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Orgelpredigt

Start → Register → Predigten → E000085: Das fröliche Hallelujah (Halle 1667)

a Das fröliche Hallelujah (Halle 1667)

Einführung in die Edition

Historischer Kontext

Nur wenige Jahre, nachdem sein Bruder Lc PredigtautorOlearius, Gottfried (1604–1685) Gottfried Olearius die Orgel in der Le Geographicumg Gebäude: Halle (Saale), Unser Lieben Frauen Marktkirche zu Le Geographicumf Ort: Halle (Saale) Halle mit einer La OrgelpredigtEncoenia HierOrganica (Halle 1664) M Predigt eingeweiht hatte, eröffnete sich auch für Johannes Olearius die Möglichkeit, sich einer solchen Aufgabe zu stellen. Die Le Geographicumg Gebäude: Halle (Saale), Dom Domkirche der Stadt erhielt ebenfalls eine große neue Ld OrgelHalle, Dom, Christian Förner-Orgel 1667 Orgel, für die man Lb PersonFörner, Christian (1609–1678) Christian Förner als Orgelbauer bestellt hatte. Wie in der Predigt erwähnt wird, hatte man sich zuvor für lange Zeit mit einem bescheidenen kleine[n] Wercklein[1] beholfen. Die Erneuerung der Orgelausstattung in der Marktkirche mag den Anstoß dazu gegeben haben, dieses Provisorium nun auch im Dom zu beenden. Der Administrator stiftete das neue Instrument und ließ sich dabei insbesondere die prunkvolle Prospekt- und Emporengestaltung einiges kosten,daß es alle/ so dasselbe sehen und hören/ zur Verwunderung bewegen[2] konnte. Als Beginn der Arbeiten verzeichnete Gottfried Olearius in seiner 1665 erschienenen Ortschronik den Anfang des Jahres 1665. Dabei äußerte er die Erwartung, dass der Orgelbau im folgenden 1666. Jahre soll mit Gottes Hülffe vollendet werden.[3] Die Prognose scheint für das Instrument selbst annähernd zugetroffen zu haben. Wie Walter Serauky gezeigt hat, ergingen die Aufträge an den Hofmaler und Tischlermeister zur Anfertigung von Schmucksäulen, zur Vergoldung und Bemalung des Prospekts aber erst im Februar und März 1667.[4] Am 18. Oktober 1667 konnte schließlich die feierliche Einweihung stattfinden.

Während auf die vielfältigen Bezüge der Familie Olearius zur Orgel und Kirchenmusik in Halle im Zusammenhang mit Gottfried Olearius‘ La OrgelpredigtEncoenia HierOrganica (Halle 1664) M Encoenia HierOrganica hingewiesen worden ist[5], ist für Johann Olearius‘ Orgelpredigt die Bindung an den Hof des Lb PersonAugust von Sachsen-Weißenfels (1614–1680) Administrators August von Sachsen von spezieller Bedeutung. Der Lm Ereignis1618–1648: Dreißigjähriger Krieg Dreißigjährige Krieg hatte in der politischen Geschichte des Ortes wie fast überall in der Region tiefe Spuren hinterlassen.[6] 1625 hatte der protestantische Administrator Lb PersonChristian Wilhelm von Brandenburg (1587–1665) Christian Wilhelm von Brandenburg seine Residenz in Halle verlassen und war in dänische Dienste getreten; die Stadt geriet in Kaiserliche Hände. Noch während dieser von 1625 bis 1630 dauernden Besatzung, in der das öffentliche Leben zum Stillstand kam, Hunger und Not zu einer Verelendung der Bevölkerung führten, wurde 1628 der noch minderjährige August von Sachsen zum neuen Administrator gewählt. War sein erster Einzug im August 1638 bereits mit einer großen Huldigung begangen worden,[7] konnte er am Silvestertag 1642 schließlich dauerhaft nach Halle übersiedeln.

1643 zum Hofprediger ernannt, war Johannes Olearius von Anfang an am Wiederaufbau des kirchlichen Lebens, der Hofgottesdienste und der hierzu gehörigen Musik beteiligt. Im Einzelnen ist sein Wirken freilich noch nicht ausgeleuchtet worden. Die grundlegenden Informationen zur Reorganisation der Hofkantorei und der Instrumentalkapelle bietet immer noch die Monographie Walter Seraukys, der als wichtiges Dokument den am 21. November 1648 von Olearius unterbreiteten Vorschlag Wie eine nothwendige Musica bestendig anzustellen publiziert hat.[8] Die Unordnung, von der Olearius hier noch zu berichten hatte, gehörte in den 1660er Jahren längst der Vergangenheit an. Halle durchlebte nun eine Phase einer glänzenden höfischen Musikkultur, die neben der Kirchenmusik auch eine Oper umfasste.

Mit dem Tod des Adminstrators im Jahr 1680 sollte diese Blütezeit freilich bald schon ein Ende finden, denn aufgrund einer Sonderregelung fiel das Administratorenamt nun an das Haus Le Geographicumh Territorium: Brandenburg Brandenburg. Der Nachfolger des Administrators, sein Lb PersonJohann Adolf I. von Sachsen-Weißenfels (1649–1697) Sohn Johann Adolf I., verließ die Residenz in Halle und zog nach Le Geographicumf Ort: Weißenfels Weißenfels in sein Le Geographicumg Gebäude: Weißenfels, Schloss Neu-Augustusburg Schloss Neu-Augustusburg, wohin ihm auch Johann Olearius als Hofprediger folgte.[9] Der Einzug der Brandenburger führte in Halle zu einer entscheidenden konfessionellen Wende: Das reformierte Bekenntnis, das nun eingeführt wurde, ging einher mit einer Zurücksetzung der Kirchenmusik am Dom, wo von nun an nur noch ein von der Orgel begleiteter Gemeindegesang gepflegt wurde. Wie Edwin Werner unterstreicht, wurde der an für sich schon wirtschaftlich und kulturell folgenreiche Einschnitt in den 1680er Jahren überdies von Pestepidemien und Feuersbrünsten flankiert, die die Bevölkerung dezimierten und das Stadtbild veränderten. Nach dieser Krisenzeit brach in Halle seit den 1690er Jahren ein Aufschwung unter neuen Vorzeichen an, geprägt durch die Ansiedlung von Glaubensflüchtlingen aus Le Geographicumh Territorium: Frankreich Frankreich, sowie die Gründung der Franckeschen Stiftungen (1692) und der Universität (1694).

Olearius‘ Predigt lässt von diesem zukünftigen Traditionsbruch nichts ahnen; sie ist im Gegenteil völlig auf ihr höfisches Wirkungsfeld bezogen, wie die ausladende Widmung des Drucks an den Administrator signalisiert. Ein direkter Bezug zur Person des Administrators war überdies dadurch gegeben, dass der Tag der Orgeleinweihung – sicher nicht zufällig – auch der Tag war, an welchem nunmehr vor XXIX. Jahren Anno 1638. die Solennis Introductio, und der erwünschte Regierungs Anfang/ Principis Augusti, unserer gnädigsten hohen Landes=Obrigkeit[10] stattgefunden hatte. Als Hofprediger besaß Olearius einen reichen Erfahrungsschatz in der Ausgestaltung einer passenden Festrede, wozu nicht nur die rühmende Interpretation des Namens Augustus zählte.[11] Die Orgeleinweihung am 18. Oktober 1667 reihte sich in eine ganze Kette ähnlich aufwändiger Feiern, denen der Administrator mit seinem Hof beiwohnte. Olearius erinnert zu Beginn seiner Predigt an solche wichtigen Momente in der jüngeren Baugeschichte des Doms: die Einweihung des Predigtstuhls 1650 und des Altars 1662.[12] In den Predigtdruck einbezogen werden außerdem Paratexte, die der Dokumentation des Ereignisses dienen und der Predigt als Anhang beigefügt sind. Beschrieben wird zum einen der Ablauf des Festgottesdienstes.[13] Zum anderen liefert Olearius eine genaue Beschreibung des eingeweihten Instruments.[14] Neben der Orgeldisposition und der rühmenden Erwähnung der Erfindungsgabe, die Christian Förner beim Bau des Instruments bewiesen hatte, wird auch der vollständige Wortlaut der Einweihungsinschrift mitgeteilt, die auf der Orgel angebracht war. Wie aus Lc PredigtautorKretschmar, Gottfried (1654–1711) Gottfried Kretschmars späterer La OrgelpredigtEinweihungs-Predigt (Görlitz 1704) M Orgelpredigt hervorgeht, wurde eine solche Dokumentation des Einweihungsdatums von Kirchen und ihren Bauteilen in der Katholischen Kirche als wichtiger Bestandteil einer formvollendeten Einweihungszeremonie begriffen; 1576 soll Lb PersonBorromeo, Carlo (1538–1584) Kardinal Borromäus verordnet haben, dass die Gründungsdaten in eine Marmor-Taffel gehauen/ und nicht ferne von der fürnehmsten Kirch=Thür an einem ansehnlichen Orte an der Mauer auffgerichtet werden[15] sollten. Interessant ist auch die Entschlüsselung der symbolischen Bedeutung, die die Blätter am Lorbeerkranz, der die Initialen des Administrators und seiner Ehefrau umrankte, besaßen.[16] Deren Zahl war keineswegs zufällig, sondern entsprach genau der Anzahl der Kinder des Stifterehepaars.

Musiktheologischer Kontext

Die Festgottesdienste, die während der Regierungszeit Augusts von Sachsen-Weißenfels am Dom zu Halle unter Mitwirkung der Hofkapelle ausgerichtet wurden, bilden den Rahmen für die Orgeleinweihung mit ihrem genau dokumentierten musikalischen Programm. Diesen Kontext hat bereits Walter Serauky aufgeschlüsselt, indem er die in Predigtdrucken und Hofdiarien überlieferten Angaben zum Ablauf der Gottesdienste in einem tabellarischen Überblick zusammenfasste.[17] Als ersten solchen Anlass erwähnt er die Altarweihung des Jahres 1662. Nach der Orgeleinweihung folgen sodann mehrere Gottesdienste der Jahre 1672 bis 1676 zu Geburtstagen und Taufen von Familienangehörigen des Administrators. Diese Zusammenstellung ist sicherlich nicht komplett. In Seraukys Monographie finden sich so an anderer Stelle Informationen über den Ablauf des Hochzeitsgottesdienstes, der 1671 stattfand.[18]

Um die Herausbildung einer bestimmten liturgischen Konvention mit entsprechenden Vorgaben für den Platz, den die Musik in einem festlichen Gottesdienst einzunehmen hatte, besser zu verstehen, wäre eine genaue Analyse der überlieferten Programme sicher von Interesse. Diese Einführung kann dazu nur einen kleinen Beitrag leisten. Beobachten lässt sich so, dass die Festgottesdienste der 1650er Jahre in den dazugehörigen gedruckten Quellen noch keine Überblicke über den Ablauf enthalten.[19] Einen wichtigen Impuls dürfte hier die 1657 von Lb PersonJohann Georg II. von Sachsen (1613–1680) Johann Georg II. für den Dresdner Hof eingeführt Kapellordnung gegeben haben.

Auf die Vorbildfunktion dieser Verordnung für die Sekundogeniturhöfe des albertinischen Le Geographicumh Territorium: Sachsen Sachsens in Le Geographicumf Ort: Zeitz Zeitz, wo eine ähnliche Kapellordnung 1664 erlassen wurde, und in Weißenfels nach 1680 weist Lothar Schmidt hin.[20] Es verwundert nicht, dass dieselben Strukturen sich in den für Halle belegten Programmen der 1660er Jahre wiederfinden, denn alle genannten Höfe standen in einem engen personellen Austausch, der geprägt war von wechselseitigen Verwandtschaftsbesuchen zu den familiären Feiertagen, dem Ausleihen von Musikern und einer genauen Berichterstattung in Form der Hofdiarien.

Wie Schmidt hervorhebt, scheinen sich die kleineren sächsischen Residenzen gegenüber dem Dresdner Zentrum durch eine besonders ambitionierte musikalische Ausgestaltung hervorgehoben zu haben. Sie alle partizipierten [...] an der Dresdner Tendenz, die liturgischen Freiräume extensiv für ‚Music‘ zu nutzen,[21] und erweiterten dabei das Spektrum der im Gottesdienst aufgeführten Figuralmusiken. Ob dabei die in Halle spätestens 1662 nachweisbare Praxis als Ansporn für Zeitz diente, wäre eine Frage, die sich durch ein gezieltes Quellenstudium zweifellos beantworten ließe. Für Halle ist Seraukys Übersicht in diesem Hinblick in einem Detail zu korrigieren:[22] Bereits die Altarweihe von 1662 enthielt vor der Predigt eine Psalmvertonung, wie der Predigtdruck zeigt.[23] Dieser als musikalische Nummer VIII. ausgewiesene Punkt, bei dem Texte aus den Psalmen 26, 27 und 84 musiziert wurden, ist von Serauky versehentlich ausgelassen worden. Der Umstand ist insofern wichtig, als sich so klar konturieren lässt, dass die Umrahmung der Predigt mit thematisch passenden Psalmvertonungen von Anfang an Teil der Gottesdienstgestaltung war.

Die Orgeleinweihung im Dom wurde verglichen mit der Altarweihe oder den Geburtstagsgottesdiensten musikalisch besonders prachtvoll ausgestaltet. Den Anstoß mag das Vorbild der 1664 eingeweihten Orgel der Marktkirche gegeben haben.[24] Noch deutlicher wird bei der Orgeleinweihung im Dom die Ausrichtung der musikalischen Programmpunkte auf Psalm 150, der auch der Predigt zugrunde lag. Während bei den festlichen Tauf- und Geburtstagsgottesdiensten der folgenden Jahre immer ein Psalmlied aus dem Beckerschen Psalter als Introitus dient, wurde hier gleich zu Beginn Psalm 150 in ripieno gesungen.[25] Danach schloß sich direkt Lb PersonSchütz, Heinrich (1585–1672) Heinrich Schützens vierstimmiger Chorsatz Lw MusikwerkSchütz, Heinrich: Lobt Gott in seinem Heiligthum M Lobet Gott in seinem Heiligtum nach dem Lr QuellenSchütz, Becker-Psalter (1628) M Beckerschen Psalter an. Der Davidische Lobgesang, der am Ende des Psalters noch einmal abschließend und umfassend den Lobpreis Gottes zum Ausdruck bringt, wurde also gleich zu Beginn des Gottesdienstes in zwei unterschiedlichen musikalischen Fassungen dargeboten: einmal vermutlich auf Latein von der Capella, dann in einer schlichten deutschen Fassung, die auch von der Gemeinde mitgesungen werden konnte. Dass auch der letztere Gesang dargeboten wurde, fügt sich in die Agenda des Lb PersonJohann Georg II. von Sachsen (1613–1680) sächsischen Kurfürsten, der 1661 die Lr QuellenSchütz, Becker-Psalter (1661) M Neuauflage des Beckerschen Psalters angeordnet hatte, mit dem Ziel, das Buch in Kirchen und Schulen des Landes einzuführen.[26]

Einen kunstvollen musikalischen Akzent setzte vor dem gesungenen Glaubenslied sodann ein weiteres Psalmkonzert, Lb PersonPohle, David (1624–1695) David Pohles Lw MusikwerkPohle, David: Exultate iusti in Domino M Exultate iusti in Domino à 5 voci e 5 stromenti. Auch diese (nicht überlieferte) Komposition verarbeitet mit Psalm 33 eine paradigmatische Aufforderung zum gesungenen und instrumentalen Gotteslob. Nach der Predigt folgte als musikalischer Höhepunkt eine dritte künstlerische Umsetzung des Psalms 150. Der Predigtdruck nennt zwar nicht den Komponisten; doch wie bereits Walter Serauky wahrscheinlich machen konnte, hatte Pohle den Psalm als Großes Konzert für 6 Solisten, 10 Chorstimmen, 10 Instrumenten sowie Trompeten und Pauken vertont.[27] Dies ergibt sich aus den Informationen zum Musikprogramm der Glockeneinweihung in der Marktkirche am 6. Juli 1674, zu der ebenfalls eine figural-Musicirung des 150. Psalms/ lobet den Herrn in seinem Heiligthum/ nach der Composition des F. S. M. Capell-Meisters Herrn David Pohls/ à 10 Instr. Clarin. & Tymp. 6. Voc. & Cap. gehörte.[28]

Johannes Olearius hat sich mehr noch als sein Bruder Lc PredigtautorOlearius, Gottfried (1604–1685) Gottfried mit Musik und geistlichem Lied beschäftigt.[29] Die starke Zentrierung der Orgeleinweihung rund um den 150. Psalm muss als seine Leistung angesehen werden. Auch abgesehen von dem grundlegenden inhaltlichen Bezug baut die Predigt immer wieder kleinere Brücken für die Zuhörerschaft, die die Kanzelrede mit dem musikalischen Geschehen des Festgottesdienstes verbinden. So greift Olearius nicht nur refrainartig die Halleluja-Rufe des Psalms 150 auf, sondern auch die Anfangszeile der Beckerschen Psalmübersetzung, die die Gemeinde eingangs gesungen hatte.[30]

Der Prediger verfolgte dieses Thema später weiter, als wenige Jahre nach der Orgeleinweihung seine Lr QuellenOlearius, Singe-Kunst (1672/1673) M Geistliche Singe-Kunst (Erstauflage 1671) erschien, ein groß angelegtes Gesangbuch, das den Gläubigen passende Lieder für alle Lebensanlässe und Situationen im Tagesablauf an die Hand geben sollte. Eine wichtige Basis dieses Gesangsbuchs bildete der Lr QuellenSchütz, Becker-Psalter (1628) M Beckersche Psalter. In der Einführung bekannte sich Olearius zu dem von Lb PersonBecker, Cornelius (1561–1604) Cornelius Becker und Heinrich Schütz geformten Modell, auch wenn er in seiner Ausgabe bemüht gewesen sei, sprachlich modernere und metrisch abwechslungsreichere Gedichtstexte zusammenzustellen.[31] Einen nicht geringen Teil an Liedtexten steuerte er selbst bei.

So wäre es denkbar, dass auch die Verse Sprecht Halellujah auß hertzlichem Grunde/ Lobet den Höchsten mit frölichem Munde, die in den Anfangs- und Schlussteil der Orgelpredigt interpoliert sind,[32] von Olearius gedichtet worden sind. Dies wäre ein erster Versuch einer eigenen poetischen Fassung für die Aufforderung zum musikalischen Gotteslob.[33] Die vierfüßigen Daktylen schlagen einen ganz anderen Ton an, als die metrisch holprige und etwas verstaubt wirkende Fassung, die Becker für Psalm 150 angeboten hatte[34]:

1.
Lobt Gott in seinem Heiligthumb/
Gebet dem Herren Ehr vnd Ruhm/
Vnd preiset seine grosse Pracht/
Wol in der festen seiner macht.
2.
Lobt jhn in seinen Thaten all/
Groß sind seine Werck allzumal/
Lasset euch finden stets bereit/
Zu loben seine Herrligkeit.
3.
Lobet den Herrn mit frölichem muth/
Vnd blaset die Posaunen gut/
Mit Psalter vnd mit Harffenspiel/
Lobt jhn/ vnd macht der frewden viel.
4.
Lobet den Herren mit Gesang/
Vnd last hergehn der Paucken klang/
Die Seiten lieblich klingen drein/
Mit Pfeiffen frölich an den Reign.
5.
Lobt Gott mit hellen Cymbeln fein/
last vns im Herren frölich seyn/
Alles/ was lebt vnd Odem hat/
Lobe den Herren früh vnd spat.[35]

In seiner Geistlichen Singe-Kunst hat Olearius dann einen eigenen Anlauf unternommen, um eine wesentlich elegantere Fassung von Psalm 150 zu schaffen, die mit ihren klangvollen Wortwiederholungen und liedhaften Refrainstrukturen die Beschwingtheit und innere Freude des Gotteslobes zum Ausdruck bringt:

Lobt unsern Gott auffs beste
in seinem Heiligthumb!
Lobt ihn in seiner Feste!
Lobt seines Namens Ruhm!
lobt ihn in seinen Thaten/
die immer wol gerathen!
lobt ihn zu aller Zeit
in seiner Herrligkeit.
[...]
Lasst Stimm und Orgeln hören/
für seinem hohen Thron!
und spielet ihm zu Ehren
mit hellem Zimbelthon:
Mit Zimbeln/ die wol klingen:
Und was nur drein kan singen/
lobt ihn zu aller Zeit
in seiner Herrligkeit.[36]

Für Olearius dürfte sich in Psalm 150 eine grundlegende Glaubenseinstellung manifestiert haben. Im Vorwort zu seinem Gesangbuch bezeichnet er die darin enthaltenen Gesänge als eine Vorbereitung auf die himmlische Musikausübung im Jenseits und schärfte seinen Lesern ein, dass am Gotteslob Leib und Seel/ Hertz und Verstand/ und alles Wissen/ Wollen und Können/ sampt der Zunge und dem Munde/ mit Bedienung allerhand wohllautenden und dazu bequemen Jnstrumenten von Geigen/ Pfeiffen/ Orgeln und dergleichen/ besage des 150. Psalms/ in diesem Leben zugleich arbeiten müssen.[37] Diese Fokussierung auf das Singen eines jeden frommen Christen einerseits und das alttestamentarische Modell eines umfassenden instrumentalen und vokalen Gotteslobes nach Psalm 150 andererseits scheint charakteristisch für Johannes Olearius‘ Denken gewesen zu sein.

Zur Rezeption durch Nicolaus Haas

La OrgelpredigtDas fröliche Hallelujah (Halle 1667) M Das fröliche Hallelujah ist heute noch in vier Exemplaren überliefert. Das ist keine sonderliche hohe Zahl. Dennoch dürfte diese Orgelpredigt einem weiten Kreis an Pfarrern zugänglich gewesen sein. Denn Lb PersonHaas, Nicolaus (1665–1715) Nicolaus Haas wählte sie 1693 als eine von zwei modellhaften Orgelpredigten für sein praktisch ausgerichtetes, homiletisches Lehrwerk aus, das 1701 eine zweite Auflage erlebte.[38] Während zu Olearius‘ Predigt ein resümierender Überblick über deren inhaltliche Anlage gegeben wird, ist Lc PredigtautorWeber, Immanuel (1633–1677) Immanuel Webers La OrgelpredigtDas Gott=Lob=Schallende Hosianna (Leipzig 1671) M Orgelpredigt hier sogar komplett nachgedruckt. Haas bot seinem Leserkreis damit Texte als Vorlage an, die beide aus dem sächsischen Raum stammten und von ihm immer noch als aktuell angesehen wurden.

Gerade für die meist nur lokal distribuierten Kasualpredigten konnte eine Publikation wie die Haassche eine wichtige Transferrolle übernehmen. Einprägsam schildert Haas in seiner Vorrede den wertvollen Schatz, den seine eigene Kollektion seltener Predigtdrucke für ihn darstellte – ähnlich wie man es sich bei den Besitzern der zahllosen voluminösen Predigtkonvolute vorstellen kann, die sich heute noch in manchen Bibliotheken erhalten haben.[39] In diesen oft weiter vererbten Bänden stellten sich die damaligen Prediger ihr Repertoire für alle möglichen Gottesdienstanlässe zusammen. An die Stelle eines solchen durch Glück und Fleiß erworbenen Bestandes an Predigtmodellen sollte die systematisch angelegte Publikation von Haas treten:

Was ich von raren und sonderbahren Casual-Predigten jemahls zu sehen bekommen/ und daraus mir selbst zu dienlicher Nachricht in meine wenige Excerpta zusammen getragen/ das will ich/ ob es gleich sonsten vor meinen heimlichen Schatz gehalten/ dem geneigten Leser allhier communiciren; und hoffe/ es werde demselben um so viel angenehmer seyn/ weiln ich nicht blosse Titul hinsetzen und darunter promiscuos Autores allegiren werde/ welche etwa bey diesem oder jenem Casu ihre meditationes in Druck gegeben/ (so aber theils in denen wenigsten Buchläden oder Bibliothecken mehr zu bekommen/ und also denen/ so sich darinnen Raths erholen wollen/ nicht zur Hand seyn können; theils nichts sonderliches quoad dispositionem & elocutionem in sich haben) sondern 1.) einen gewissen Selectum halten/ und nur die Vornehmsten und welche etwas zur imitation anständiges gemacht/ anführen. 2.) Den gantzen Jnnhalt ihrer Predigten kürtzlich erzehlen [...].[40]

Gegenüber der in anderen Fällen als Referenztext verwendeten deutlich älteren La OrgelpredigtVlmische Orgel Predigt (Ulm 1624) M Ulmischen Orgelpredigt[41] scheint hier der vergleichsweise einfache und übersichtliche Aufbau des Oleariusschen Werks den Ausschlag gegeben zu haben. Auch dass der Predigtdruck ohne Anmerkungsapparat auskommt und die Gelehrsamkeit sich auf philologische Worterklärungen aus dem Hebräischen oder Griechischen beschränkt, die geschickt in einen prägnant formulierten Text mit klaren rhetorischen Akzentsetzungen eingeflochten sind, mag Haas für den Text des Halleschen Dompredigers eingenommen haben. In der allgemeinen Vorrede zur zweiten Auflage seines Bandes sprach er sich gegen eine zu überladene, verschlungene Rhetorik sowie eine verschachtelte, kopflastige Disposition in der Homiletik aus und plädierte stattdessen für eine einfache, allgemein verständliche Darstellungsweise.[42] Die reinen historischen und theologischen Hintergrundinformationen zum jeweiligen Predigtanlass verlegte er in einen Quellenanhang.

Einen großen Raum füllen im ersten Teil von Olearius‘ Predigt die Glück- und Segenswünsche für den Administrator und seine gesamte Familie, wobei immer wieder das Epithet Augustus in verschiedenen grammatischen Abwandlungen und Kombinationen zur Anwendung kommt. Haas hob diesen Kunstgriff lobend hervor und ging in seinem knappen Exzerpt der Orgelpredigt überraschend ausführlich auf diesen – aus heutiger Perspektive eher sekundär und anlassbezogen scheinenden – Aspekt ein. Offenbar hielt er dieses enkomiastische Element für so gelungen, dass es als Anregung für weniger fantasievolle Prediger dienlich schien:

Das Exord[ium] alludirte auf den Nahmen des damahls in Halle residirenden Hertzogs Augusti, und erzehlte/ wie man Ursach hätte/ ein fröliches Alleluja erschallen zu lassen über der hohen Landes=Obrigkeit/ a) augusta introductione, oder erwünschten Regierungs=Anfang/ so vor XXIX. Jahren eben an dem Tage im Nahmen Gottes geschehen. b) Uber die augusta incrementa, das erwünschte Auffnehmen Augusti Principis und seines hohen Hauses/ welches durch Gottes Segen in der Zeit sehr vermehret worden; Augusti regiminis, der gesegneten Regierung/ welches alle Unterthanen so viel Jahre erfreulich empfunden; Augustae Aedis, der fürstlichen Kirche/ so 1650. mit einem neuen Predigt=Stul und herrlich=schönen Altar 1662. gezieret/ itzo aber mit diesem künstlichen Orgel=Werck versehen worden.[43]

Dass auch Olearius‘ Schlusssegen für die Orgel weitgehend wörtlich mitgeteilt wird,[44] zeigt ein weiteres Mal, wie sehr es darum ging, die rhetorisch geglückte Formulierung solcher liturgischer Versatzstücke in den Orgelpredigten als Angebot für ähnliche Predigtanlässe anzubieten. Inwieweit auch die musiktheologischen Überlegungen des Autors in spätere Orgelpredigten Eingang fanden, werden die folgenden Editionen auf diesem Portal erweisen.[45]

Beschreibung des Drucks

Die vorliegende Edition basiert auf dem Exemplar der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, das auch digital verfügbar ist. Der Druck im Quartformat umfasst viereinhalb Bögen mit der Signaturformel A-E2. Die 36 bedruckten Seiten sind unpaginiert. Der Druck besitzt weder Kolumnentitel, noch Anmerkungen oder Marginalien. Bibelstellen und die wenigen erwähnten Quellen werden im Haupttext selbst angegeben. Dies wird in der Edition beibehalten. Für die Übertragung und Überprüfung der griechischen Begriffe danken wir Elia Marinova (Sofia) sehr herzlich.

Nimmt bereits die Widmung an Lb PersonAugust von Sachsen-Weißenfels (1614–1680) Herzog August von Sachsen-Weißenfels reichlich Raum ein, so ist auch der Eingangsteil vor dem Beginn der eigentlichen Predigt auffallend ausladend. Refrainartig kehrt das Wort Augustus als Name wie auch als lateinisches Wort wieder, wobei es graphisch besonders hervorgehoben wird. Insgesamt ist die gesamte Kanzelrede nur wenig untergliedert. Stattdessen dienen abgesetzte Zeilen mit zentrierten, manchmal vergrößerten Schrifttypen dazu, starke inhaltliche Akzente zu setzen, die die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich lenken. Diese typographischen Gestaltungsmittel können in der vorliegenden Edition nicht wiedergegeben werden; der Leser sei hierfür auf die Digitalisate der Druckvorlage verwiesen. Am Ende des Drucks finden sich ausführliche Angaben zum Programm des Gottesdienstes, dem äußeren Aussehen der Orgel und zur Disposition des Instruments. Das Werk besitzt insgesamt folgende Einteilung:

  • [Titelblatt] A1r
  • [Widmung] A1v-A2v
  • Text. A3r-A3v
  • Eingang A3v-B2r
  • Paraenesis, B2v
  • Erklärung. B2v
  • Der Satz. B2v-B4r
  • Der Fort=Satz. B4r-D1r
  • Der Nach=Satz. D1r-D3r
  • Vorstellung I. Der Ordnung/ Wie [...] die Christliche Einweihung [...] vollbracht worden. D3v
  • II. Deß gantzen Orgel=Gebäudes. D4r-E1r
  • III. Deß gantzen Orgel=Wercks. E1v-E2v

Lucinde Braun

Einzelanmerkungen

  1. Das fröliche Hallelujah (Halle 1667), B1v.
  2. Das fröliche Hallelujah (Halle 1667), B2r.
  3. Vgl. Olearius, Halygraphia (1667), S. 498f.
  4. Vgl. zum Bau der Orgel Serauky, Musikgeschichte der Stadt Halle 2/1 (1939-1940), S. 270-273.
  5. Vgl. zu diesem Kontext die Einführung zu Encoenia HierOrganica (Halle 1664).
  6. Vgl. auf das Musikleben bezogen: Koch, Der Dreißigjährige Krieg in der halleschen Musikkultur (2009); Serauky, Musikgeschichte der Stadt Halle 2/1 (1939-1940), S. 26ff.
  7. Vgl. Serauky, Musikgeschichte der Stadt Halle 2/1 (1939-1940), S. 33.
  8. Vgl. Serauky, Musikgeschichte der Stadt Halle 2/1 (1939-1940), S. 41f.
  9. Vgl. den historischen Überblick in Werner, Halle zwischen 1680 und 1705 (2009), S. 45-47.
  10. Das fröliche Hallelujah (Halle 1667), A4r.
  11. Vgl. etwa die ausgiebige, eher ins Historische ausgreifende Auslegung desselben Namens, wie sie Olearius bereits 1651 in der Taufpredigt für Lb PersonAugust von Sachsen (1650–1674) August von Sachsen vorgelegt hatte: Olearius, Taufpredigt August von Sachsen-Weißenfels (1651), C1v und folgende Seiten.
  12. Vgl. Das fröliche Hallelujah (Halle 1667), B1v.
  13. Vgl. Das fröliche Hallelujah (Halle 1667), D3v.
  14. Vgl. Das fröliche Hallelujah (Halle 1667), D4r-E2v.
  15. Einweihungs-Predigt (Görlitz 1704), Bl. 3r.
  16. Vgl. Das fröliche Hallelujah (Halle 1667), D4v.
  17. Vgl. Serauky, Musikgeschichte der Stadt Halle 2/1 (1939-1940), S. 279-282.
  18. Vgl. Serauky, Musikgeschichte der Stadt Halle 2/1 (1939-1940), S. 213.
  19. Gar kein Predigtdruck ließ sich zur Neugestaltung des Predigstuhls im Jahr 1650 ermitteln. Die Einweihung stand möglicherweise im Schatten der Festereignisse zum endgültigen Abschluss der Friedensverträge beim Lm Ereignis1649–1650: Nürnberger Exekutionstag Nürnberger Exekutionstag. Die Predigten zur Taufe der zwei ältesten Söhne des Administrators gehen auf den Ablauf nicht weiter ein, vgl. Olearius, Taufpredigt Johann Adolf von Sachsen-Weißenfels (1650); Olearius, Taufpredigt August von Sachsen-Weißenfels (1651). Weitere Quellen wurden nicht überprüft.
  20. vgl. Schmidt, Kirchenmusik in den kleineren Residenzen Mitteldeutschlands (2012), S. 218-220.
  21. Schmidt, Kirchenmusik in den kleineren Residenzen Mitteldeutschlands (2012), S. 219.
  22. Vgl. Serauky, Musikgeschichte der Stadt Halle 2/1 (1939-1940), S. 280.
  23. Vgl. Olearius, Geistlicher Denck- Danck- und Bet-Altar (1662), D1r. Leiden bleiben sowohl der Autor als auch der Gattungstyp dieser Musik (Konzert oder Motette) unbekannt.
  24. Vgl. Näheres in der Einführung zu Encoenia HierOrganica (Halle 1664).
  25. Leider ist der Autor dieses Werks unbekannt, vgl. Serauky, Musikgeschichte der Stadt Halle 2/1 (1939-1940), S. 280, 283.
  26. Vgl. Heidrich, Psalmkompositionen im Reformationszeitalter (2018), S. 20.
  27. Vgl. Serauky, Musikgeschichte der Stadt Halle 2/1 (1939-1940), S. 284.
  28. Olearius, Glocken-Predigten (1675), J3v. Siehe zur gleichzeitigen Aufführung einer Umarbeitung der von Lb PersonOlearius, Johann Gottfried (1635–1711) Johann Gottfried Olearius und Lb PersonKnüpfer, Sebastian (1633–1676) Sebastian Knüpfer geschaffenen Einweihungsmusik zur Orgeleinweihung der Marktkirche die Einführung zu Encoenia HierOrganica (Halle 1664).
  29. Vgl. Dremel, Familie Olearius und die Musik (2020), S. 65-69.
  30. Vgl. Das fröliche Hallelujah (Halle 1667), B2r.
  31. Vgl. Olearius, Singe-Kunst (1672/1673), a8v, b6v-b8v.
  32. Vgl. Das fröliche Hallelujah (Halle 1667), B2v und D2v.
  33. Wie im Kommentar zu unserer Edition beschrieben, lehnt sich dieses Verspaar vor allem an Psalm 63,6 an. Zu diesem hat Olearius später keine eigene Gesamtfassung angefertigt. Er bietet stattdessen neben der Beckerschen Übersetzung auch eine Nachdichtung von Lb PersonWeiße, Michael (1488–1534) Michael Weisse an, einen deutlich älteren Text also, der gegenüber der Beckerschen Fassung länger ausfällt und eine reichere Bildsprache entfaltet, vgl. Schütz, Becker-Psalter (1628), S. 119f.
  34. Zu den aus der Anpassung an bestimmte Liedvorlagen erwachsenen metrischen Besonderheiten des Beckerschen Psalters siehe Breig, Die erste Fassung des Beckerschen Psalters (1985/86), S. 36-42; Sachse, Zur Einschätzung des Becker-Psalters (1987), S. 64, sowie S. 70f. zur Kritik der Zeitgenossen an der poetischen Einrichtung der Psalmen.
  35. Schütz, Becker-Psalter (1628), S. 603-606.
  36. Olearius, Singe-Kunst (1672/1673), S. 259 (1. und 4. von fünf Strophen).
  37. Olearius, Singe-Kunst (1672/1673), a10v.
  38. Vgl. Haas, Geistlicher Redner 3-4 (1693), S. 203-209; Haas, Geistlicher Redner (1701), S. 1082-1084.
  39. Siehe ausführlich beschriebene Beispiele solcher Sammelbände in den Exemplarrubriken folgender Orgelpredigten: Christliche Predigt (Tübingen 1602); Musica instrumentalis (Meißen 1605); Christliche Predigt (Tübingen 1606); Elogium Organi Musici (Altenburg 1610); Corona Templi (Nürnberg 1621). Vgl. außerdem Braun, Orgelpredigtdrucke in Regensburger Bibliotheken (2019).
  40. Haas, Geistlicher Redner 3-4 (1693), S. 1-2.
  41. Vgl. zu deren Rezeption die Einführung in die Edition auf diesem Portal: Vlmische Orgel Predigt (Ulm 1624).
  42. Vgl. Haas, Geistlicher Redner (1701), b2v.
  43. Haas, Geistlicher Redner 3-4 (1693), 207-208; siehe auch Haas, Geistlicher Redner (1701), S. 1084.
  44. Vgl. Haas, Geistlicher Redner 3-4 (1693), S. 206f.; Haas, Geistlicher Redner (1701), S. 1083, und die entsprechende Passage in Das fröliche Hallelujah (Halle 1667), D2v-D3r.
  45. Siehe etwa Einweihungs-Predigt (Görlitz 1704), S. 9.

Exemplare

Berlin, Bibliothek der Stiftung Deutsches Historisches Museum (D-Bdhim): R 53/578

Das Exemplar ist separat in einen bibliothekarischen Pappeinband eingebunden, der den Stempel des Museums für deutsche Geschichte trägt. Zur Provenienz liegen keine Informationen vor. Im Druck sind Nutzerspuren von zwei Händen zu erkennen.

Dresden, Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (D-Dl): Hist.urb.Germ.617

urn:nbn:de:bsz:14-db-id3352795382

Das auch digital zugängliche Exemplar ist einzeln eingebunden und enthält keine Lesespuren. Die Zahl 9 unterhalb der Druckerangabe auf dem Titelblatt zeigt, dass das Werk ursprünglich Teil eines Sammelbandes war. Die ehemalige Signatur 917a H. Germ. links oben auf dem alten Umschlag ist als Nachtrag im 1748 erstellten Bibliothekskatalog Bibl.Arch.I.Ba,Vol.77 verzeichnet; da aber keine rote Francke-Signatur auf dem Vorsatz vorliegt, dürfte es erst nach 1775 in die Bibliothek gelangt sein. Für die Recherchen zur Provenienz sei Kerstin Schellbach, SLUB, Abt. Handschriften, Alte Drucke und Landeskunde, herzlich gedankt.

Halle (Saale), Marienbibliothek (D-HAmk): B IV. 14 Q (42)

Das Exemplar entspricht den als Digitalisate vorliegenden Ausgaben des Werks. Es weist als einzige Gebrauchsspur eine handschriftliche Paginierung auf, die sich offenbar auf ein früheres Konvolut bezieht, aus dem der Druck entnommen wurde. Die Paginierung des im Original unpaginierten Drucks beginnt auf dem Titelblatt mit 276 und versieht jede Einzelseite konsequent mit einer eigenen Zahl, bis zu 396 auf der letzten bedruckten Seite des Werks.

Olearius' Predigt ist Teil eines Sammelbandes, der 45 Kasualdrucke aus Halle vereint. Der erste Teil (Nr. 0-41) enthält mit Ausnahme des ersten Gesetzestextes Berichte über verschiedene Delikte, Bluttaten und Hinrichtungen, die überwiegend aus der Zeit zwischen 1720 und 1750 stammen. Mit Johannes Olearius' Predigt (Nr. 42) beginnt ein andersartiger zweiter Teil, der aus vier älteren Predigten der Hallenser Pfarrer Johannes und Lc PredigtautorOlearius, Gottfried (1604–1685) Gottfried Olearius sowie Lb PersonSchubart, Andreas Christoph (1629–1689) Andreas Christoph Schubarts besteht.

Halle (Saale), Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt (D-HAu): Pon Ye 3146 (7)

urn:nbn:de:gbv:3:1-72573

Das Exemplar der Orgelpredigt, das sich in der Saxonica-Sammlung Lb PersonPonickau, Johann August von (1718–1802) Johann August von Ponickaus erhalten hat, liegt digitalisiert vor und dient als Quelle für die Edition des Werks.[1] Im Gegensatz zu den sonst meist einzeln eingebundenen Kasualdrucken dieser Sammlung ist die Orgelpredigt hier Teil eines Sammelbandes mit verschiedenen Werken, die einen lokalen Bezug zu Halle aufweisen. Der Band konnte zum Zeitpunkt der durchgeführten Bibliotheksreise im Jahr 2018 leider nicht eingesehen werden, da er sich auf einer Ausstellung befand. Einen Eindruck vom Inhalt des Bandes vermittelt jedoch das handschriftliche Inhaltsverzeichnis auf einem Vorsatzblatt, das zehn Titel auflistet.[2] Zu dem Band gehören auch die kurz darauf entstandene La OrgelpredigtEncoenia HierOrganica (Halle 1664) M Orgelpredigt des Lc PredigtautorOlearius, Gottfried (1604–1685) Gottfried Olearius sowie die zwei Lr QuellenOlearius, Glocken-Predigten (1675) M Glockenpredigten von Gottfried und seinem Sohn Lb PersonOlearius, Johann Gottfried (1635–1711) Johann Gottfried Olearius.

Die Provenienz des Drucks erschließt das Exlibris auf der Innenseite des vorderen Bucheinbands. Es enthält den aus Lb PersonHoratius Flaccus, Quintus (65 – 8 v. Chr.) Horaz stammenden Sinnspruch Laborum dulce Lenimen Horat (der Mühen süße Linderung), der auf die Laute gemünzt ist.[3]

Das Digitalisat der Orgelpredigt lässt keine Leserspuren erkennen.

Lucinde Braun

Einzelanmerkungen

  1. Vgl. zur Bedeutung dieser Sammlung für den Erhalt sächsischer Orgelpredigtdrucke, Braun, Orgelpredigtdrucke in Regensburger Bibliotheken (2019), S. 221.
  2. Siehe Digitalisat: urn:nbn:de:gbv:3:1-70003
  3. Vgl. Kudla, Lateinische Zitate (2001), S. 23.

Letzte Änderung dieses Dokuments am 18. Februar 2021.

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