lb PersonMayer, Johann Friedrich (1650–1712) Johann Friedrich Mayers, oder die posthum in Hamburg edierten Lr QuellenLund, Jüdische Heiligthümer (1701) M Jüdischen Heiligthümer führen vor Augen, dass die Hansestadt in dieser Zeit ein Zentrum nicht nur der Frühauklärung, sondern auch der Theologie war, die sich hier in eine wissenschaftlich fundierte Hebraistik und Altertumsforschung zu verwandeln begann

Musikhistorischer Kontext

Lütkens Predigt ist heute nur noch in einem Exemplar bekannt. Lb PersonBecker, Carl Ferdinand (1804–1877) Carl Ferdinand Becker muss sie nach 1844 erworben haben.[44] So ist der Titel auch nicht in seinen 1836 und 1839 erschienenen Bibliographien enthalten.[45] Auffallend ist das Fehlen des Drucks in Hamburger Bibliotheken. Es deutet darauf hin, dass die Predigt wenig Aufmerksamkeit erregte. In dem reichen, gut erforschten Musikleben Hamburgs ließ sich bislang keinerlei Hinweis auf Kontakte bekannter Musiker oder musikalisch engagierter Theologen zu Lütkens entdecken. Dennoch zeigen die Quellen der Kirchengemeinde Billwerder, dass es über die herrschaftliche Zugehörigkeit enge Verflechtungen zur Stadt Hamburg gab, wo das Musikleben in dieser Zeit einen durch Wohlstand, Bildung und aktive Kunstförderung beförderten Aufschwung erlebte. Lb PersonTelemann, Georg Philipp (1681–1767) Georg Philipp Telemann, der 1721 zum Kantor am Johanneum und Director musices in Hamburg berufen worden war, charakterisierte die Vorzüge der Stadt in einem seiner Briefe: und glaube ich nicht, daß irgendwo ein solcher Ort, als Hamburg zu finden, der den Geist eines in dieser Wissenschaft Arbeitenden mehr aufmuntern kann. Hierzu trägt ein großes bey, daß, außer den anwesenden vielen Standes=Personen, auch die ersten Männer der Stadt, ja das ganze Rahts=Collegium, sich den öffentlichen Concerts nicht entziehen; item die vernünftigen Urtheile so vieler Kenner und kluger Leute geben Gelegenheit darzu; nicht weniger die Opera, welche itzo im höchsten Flor ist; und endlich der nervus rerum gerendarum, der hier bey den Liebhabern nicht fest angewachsen ist.[46]

Bemerkenswert ist, dass selbst in den ländlichen Ort an der Bille das Interesse an einer kontrovers diskutierten Thematik gedrungen zu sein scheint, wie sie in Johann Matthesons publizistischer Tätigkeit zu eben jener Zeit einen Schwerpunkt bildete. Wie Jürgen Heidrich in seiner Untersuchung des Meyer-Mattheson-Disputs angemerkt hat, war der von ihm aufgearbeitete Schlagabtausch Teil einer größeren Debatte, die zwar erstmals auch Publizistik sowie polemischen Traktate verschiedenen Zuschnitts umfasste, die aber auch im Alltag zwischen Kantoren und Stadträten ausgefochten werden musste und Teil der damaligen Lebenswelt war.[47] Diese breite Relevanz kirchenmusikalischer Themen beleuchtet Lütkens‘ Orgelpredigt (neben den vielen anderen Erzeugnissen dieser homiletischen Untergattung). In nächster Zukunft lag zum Zeitpunkt der Orgeleinweihung in Billwerder der sogenannte Operistenstreit, der 1728 in Hamburg aufbranden sollte.[48] Lütkens‘ Beschäftigung mit Orgel und Kirchengesang spielte sich in den Jahren 1725 bis 1728 ab: Die Bittschrift ist mit dem 6. August 1725 datiert; die Orgeleinweihung in Billwerder fand am 6. Oktober 1726 statt. Die Predigt wurde schließlich 1728 veröffentlicht. Am Himmelfahrtstag 1727 datierte Mattheson das Vorwort zu seinem Lr QuellenMattheson, Der neue Ephorus (1727) M Göttingischen Ephorus, der im Juli erschien.[49] Im Januar 1728 nahm er die Publikation des Lr QuellenMattheson, Der Musicalische Patriot (1728) M Musicalischen Patrioten auf, in dem er verschiedene kirchenmusikalische Fragen abhandelte. Trotz dieser unmittelbaren Zeitgenossenschaft hat Mattheson Lütkens offenkundig nicht wahrgenommen. Während er in seinen Schriften mehrfach auf Orgelpredigten und deren Autoren einging,[50] fand der Pfarrer aus dem nahen Billwerder keine Berücksichtigung.[51] Umgekehrt ist von der Forschung herausgearbeitet worden, dass auch Mattheson mit den führenden Theologen- und Patrizierkreisen Hamburgs nur oberflächlichen Kontakt besaß, so dass kaum von enger Vernetzung oder tieferer sozialer Interaktion gesprochen werden kann.[52] Diese Beobachtung scheint auch für Lütkens zu gelten, der trotz seines enormen Aufgebots an Sekundärliteratur keine einzige von Matthesons musikbezogenen Schriften in die Anmerkungen seiner Predigt aufnahm.

Eine gewisse Verbindung lässt sich schließlich zu Telemann konstruieren. Als man bereits nach Lütkens‘ Tod 1739 die neu erbaute Kirche in Billwerder einweihte, komponierte kein anderer als Telemann das Oratorium Lw MusikwerkTelemann, Georg Philipp: »Siehe da! Eine Hütte Gottes« M »Siehe da! Eine Hütte Gottes bei den Menschen«. Es handelt sich dabei um Telemanns erste Musik zu einer Kircheneinweihung, der eine lange Reihe ähnlicher Einweihungsmusiken für Hamburger Kirchen folgen sollte.[53] Nach historischen Zeugnissen sollen zwanzig aus Hamburg angereiste Musiker an der Aufführung beteiligt gewesen sein, für Billwerder zweifellos eine ungewohnt große Besetzung.[54] Der Bericht über den Kirchenbau und die Einweihungsfestlichkeiten unterstreicht nicht nur die Baufälligkeit der alten Kirche als Motiv für den Neubau, sondern erwähnt auch die täglich anwachsende Gemeine, für welche der Raum zu enge werden wolte.[55] Deutlich dokumentiert ist hier das Zusammenwirken mit der Hamburger Obrigkeit, denn zur Einweihung begaben sich [...] beyde Wohlweise Land=Herren in der öffentlichen Stadt=Kutsche, unter Begleitung zweyer voraufreitender Reiten=Diener, nach Billwärder hinaus.[56] Prosperität und Vernetzung mit der Hamburger Patriziergesellschaft sind Faktoren, die schon zwölf Jahre zuvor spürbar waren. Die Edition von Lütkens Hymnosophia sacra trägt nun dazu bei, diesen Kontext stärker in den Blick zu nehmen.

Die gottesdienstliche Musik, die die Gemeinde in Billwerder aus eigenen Kräften aufbieten konnte, dürfte gegenüber der prachtvoll begangenen Kirchweihfeier nur bescheiden gewesen sein. So gut die Musikinstitutionen Hamburgs erforscht sind,[57] bildet das – wenig spektakuläre – Musikleben der nahen ländlichen Gemeinden noch einen blinden Fleck. Wie es auf dem Dorf häufig üblich war,[58] versah hier traditionell der Küster das Amt des Organisten. Als Lütkens in Billwerder eintraf, verzeichnen die Kirchenrechnungen jährlich 18 Gulden für den Küster Johan Montag den Orgal zu schlagen.[59] An diesen Rahmenbedingungen sollte sich während der Amtszeit dieses Pfarrers nichts ändern.[60] Das Kirchenbuch aus Billwerder enthält im ersten Band ganz am Ende als Nachtrag die undatierte Abschrift der Hamburgische[n] Kirchen= und Schul=Constitution in denen unter ihrer Jurisdiction belegenen [sic] Ländern. Für die Vesper am Sonnabendnachmittag wird hier verlangt, dass von dem Cantore oder Schulmeister mit denen zu solchen Ende herzuführenden SchulKindern umb 2 Uhr die Vesper angefangen, und dabey mit der Orgel und Gesange es gehalten werden, wie davon die gedrückte Ordnung in den Hamburger Haupt=Kirchen lautet, damit also die Beicht=Kinder, und wer sonst in die Kirche kömt, ihre Andacht desto erbaulicher haben können.[61] Gefordert wird außerdem, dass auch die Kirchen auff dem Lande (so viel ihre Gelegenheit leidet, dann hiermit nicht gesaget wird, daß sie eben alle Gesänge so in der Ordnung specificiret singen sollen) sich dernach zu richten; jedoch daß allezeit der angestimmte Gesang in seiner Ordnung geführet und nicht unterbrochen werden.[62] Dieses Gebot sei auch zu befolgen, wenn Figuralmusik erklinge: Wo nach Gelegenheit des Orths etwan eine Musique angestellet würde, sollen dabey die ordentliche Gesänge nicht zerstümmelt, noch auch damit die gantze Zeit, es sey vor oder nach der Predigt hingebracht, sondern vielmehr damit Maße gehalten, und ein und ander bekanter Psalm zur Erbauung gesungen werden.[63] Das Augenmerk der zuständigen Kirchenbehörden richtete sich zu dieser Zeit also vor allem auf einen gut fundierten gemeindlichen Kirchengesang – ein Umstand, der sich auch in Lütkens‘ Orgelpredigt mit ihrem deutlichen Schwerpunkt im Bereich der Hymnologie widerspiegelt.

Zu einem gewissen Wandel kam es in Billwerder allerdings Anfang 1725 durch das Absterben des alten Küsters. Die Neubesetzung seines Amtes wird im Kirchenbuch ausführlich geschildert. Dass diese Beschreibung den von Lütkens begonnenen zweiten Band des Rechnungsbuchs eröffnet, mag ein Hinweis darauf sein, dass mit der Einstellung eines neuen, jüngeren Lb PersonKauffmann, Christian (fl. 1725) Küsters auch neue Impulse für die Kirchenmusik in Billwerder entstanden. Es fällt auf, dass die Renovierung der Orgel nur wenige Monate nach dem personellen Wechsel in Angriff genommen wurde – vielleicht, weil der neue Küster und Organist Lb PersonKauffmann, Christian (fl. 1725) Christian Kauffmann den Zustand des Instruments beanstandet hatte. Die Prüfung, die er vor seiner Anstellung zu bestehen hatte, zeigt, wie vielfältig die Aufgaben waren, die ein Küster in Billwerder zu erledigen hatte. Die musikalischen Fertigkeiten dürften neben den eher schlichten Anforderungen im Elementarunterricht eine maßgebliche Rolle bei der Entscheidungsfindung gespielt haben:

Anno 1725 d 11 Januariy, da des selbigen Küsters Johann Montags vacante Stelle wieder solte besetzet werden, verfügte sich der HochEdle, Veste, Hochgelehrte und Hochweise Herr, H Martin Lucas Schelle. D. p. t. Land Herr heraus ins Pastorat, ümb ein Examen der Candidaten anzustellen: es waren derselben fünff und kehrten ein in der Cüsterey, alwo sie darümb loseten, wie sie nach einander die Probe ablegen solten im Orgeln, Singen und Catechisieren, auch im Schreiben und Rechnen: Sie musten zuerst ein jeder einen Vers aus einem Gesang, der von dem Pastore auffgegeben ward, in des Wohlgedachten Hn Landherrn und Pastoris Gegenwarth choraliter spielen und figuraliter variiren und singen; darnach unten in der Kirchen die Knaben, die aus allen dreyn Schulen des Kirchspiels sich versamlet hatten, examinieren, einjeder ein Haupt=Stück nach der Ordnung des Catechismi und zuletzt im Pastorat auch ein Exempel im Rechnen und Schreiben verfertigen: Vierzehn Tage darnach ist der Ehrenveste und vorachtbahre H Christian Kauffmann dazu erwehlet worden [...].[64]

Quellenbeschreibung

Von Lütkens Orgelpredigt ist derzeit nur ein einziges Exemplar bekannt, das vor Ort eingesehen werden konnte. Das Werk ist nicht in VD18 vertreten und bisher nicht digital zugänglich. Es ist jedoch musikbibliographisch erfasst worden.[65] Herzlicher Dank gilt der Stadtbibliothek Leipzig für die Bereitstellung eines Digitalisats der Predigt und für die Einwilligung in eine digitale Edition dieser Quelle.

Auf dem Titelblatt des Werks wird kein Verlag angegeben. Der Druck im Quartformat umfasst 47 gezählte Seiten sowie eine 48. leere ungezählte Seite. Die 6 Bögen haben die reguläre Signaturformel A-F. Die Paginierung setzt nach Titel und Widmung auf Seite 3 mit der Vorrede ein und geht bis zur letzten bedruckten Seite 47. Ein Paginierungsfehler ist dem Drucker auf Seite 29 unterlaufen, die irrtümlich als Seite 19 bezeichnet wurde. Am Ende von Seite 47 wurde versehentlich ein Custos (Eine) eingefügt. Kolumnentitel wurden nicht vergeben.

Das Werk umfasst Titelblatt, Widmung (S. [2]), eine längere Vorrede an den Leser (S. 3-13), die den Nachdruck einer am 6. August 1725 verfassten Bittschrift zur Spendensammlung für die Renovierung der alten Orgel darstellt, einen Nachsatz mit einer Information über den Erfolg der Spendenaktion (S. 14), sowie die Predigt selbst (S. 15-47). Zierleisten am oberen Rand der Seiten 3 und 15 heben diese grundlegende Gliederung hervor, ebenso wie die Schlussvignetten auf den Seiten 14 und 47. Die Predigt ist durch Überschriften in mehrere Sektionen aufgeteilt. Außerdem verwendet Lütkens Marginalien für eine zusätzliche Untergliederung seiner Kanzelrede. Nimmt man beide Gliederungselemente zusammen, ergibt sich folgender Aufbau, der sich an der üblichen Predigtstruktur der Zeit orientiert:

  • [Titelblatt] S. [1]
  • [Widmung] S. [2]
  • [Bittschrift] S. 3-13
  • [Nachsatz] S. 14
  • Antritt. Prooemium. S. 15-19
  • Eingang. S. 19-25
  • Abhandelung. S. 25-27
  • I. Humilitas. S. 27-30
  • II. Reverentia. S. 30-33
  • III. Devotio. S. 34-36
  • Didascalia. S. 36-37
  • Elench[ticus]. S. 37-43
  • Epanorthoxicus. S. 43-44
  • Consolatorius. S. 44-46
  • Epilogus. S. 46-47

Während Bibelstellen im fortlaufenden Text angegeben werden, sind die Anmerkungen in der Fußzeile angeordnet. Die darin enthaltenen Kommentare sind in lateinischer Sprache verfasst. Aus drucktechnischen Gründen erstrecken sich die Anmerkungstexte mit ihren umfangreichen, bibliographisch erschöpfenden Literaturhinweisen oft auch auf die der Textmarke folgende Seite. Da dies für die Lektüre unübersichtlich wird und die digitale Edition nicht an reale Druckseiten gebunden ist, wurden für die vorliegende Edition stets die kompletten Texte einer Fußnote auf derjenigen Seite positioniert, zu der die Anmerkung gehört. Dadurch ergeben sich ungleich lange Seiten; einige Seiten erscheinen daher extrem knapp (S. 39, 40), andere ungewöhnlich lang.

Die Anmerkungen sind mit arabischen Zahlen in Klammern gekennzeichnet. Die Zählung erfolgt abschnittsweise. Dies wird in der Edition beibehalten; auf Nummerierungsfehler wird im Herausgeberkommentar hingewiesen. Folgendermaßen teilen sich die Fußnoten auf die Textabschnitte auf:

  • S. 3-13: (1)-(39)
  • S. 15-19: (1)-(6)
  • S. 19-25: (1)-(9)
  • S. 25-30: (1)-(12)
  • S. 30-33: (1)-(5)
  • S. 34-36: (1)-(2)
  • S. 36-37: (1)
  • S. 37-38: (1)-(9)
  • S. 38-44: (1)-(9)
  • S. 44-46: (1)-(4)

Eine Besonderheit im Umgang mit den Anmerkungen besteht darin, dass diese am Ende eines Abschnitts nicht zwingend am unteren Seitenrand positioniert sind, sondern direkt im Anschluss an das Ende der betreffenden Sektion. Auf diese Weise befinden sich die Anmerkungen an vier Stellen mitten auf einer Seite (S. 25, 30, 38, 46). Dreimal, auf den Seiten 30, 38 und 46, ergibt sich dabei die Situation, dass auf der Seitenmitte Anmerkungen des endenden Abschnitts erscheinen, im unteren Seitenbereich aber die Anmerkungen des neuen Abschnitts beginnen. Da die digitale Edition die Anmerkungen nicht wie in der Vorlage durch kleinere Schrifttype und Einrückung kenntlich macht, wird auf den Seiten 38 und 46 eine weitere durchgehende Trennlinie verwendet, um diese Struktur besser sichtbar zu machen.

Inkonsequent erscheint die gelegentliche Verwendung kursiver Drucktypen in den Anmerkungen, die teilweise Zitate markieren. In der Edition wird diese typographische Besonderheit der Vorlage nicht wiedergegeben. Zitate aus der Bibel und aus anderen gedruckten Vorlagen erscheinen stets einheitlich kursiviert, ohne Anführungszeichen und mit einem Quellennachweis in der durch einen Link aufrufbaren editorischen Anmerkung.

Für ihre Hilfe bei der Übertragung und Überprüfung der griechischen Begriffe gilt Frau Dr. Elia Marinova (Sofia) unser herzlicher Dank.

Lucinde Braun

Einzelanmerkungen

  1. Vgl. Stubbe, Die Kirche St. Nikolai Billwerder (2011), S. 89.
  2. Vgl. Gurlitt, Nachrichten von der Kirche St. Nicolai zu Billwerder (1839), S. 10.
  3. Vgl. Brinckmann, Führer durch das Hamburgische Museum für Kunst und Gewerbe 2 (1894), S. 794; Zeremoniell und Freiheit (1999), S. 90f.; Stubbe, Die Kirche St. Nikolai Billwerder (2011), S. 90, sowie Hinweise zur Bedeutung von Gartenbau und Landaufenthalten für den Lebensstil des gehobenen Hamburger Bürgertums Spalding, Living in the Enlightenment (2011), bes. S. 211 und 222f.
  4. Vgl. Gurlitt, Nachrichten von der Kirche St. Nicolai zu Billwerder (1839), S. 6.
  5. Vgl. Gurlitt, Nachrichten von der Kirche St. Nicolai zu Billwerder (1839), S. 8.
  6. Belege solcher öffentlichen Geldsammelaktionen finden sich auch im Umfeld der La OrgelpredigtDas rein-gestimmte Orgel-Werk unsers Herzens (Nürnberg s.a.) M Orgelpredigt Lc PredigtautorMörl, Gustav Philipp (1673–1750) Gustav Philipp Mörls, allerdings in noch größerem Stil, da es um den Wiederaufbau einer im Lm Ereignis1696: Brand der Egidienkirche in Nürnberg Brand zerstörten Le Geographicumg Gebäude: Nürnberg, St. Egidien Kirche ging. Vgl. die Einführung in die Edition, https://doi.org/10.5283/orgelpr.e000057einf
  7. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 13.
  8. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 14.
  9. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 14. Auch wenig später erwähnt Lütkens unsere heute einzuweihende neue Orgel (Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 18).
  10. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 46.
  11. Staatsarchiv Hamburg: Staatsarchiv Hamburg, 514.3 St. Nikolaikirche in Billwerder; Nr. Cl. I Tit.XII Nr. 34, Bd. 1 und 2. Für die Bereitstellung dieser Quelle und die freundliche Gewährung der Einsichtnahme in die beiden Bände danke ich den MitarbeiterInnen des Staatsarchivs Hamburg.
  12. Vgl. Staatsarchiv Hamburg, 514.3 St. Nikolaikirche in Billwerder; Nr. Cl. I Tit.XII Nr. 34, Band 1, fol. 160r-161r.
  13. Vgl. Staatsarchiv Hamburg, 514.3 St. Nikolaikirche in Billwerder; Nr. Cl. I Tit.XII Nr. 34, Band 1, fol. 158r-159v.
  14. Rechnung wegen der Orgel welches dieses 1726 Jahr ist reparieret, Staatsarchiv Hamburg, 514.3 St. Nikolaikirche in Billwerder; Nr. Cl. I Tit.XII Nr. 34, Band 2, fol. 7v-8r.
  15. Staatsarchiv Hamburg, 514.3 St. Nikolaikirche in Billwerder; Nr. Cl. I Tit.XII Nr. 34, Band 2, fol. 8r.
  16. Staatsarchiv Hamburg, 514.3 St. Nikolaikirche in Billwerder; Nr. Cl. I Tit.XII Nr. 34, Band 2, fol. 8v.
  17. Vgl. Staatsarchiv Hamburg, 514.3 St. Nikolaikirche in Billwerder; Nr. Cl. I Tit.XII Nr. 34, Band 2, fol. 9r und 15r.
  18. Vgl. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 14.
  19. Vgl. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 15-19.
  20. Als Parallele sei auf die La OrgelpredigtVivum Dei Organum (Schneeberg s.a.) M Orgelpredigt von Lc PredigtautorRichter, Georg Gottfried (1675–1742) Georg Gottfried Richter hingewiesen. Auch dieser Text entstand nicht für die festliche Einweihung einer neuen Orgel, sondern lediglich nach Abschluss einer größeren Reparaturmaßnahme. Der auffallend gelehrte Charakter dürfte auf die gebildeten Rezipienten und Widmungsträger abgestimmt gewesen sein, die wegen eines Brandes nach Le Geographicumf Ort: Neustädtel Neustädtel geflohen waren und dort dem Gottesdienst beiwohnten.
  21. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. [1].
  22. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 14.
  23. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 38. Die Gegnerschaft gegen den radikalen Pietismus scheint hier nicht auf. In anderen Schriften übte Lütkens hingegen scharfe Kritik an Lb PersonArnold, Gottfried (1666–1714) Gottfried Arnold, vgl. den gegen den Pietisten gerichteten Traktat Lütkens, Der letzte Elias (1730), sowie Lütkens, Schuldiges Lob- und Danck-Opfer (1731), S. 139-197.
  24. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 4.
  25. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 6f.
  26. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 7-9.
  27. Vgl. Braun, The Swiss Reformed Invention of Organ Historiography (im Druck).
  28. Ohne Reflex bleibt so die lange Tradition theologischer Streitigkeiten um die Kirchenmusik, die es in Hamburg seit 1657 gegeben hat und die mit der Einrichtung eines öffentlichen Opernhauses 1678 erneut die Gemüter erhitzte,vgl. Kremer, Joachim Gerstenbüttel (1997), S. 99-133.
  29. Vgl. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 38.
  30. Vgl. zu diesem Kontext, Kremer, Joachim Gerstenbüttel (1997), S. 150-159.
  31. Vgl. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 30f., 41, 43.
  32. In seiner Suche nach Belegen für die Verwendung der Orgel zur Abstützung des Gemeindegesangs erwähnt so Joseph Herl Nicolaus Lütkens‘ Orgelpredigt als ein vergleichsweise frühes Beispiel, vgl. Herl, Worship Wars (2004), S. 135.
  33. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 13.
  34. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 37.
  35. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 36.
  36. Vgl. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 3f., 11, 24, 38.
  37. Vgl. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 19f.
  38. Vgl. Vlmische Orgel Predigt (Ulm 1624), S. 20.
  39. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 37f.
  40. Vgl. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 39-41.
  41. Dies bemerkte auch Joseph Herl: The printed version of the sermon itself, by the way, is of more than average ostentation, with footnotes often occupying more space on a page than the text. (Herl, Worship Wars (2004), S. 135)
  42. Besonders deutlich wird diese Art der Informationsbeschaffung in dem bibliographischen Überblick über aktuelle hymnologische Studien und Liedpredigten, vgl. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728), S. 38, Anmerkung (1).
  43. Zur Bedeutung von Fabricius‘ Sammelwerk für die beginnende Aufklärung vgl. Muslow, From Antiquarianism to Bible Criticism? (2011), S. 10.
  44. Siehe dazu die Exemplarbeschreibung auf diesem Portal, https://doi.org/10.5283/orgelpr.e000045exem
  45. Vgl. Becker, Musikliteratur (1836); Becker, Musikliteratur – Nachtrag (1839).
  46. Brief an Johann Friedrich Armand von Uffenbach, 31. Juli 1723, in: Telemann, Briefwechsel (1972), S. 213.
  47. Vgl. Heidrich, Meier-Mattheson-Disput (1995), S. 46.
  48. Vgl. Neubacher, Die Sänger in Matthesons Kirchenmusik (2010).
  49. Der Traktat wurde am 31. Juli 1727 erstmals rezensiert, vgl. Heidrich, Meier-Mattheson-Disput (1995), S. 7.
  50. Vgl. Mattheson, Critica Musica 2 (1725), S. 111, 113; Mattheson, Der neue Ephorus (1727), S. 105; Mattheson, Ehren-Pforte (1740), S. 66-68.
  51. Räumlich rückte Mattheson dem Wirkungsraum des Pfarrers am nächsten, als er in der durch Billwerder fließenden Bille beinahe ertrunken wäre, vgl. Mattheson, Ehren-Pforte (1740), S. 210.
  52. Krieger, Mattheson und das Netzwerk der Hamburger Patrioten (2010), S. 73, siehe auch S. 70f.
  53. Vgl. Hirschmann, Vorwort Telemann Musiken zu Kircheneinweihungen (2004); Ortuño-Stühring, Musik als soziales Ereignis (2013); Hirschmann, Telemanns Musik zur Einweihung von St. Michaelis (2014).
  54. Die Einweihungsfeierlichkeiten sind in der Telemann-Gesamtausgabe dokumentiert worden, vgl. Hirschmann, Vorwort Telemann Musiken zu Kircheneinweihungen (2004), S. XIf. (Dokumente über den Ablauf des Festgottesdienstes, S. XVII (musikalische Analyse), S. XVIIIf. (Besetzung). Bei der Einweihung der Großen Sankt Michaeliskirche in Hamburg wirkten 1762 44 Musiker mit.
  55. Evers, Memoriarum Hamburgensium volumen octavum (1745), S. 2.
  56. Evers, Memoriarum Hamburgensium volumen octavum (1745), S. 9.
  57. Vgl. vor allem Neubacher, Telemanns Hamburger Kirchenmusik (2009).
  58. Vgl. etwa Edler, Der nordelbische Organist (1982), S. 68, 91, 115; Bugenhagen, Musikgeschichte Stralsunds (2015), S. 49-52.
  59. Staatsarchiv Hamburg, 514.3 St. Nikolaikirche in Billwerder; Nr. Cl. I Tit.XII Nr. 34, Band 1, f. 156r.
  60. Vgl. Staatsarchiv Hamburg, 514.3 St. Nikolaikirche in Billwerder; Nr. Cl. I Tit.XII Nr. 34, Band 1, f. 159r, 164r, 167v, 171r; Staatsarchiv Hamburg, 514.3 St. Nikolaikirche in Billwerder; Nr. Cl. I Tit.XII Nr. 34, Band 2, f. 17v.
  61. Staatsarchiv Hamburg, 514.3 St. Nikolaikirche in Billwerder; Nr. Cl. I Tit.XII Nr. 34 Band 1, f. 197r.
  62. Staatsarchiv Hamburg, 514.3 St. Nikolaikirche in Billwerder; Nr. Cl. I Tit.XII Nr. 34 Band 1, f. 197v.
  63. Staatsarchiv Hamburg, 514.3 St. Nikolaikirche in Billwerder; Nr. Cl. I Tit.XII Nr. 34 Band 1, f. 197v-198r.
  64. Staatsarchiv Hamburg, 514.3 St. Nikolaikirche in Billwerder; Nr. Cl. I Tit.XII Nr. 34 Band 2, f. 1r.
  65. Vgl. RISM B, 6-1, S. 520.

Exemplare

Leipzig, Stadtbibliothek, Musikbibliothek (D-LEm): I 4° 276

Nikolaus Lütkens’ Orgelpredigt ist nur in einem Exemplar erhalten.[1] Das Unikum ist bisher nicht digital zugänglich und auch nicht in VD18 erfasst. Für die Anfertigung eines Scans und die Genehmigung einer Publikations des Werks auf dem vorliegenden Portal gilt der Stadtbibliothek Leipzig unser herzlicher Dank.

Die Predigt stammt aus dem Besitz des Leipziger Organisten und Musikforschers Lb PersonBecker, Carl Ferdinand (1804–1877) Carl Ferdinand Becker. Sie ist mit zwei weiteren musiktheologischen Drucken zu einem Konvolut eingebunden worden. Im vorderen Spiegel befindet sich das blaue Exlibris des Sammlers mit dem Aufdruck: Musikalische Bibliothek von C. F. Becker.. Handschriftlich ist darauf die Signatur 4. Nr. 276 ergänzt, die sich auf alle drei in dem Band vereinten Werke bezieht:

  1. Johann Nicolaus Wilhelm Schultze / Johann Joachim Weidner, De Usu Musices in Ecclesia Christiana, Rostock: Schwiegerau, 1729| VD18 10148760
  2. Stohr/Schiecke, Organum Musicum, Historice Extructum (1693)
  3. Hymnosophia sacra (Billwerder 1728)

Becker vermerkte auf dem Titelblatt des ersten in dem Band enthaltenen Werks im unteren rechten Randbereich mit feiner schwarzer Tinte seinen Namen und das Jahr des Erwerbs: C. F. Becker. | 1842. Auf dem Titelblatt des zweiten enthaltenen Werks steht: C. F. Becker. | 1844. Die Drucke gelangten also zu unterschiedlichen Zeitpunkten in seine Hände und dürften keinen ursprünglichen Verbund gebildet haben. Die Orgelpredigt weist Spuren zweier verschiedener Nutzer auf. Am Rande finden sich feine Kreuze mit Bleistift auf den Seiten 4, 27, 30, 31, 36 und 38. Ein kurzer Vertikalstrich mit bräunlicher Tinte markiert die fünfte Zeile auf Seite 36. Im Juni 1856 bot Becker seine Sammlung der Stadtbibliothek Leipzig an,[2] wo heute mehrere Orgelpredigten aus seinem Besitz aufbewahrt werden.[3]

Lucinde Braun

Einzelanmerkungen

  1. Vor Ort war im 19. Jahrhundert ebenfalls ein Exemplar bekannt, allerdings nicht im Archiv der Le Geographicumg Gebäude: Billwerder, St. Nikolai Nikolai-Kirche, sondern aus Hamburger Privatbesitz, vgl. Gurlitt, Nachrichten von der Kirche St. Nicolai zu Billwerder (1839), S. V und VIII.
  2. Vgl. Rosenmüller, Carl Ferdinand Becker (2000), S. 50-52.
  3. Es handelt sich um folgende Werke: Organum Mysticum (Dresden 1686); Einweihungs-Predigt (Görlitz 1704); Einweihungs-Predigt (Berlin 1730); Das Neue Lied (Freiberg 1735).

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Letzte Änderung dieses Dokuments am 26. September 2022.

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