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Orgelpredigt

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a Christliche Orgel-Predigt (Danzig s.a.)

Einführung in die Edition

Die Orgelpredigt in ihrem konfessionellen Umfeld

Lc PredigtautorSchelwig, Samuel (1643–1715) Samuel Schelwigs La OrgelpredigtChristliche Orgel-Predigt (Danzig s.a.) M Orgelpredigt ist die früheste im Druck überlieferte Predigt zur Einweihung einer Orgel, die aus Le Geographicumf Ort: Danzig Danzig stammt, einem Ort, der ähnlich wie Le Geographicumf Ort: Halle (Saale) Halle[1] eine ganze Gruppe von Orgelpredigten hervorgebracht hat.[2] Der Umstand dieser auffallenden Häufung verdient zweifellos noch einer intensiveren Erforschung, wozu allerdings Recherchen vor Ort erforderlich wären, die im Rahmen dieses Editionsprojekts nicht durchgeführt werden können. Auch die Entstehungsbedingungen von Schelwigs Predigt sowie die genaueren Hintergründe des Orgelbaus können hier nicht genauer beleuchtet werden.

Die Einweihung des Ld OrgelDanzig, Trinitatis-Kirche, Lehmann-Orgel 1704 Instruments am 2. November 1704 fiel mitten in die Zeit des Lm Ereignis1700–1721: Nordischer Krieg Krieges zwischen Polen und Schweden.[3] Möglicherweise hängt es mit dieser angespannten politischen Situation zusammen, dass einige Aspekte in Schelwigs Werk sich von den gängigen Konventionen der Gattung abheben. Eine auffallend geringe Rolle spielen in der gedruckten Predigt die rituellen Momente der Orgeleinweihung. Der traditionelle Dank an die Auftraggeber des Instruments, der Segen, der für die Orgel und die ganze Gemeinde erbeten wird, fallen kurz und vergleichsweise nüchtern aus. Ausgeblendet ist auch die Obrigkeit der gesamten Stadt Danzig. Die Angelegenheit konzentriert sich ganz auf die Gemeinde der Le Geographicumg Gebäude: Danzig, Trinitatis-Kirche Trinitatis-Kirche. Ebenso fehlen Angaben zum Bau der Ld OrgelDanzig, Trinitatis-Kirche, Lehmann-Orgel 1704 Lehmann-Orgel, und auch über eine möglicher Weise aufgeführte Einweihungsmusik ist nichts bekannt.[4] Als Organist der Kirche amtierte in dieser Zeit der kaum bekannte Lb PersonElend, Nathan Reinhard (vor 1693 – 1712) Nathan Reinhard Elend. Herauslesen lässt sich aus der Predigt lediglich, dass die Orgel zur Begleitung des Gemeindegesangs eingesetzt wurde,[5] eine Lösung, die im Luthertum des 17. Jahrhunderts eher als Annäherung an den Calvinismus beargwöhnt wurde und die ursprünglich nicht den zentralen Inhalt von Orgelpredigten bildete.

Gerade die theologische Positionierung der Predigt lässt sich ohne eine genaue Sichtung und Interpretation historischer Quellen kaum angemessen bewerten. Die komplexe konfessionelle Geschichte der Stadt Danzig, in der Lutheraner und Reformierte in einer Weise nebeneinander existierten, wie es dies sonst wohl nur in Brandenburg gegeben hat,[6] ist auf ihre Auswirkungen auf die Kirchenmusik hin bislang nicht umfassend dargestellt worden. Nachdem sich der Gegensatz zwischen Reformierten und Lutheranern 1675 zugespitzt hatte, kam es zu einer Intervention des polnischen Königs Lb PersonJohann III. Sobieski (1629–1696) Johann III. Sobieski, der die von den Zünften favorisierte Augsburgische Konfession gegen den calvinistischen Rat der Stadt durchsetzte und gleichzeitig eine tolerante Haltung gegenüber dem Katholizismus einforderte.

Das lange Nebeneinander von lutherischer Orthodoxie, zu der Schelwig zählte, und reformiertem Glaubensbekenntnis scheint in der kirchenmusikalischen Praxis durchaus zu einer Durchmischung der Positionen geführt zu haben. Im Vergleich zu den kontrovers angelegten südwestdeutschen Orgelpredigten des frühen 17. Jahrhunderts[7] zeigt Schelwigs Predigt, dass die Widersacher der Orgel, gegen die der Danziger Pfarrer und promovierte Gymnasialrektor mit seinem Plädoyer für eine instrumentale Kirchenmusik antrat, keinesfalls die Reformierten waren, denn diese verwendeten in Danzig schon lange Orgeln.[8] Von dieser Selbstverständlichkeit zeugt Lc PredigtautorSostmann, Alexander (1684–1749) Alexander Sostmanns Danziger La OrgelpredigtStimme des Predigers (1737) M Orgelpredigt aus dem Jahr 1737 – die erste deutsche reformierte Predigt zu einer Orgeleinweihung, die uns bisher bekannt ist.[9]

Typisch für die Situation in der westpreussisch-polnischen Stadt war zu Jahrhundertbeginn stattdessen der Einfluss der Pietisten und Quäker. So führte der Autor der vorliegenden Orgelpredigt, Samuel Schelwig, Anfang der 1690er Jahre einen erbitterten, persönlich geprägten Streit gegen den pietistischen Pfarrer der Le Geographicumg Gebäude: Danzig, Marienkirche Marienkirche, der schließlich 1703 mit Mühe beigelegt werden konnte.[10] Deutlich beschreibt Schelwig diese Trendwende im hier edierten Text, indem er nach einem Rückblick auf die früheren Debatten zwischen Anhaltinischen und Lutherischen Theologen bemerkt:

Unsere heutige Neulinge können auch nicht wol mit den Orgeln zufrieden seyn/ wegen des Pietistischen Lehr=Satzes/ daß keine andere Music Gott gefalle/ ohne der innerliche Gesang/ so aus der Salbung kommt/ und sonder Bewegung der äusserlichen Glieder/ in der Seelen vollbracht wird. Welche Meinung/ wie denn auch viel andere/ sie mit den Quäckern gemein haben.[11]

Damit begegnet hier ein wichtiges neues Thema, das die Orgelpredigten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts prägen sollte. Der Einfluss pietistischer Theologie war in einigen Regionen besonders stark. In Le Geographicumh Territorium: Schweden Schweden scheint diese Wende in der Frömmigkeitspraxis so mächtig gewesen zu sein, dass sie im Gegenzug die Entstehung von bewusst zelebrierten und im Druck festgehaltenen Orgelpredigten hervorrief.[12] Schelwigs Position ist allerdings keineswegs leicht zu klassifizieren. In seiner Orgelpredigt setzte er einige für dieses Genre ungewöhnliche inhaltliche Aspekte. Piotr Kociumbas hebt so die Wahl der Bibelstelle hervor, die Auferweckung der Tochter des Lb PersonJaïrus Jairus (Mt 9,23-25).[13] Hier rückt ausnahmsweise nicht das jubelnde Gotteslob des 150. Psalms mit seinem großen Instrumentarium in den Blick, sondern allein die Pfeifer, die bei Totenfeiern im Alten und Neuen Testament zum Einsatz kamen. Diese Fokussierung einer nach innen gekehrten, klein besetzten, dem Ausdruck von Trauer vorbehaltenen Musik dürfte nicht zufällig sein. Verhalten wirkt nämlich ganz grundsätzlich Schelwigs Einstellung zu Orgel, Musikinstrumenten und kunstvoller Kirchenmusik. Trotz seiner erklärten Feindschaft zu Pietismus und Quäkertum scheint Schelwig Positionen verinnerlicht zu haben, wie sie in der Musikgeschichtsschreibung gemeinhin mit einer pietistischen oder protoreformierten Haltung in Verbindung gebracht werden. In seiner Schrift Lr QuellenSchelwig, Cynosura Conscientiae (1692) M Cynosura Conscientiae, Oder Leit-Stern Des Gewissens, auf die er mehrfach im Verlauf der Orgelpredigt verweist, hatte Schelwig bereits 1692 die Frage Ob und was für Music zuläßig sey?[14] abgehandelt. Getreu seiner lutherischen Position hatte er Musik als eine von Gott gegebene, nützliche Gabe bewertet, die freilich mit Maß zu verwenden sei.[15] Die Verwendung von Figuralmusik im Gottesdienst sei zwar statthaft, jedoch nur unter bestimmten Bedingungen:

Wobey wir gerne gestehen/ daß zuweilen der Sache zu viel geschehe/ wo des gar zu künstlichen Figurirens kein Ende ist/ und damit der Gemeine die Gelegenheit in bekanten Liedern Gott zu ehren/ benommen wird. [...] Wenn dem Musicalischen Chore ein oder zwey Stücke allein verbleiben/ sey es genug: Jm übrigen richte man es so ein/ daß der Gesang/ gleichsam als aus einem Munde sich zu Gott richte.[16]

Diese Aussage passt zu den wenigen Informationen, die uns gegenwärtig zur kirchenmusikalischen Praxis an der Danziger Trinitatiskirche vorliegen. 1706 ordnete der Rat der Stadt an, dass alle Kirchen Bericht über die praktizierten Zeremonien erstatten sollten. Detailliert wurde dabei auch die Kirchenmusik berücksichtigt. Im Gegensatz zur Marienkirche oder Katharinenkirche mit ihrer reichen Musikpflege fallen die sehr knappen Auskünfte über die Verhältnisse an der Trinitatiskirche auf: An dieser Kirche ist also nicht nur die gesamte Musikpflege sehr dürftig, sondern ist auch die Verwendung von Maukisch-Strutz‘ Herzensandacht an Stelle der üblichen Figuralmusik beachtenswert.[17] Dies bestätigt, dass in diesem lutherischen Gotteshaus primär die Gemeinde mit gemeinsam gesungenen Liedern zu hören war, wie es Schelwig offenbar bevorzugte.

Insgesamt ordnet sich Schelwig in einen breiten Strom lutherischer Musiktheologie ein,[18] der von so unterschiedlichen Theologen wie Lb PersonGroßgebauer, Theophil (1627–1661) Theophil Großgebauer, Lc PredigtautorHartmann, Johann Ludwig (1640–1684) Johann Ludwig Hartmann,[19] oder Lb PersonGerber, Christian (1660–1731) Christian Gerber[20] repräsentiert wird. In ihren Äußerungen liegt der Fokus auf dem inneren, anteilnehmenden Musizieren. Auch wenn es nicht zu scharfen Verurteilungen moderner kirchenmusikalischer Kompositionen kommt, wie sie aus dem Kantatenstreit bekannt sind,[21] wird hier der Boden bereitet für eine Bevorzugung des Gemeindegesangs als Mittelpunkt der kirchenmusikalischen Praxis. Die Vernetzungen, die es innerhalb dieser stark verästelten Debatte gegeben hat, sind bisher nur im Ansatz erfasst worden.[22]

Hierzu passt es, dass auch die Rechtfertigung der Orgel wenig emphatisch ausfällt. Statt als prachtvolles Erzeugnis menschlicher Kunstfertigkeit gerühmt zu werden, wird das Instrument ganz nüchtern aus den Pfeifen der Auferweckungsgeschichte abgeleitet:

Was ist aber ein Orgelwerck anders/ als ein gantzes woleingerichtetes Chor von Pfeiffen/ so daß man/ wenn es geschlagen wird/ gleichsam eine Menge der Pfeiffer zusammen für sich hat? Um dieser und anderer Uhrsachen willen tragen wir gantz kein Bedencken/ solches Musicalische Instrument in unsern Kirchen zu dulden/ und wo es nicht verhanden ist/ einzuführen/ im Bau zu erhalten/ und wenn es die Kirchen=Casse leidet/ zubessern [sic] und zu vermehren; Wie nunmehr durch des Höchsten Gnade/ in unserm Gottes=Hause/ geschehen ist.[23]

Beiträge zur Geschichte der Orgel in der Spätantike

Bemerkenswert ist Schelwigs Orgelpredigt darüber hinaus noch aus einer ganz anderen Sicht. Obwohl der Autor einen schlichten, allgemein verständlichen Stil für seine Kanzelrede verwendet und auch in die Druckausgabe keinen umfangreichen wissenschaftlichen Apparat einbaut, erschließt er gegenüber den früheren uns bekannten Orgelpredigten eine ganze Reihe bis dahin unbeachteter spätantiker Zeugnisse, die die Kenntnis der Orgel belegen.[24] Neu ist dabei die Wiedergabe kompletter Textabschnitte, die offenbar dem Leser die Möglichkeit geben sollen, sich mit den zitierten Quellen genauer vertraut zu machen, als es bei den sonst üblichen kurzen Zitatfragmenten oder summarischen Hinweisen auf Autoren und Werktitel möglich war. Hier zeigt sich eine beginnende Verwissenschaftlichung der Forschungen zur Frühgeschichte der Orgel, die sich im späteren 18. Jahrhundert mehr und mehr aus der Predigtgattung und schließlich auch aus der Theologie lösen sollte. Die in der Orgelpredigt über die autoreigenen Fußnoten verstreuten Quellen[25] seien hier in einem Überblick zusammengestellt:

Lb PersonIsidor von Sevilla (560–636) Isidor von Sevilla: Organum, vocabulum est generale vasorum omnium musicorum. Hoc autem, cui folles adhibentur, alio Graeci nomine appellant. Ut autem organum dicatur, magis ea vulgaris est consvetudo Graecorum.

Lb PersonCassiodorus, Flavius Magnus Aurelius (ca. 490 – 583) Cassiodor: Organum est quasi turris, diversis fistulis fabricata, quibus flatu follium vox copiosissima destinatur, & ut eam modulatio decora componat, linguis quibusdam ligneis ab inferiori parte construitur, quas disciplinabiliter Magistrorum digiti imprimentes, grandissimam efficiunt & svavissimam cantilenam.

Lb PersonAugustinus, Aurelius (354–430) Augustinus: Organa dicuntur omnia Instrumenta Musicorum. Non solum illud organum dicitur, quod grande est & inflatur follibus; sed quicquid aptat ad cantilenam & corporeum est, quo instrumento utitur qui cantat, organum dicitur.

Lb PersonJulian (Kaiser) (331–363) Julian Apostata: Quam cerno alterius naturae est fistula: nempe
Altera produxit fortasse hanc aenea tellus.
Horrendum stridet, nec nostris illa movetur
Flatibus: at missus taurino e carcere ventus.
Subtus aditque calamos perque ima vagatur leves
Mox aliquis velox digitis insignis & arte
Adstat, concordes calamo pulsatque tabellas.
Ast illae subito exiliunt & carmina miscent.

Lb PersonPlinius Secundus, Gaius (23–79) Plinius d. Ä.: Ctesibius pneumaticam rationem & hydraulica organa reperiit.

Lb PersonPrudentius Clemens, Aurelius (348 – ca. 405) Prudentius: Quicquid in aere cavo reboans tuba curva remugit;
Quidquid ab arcano vomit ingens spiritus haustu;
Quidquid casta chelys, quidquid testudo resultat,
Organa disparibus calamis quod consona miscent;
Aemula Pastorum quod reddunt vocibus antra;
Christum concelebrat, Christum sonat, omnia Christum
Muta etiam, fidibus sanctis animata loquuntur.

Blickt man auf die Orgelpredigttradition zurück, so stößt man nur auf einen isolierten Autor, der zumindest auf drei dieser Quellen angespielt hatte, allerdings bloß summarisch und auch nicht ganz fehlerfrei, nämlich Lc PredigtautorSchultetus, Christoph (1602–1649) Christoph Schultetus:

Ein solch Jnstrument wird nun vor andern von Vernünfftigen die Orgel geachtet/ welcher gebrauch zimblich alt in der Kirchen ist/ denn es gedencken jhrer die Kirchen Lehrer Hieronymus, Augustinus, Isidorus, Julianus, der vor den Zeiten Gregorij Magni vmb das Jahr Christi 500. gelebt.[26]

Schultetus ergänzte in seinen Marginalien die genauen Stellen zu Isidor und Augustinus. Um wen es sich indessen bei Julianus gehandelt hat, war ihm offenkundig nicht klar. Wie in unserer Edition seiner Orgelpredigt ermittelt werden konnte, hat er diese Kenntnisse der Orgelfrühgeschichte von dem katholischen Kirchenrechtler Lb PersonDuranti, Jean-Etienne (ca. 1534 – 1589) Jean-Etienne Duranti übernommen.[27] Schelwig erweist sich als erheblich besser informiert. Vergleicht man die Rezeptionsgeschichte der angeführten spätantiken Autoren, wie sie Michael Markovits für die Orgelforschung rekonstruiert hat,[28] zeigt sich, dass im Bereich des deutschen theologischen Schrifttums eine Diskussion einsetzte, die von der modernen Forschung bisher noch nicht berücksichtigt worden ist. Die Erschließung der Orgelpredigten öffnet so den Blick auf frühe Stufen der Orgelgeschichtsschreibung.

Quellenbeschreibung

Als Vorlage der Edition diente das einzige bekannte Exemplar der Druckausgabe, das sich in Le Geographicumf Ort: St. Petersburg Petersburg befindet.[29] Es konnte leider nicht im Original eingesehen werden. Die Edition erfolgt auf der Basis eines Scans.

Der Druck im Oktavformat umfasst ein unpaginiertes Blatt mit Titel und Widmung. An dieses schließen sich 4 Bögen mit der Signaturformel A-D3 an.[30] Die Paginierung setzt auf Bogen A1r mit Seite 1 ein und geht bis Seite 29. Seite 30 ist nicht bedruckt.

Die abschnittsweise wechselnden Kolumnentitel werden nach den editorischen Richtlinien dieses Portals graphisch nicht wiedergegeben. In diesem Fall entsprechen sie den im Text bereits vorhandenen Zwischenüberschriften.

Wie in den meisten Predigtdrucken der Zeit werden mit größeren Schriftgraden biblische wie auch anderweitige Zitate gekennzeichnet. In der Edition wird diese typographische Besonderheit der Vorlage nicht wiedergegeben. Zitate aus der Bibel und aus anderen gedruckten Vorlagen erscheinen stets einheitlich kursiviert, ohne Anführungszeichen und mit einem Quellennachweis in der durch einen Link aufrufbaren editorischen Anmerkung.

Der Autor verwendet mehrere Arten von Paratexten, deren Charakter in der Edition weitgehend gewahrt wird. Der Haupttext der Predigt verfügt einerseits über Marginalien, andererseits über Fußnoten. Die Fußnoten beginnen auf Seite 9. Sie sind jeweils unterhalb der Bogensignatur platziert, eingerückt und in kleinerem Schriftgrad gesetzt. Als Fußnotenzeichen dienen die Buchstaben des Alphabets von (a) bis (o). Die Fußnoten werden in der Edition wie in der Vorlage am unteren Rand der jeweiligen Seite dargestellt und zur besseren optischen Orientierung durch eine zusätzliche blaue Trennlinie vom Haupttext abgesetzt. Funktional haben die Fußnoten die Aufgabe, ausführlichere Literaturhinweise zu geben. In diesen Raum verlegt Schelwig zudem lateinische Quellenzitate, die er nicht übersetzt.

Die Marginalien, die in der Online-Edition am rechten Seitenrand abgebildet werden, verwendet Schelwig vor allem für Bibelstellen, an einigen Stellen aber auch alternativ oder parallel zu den Fußnoten für knappe Literaturhinweise (Seiten 8, 14-16, 18-19, 24-25, 28). Außerdem finden sich hier zusätzliche Gliederungspunkte, die kombiniert mit den Kapitelüberschriften folgendes Grundgerüst ergeben, das allerdings nicht vollständig mit Zwischentiteln versehen ist:

  • [Titelblatt] [Bl. 1r]
  • [Widmung] [Bl. 2v]
  • Vorbereitung. S. 1-3
  • Eingang. S. 4-7
  • (1) S. 4-5
  • (2) S. 5-7
  • Fürtrag. S. 7-8
  • Abhandlung. S. 8-29
  • I. (1) S. 8-12
  • (2) S. 12-13
  • Usus. S. 13-20
  • II. (1) S. 20-22
  • Usus. S. 22-29

Lucinde Braun

Einzelanmerkungen

  1. Vgl. Encoenia HierOrganica (Halle 1664); Das fröliche Hallelujah (Halle 1667); Predigt bey der Einweihung der neuerbaueten Orgel (Halle 1784).
  2. Vgl. Kociumbas, Danzig als Zentrum der Orgelpredigt (2022). Auf diesem Portal sind zwei weitere Drucke aus Danzig erfasst: Die Billige Orgel-Freude (Danzig 1739); Von der weisen und treuen Hand Gottes (Danzig 1761). Piotr Kociumbas hat hier außerdem die einzige bislang bekannte handschriftliche Orgelpredigt zugänglich gemacht: Stimme des Predigers (1737).
  3. Vgl. Christliche Orgel-Predigt (Danzig s.a.), S. 27.
  4. Generell sind Kantatenlibretti zu Danziger Orgeleinweihungen überliefert, allerdings erst aus etwas späterer Zeit, vgl. als Überblick Kociumbas, Danzig als Zentrum der Orgelpredigt (2022), bes. S. 300f.
  5. Vgl. Christliche Orgel-Predigt (Danzig s.a.), S. 2, mit weiterführendem Kommentar.
  6. Zum ungewöhnlich langen Konfessionalisierungsprozess bis etwa 1650 informiert die grundlegende Darstellung Müller, Zweite Reformation und städtische Autonomie (1997), siehe bes. den Ausblick auf die weitere Entwicklung, S. 162-165, auf den wir uns hier stützen.
  7. Vgl. insbesondere die Einführungen zu den Orgelpredigten von Lc PredigtautorLang, Johannes (1552–1609) Johannes Lang und Lc PredigtautorDieterich, Conrad (1575–1639) Conrad Dieterich: Christliche Predigt (Tübingen 1602); Vlmische Orgel Predigt (Ulm 1624).
  8. Vgl. entsprechende Hinweise Schelwigs, Christliche Orgel-Predigt (Danzig s.a.), S. 19.
  9. Weitere Orgelpredigten reformierter Theologen auf diesem Portal sind: Lob= und Danck=Predigt (Berlin 1753); Ermunterung den öffentlichen Gottesdienst in Ehren zu halten (Frankfurt an der Oder s.a.). Vgl. zu den Diskussionen, die in den Le Geographicumh Territorium: Niederlande Niederlanden seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu einer Akzeptanz von Orgeln führten, sowie zur Praxis der Orgeleinweihung im 18. Jahrhundert, Steensma, When Moses and Aaron joined Hands (2022).
  10. Vgl. im Detail Schnaase, Geschichte der evangelischen Kirche Danzigs (1863), S. 332-353, sowie aus moderner Sicht Lewandowska, Danzig inmitten konfessioneller Lehrstreitigkeiten (2018), bes. S. 518-520.
  11. Christliche Orgel-Predigt (Danzig s.a.), S. 19.
  12. Vgl. Lundberg, Zwei schwedische Orgelpredigten (2022).
  13. Vgl. Kociumbas, Danzig als Zentrum der Orgelpredigt (2022).
  14. Vgl. das gleichlautende Kapitel in Schelwig, Cynosura Conscientiae (1692), S. 173-183.
  15. Vgl. Schelwig, Cynosura Conscientiae (1692), S. 175-177.
  16. Schelwig, Cynosura Conscientiae (1692), S. 177.
  17. Rauschning, Geschichte der Musik und Musikpflege in Danzig (1931), S. 303f.
  18. Einen Überblick über diese Entwicklung findet man in: Dremel, Musik und Theologie (2019), bes. S. 56-62.
  19. Siehe Näheres in der Einführung zu seiner La OrgelpredigtDenck- und Danck-Säule (Rothenburg ob der Tauber [1673]) M Orgelpredigt auf diesem Portal.
  20. Vgl. Bunners, Lutherische Orthodoxie (2014), sowie die Einführung zu Lc PredigtautorKretschmar, Gottfried (1654–1711) Gottfried Kretschmars La OrgelpredigtEinweihungs-Predigt (Görlitz 1704) M Orgelpredigt auf diesem Portal.
  21. Vgl. Heidrich, Meier-Mattheson-Disput (1995).
  22. So stütze sich beispielsweise Lb PersonMotz, Georg (1653–1733) Georg Motz auf Schelwigs Lr QuellenSchelwig, Cynosura Conscientiae (1692) M Cynosura Conscientiae, Oder Leit-Stern Des Gewissens, vgl. Motz, Vertheidigte Kirchen=Music (1703), S. 20.
  23. Christliche Orgel-Predigt (Danzig s.a.), S. 20.
  24. Vgl. etwa das Hydraulis-Kapitel in Praetorius, Syntagma musicum 1 (1615), S. 430-434, wo die folgenden Quellen nicht erwähnt werden.
  25. Vgl. Christliche Orgel-Predigt (Danzig s.a.), S. 16-18, 27. Siehe hier auch ausführliche Quellenbelege zu den Zitaten.
  26. Musica ecclesiastica (Stettin 1628), E1v.
  27. Vgl. Duranti, De ritibus (1591), S. 34.
  28. Vgl. zu den verschiedenen Quellentexten, Markovits, Orgel im Altertum (2003), S. 205-207, 247, 275, 341-345, 365. Siehe im Einzelnen auch die Kommentare zu unserer Orgelpredigtedition.
  29. Für die Hilfe bei der Beschaffung dieser Quelle gilt Andrej Kolomijcev unser herzlicher Dank. Das Exemplar stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Sammlung des polnischen Gelehrten Lb PersonZałuski, Józef Andrzej (1702–1774) Józef Załuski. Auch in Danzig war diese Predigt bekannt, wie ein Hinweis in der La OrgelpredigtDie Billige Orgel-Freude (Danzig 1739) M Orgelpredigt von Lc PredigtautorKeltz, Heinrich (1689–1761) Heinrich Keltz bezeugt.
  30. Ob das vierte Blatt des Bogens D als leeres Blatt am Schluss des Drucks vorhanden ist, konnte aus der Distanz leider nicht geklärt werden.

Exemplare

Sankt Peterburg, Rossijskaja Nacional’naja biblioteka (RUS-SPsc): 15.2.5.232

Das einzige heute noch erhaltene Exemplar befindet sich in Le Geographicumf Ort: St. Petersburg Sankt Petersburg. Es ist nicht digitalisiert. Die Einsichtnahme in das Original führte Andrej Kolomijcev (Sankt Petersburg) im Auftrag des Projekts durch. Für die Erlaubnis, eine Volltextedition der Predigt auf diesem Portal herauszugeben, danken wir der Rossijskaja Nacional’naja biblioteka sehr herzlich.

Aufgrund weiterer Katalogeinträge im OPAC der Bibliothek lässt sich erschließen, dass Schelwigs Predigt zu einem größeren Konvolut gehört. Es umfasst mindestens die Signaturen 15.2.5.218 bis 15.2.5.243a und enthält etwa 24 Werke, alles Kasualpredigten, die zwischen 1698 und 1712 überwiegend in Le Geographicumf Ort: Danzig Danzig, Le Geographicumf Ort: Thorn Thorn und Le Geographicumf Ort: Königsberg (Preußen) Königsberg gedruckt wurden. Das erste enthaltene Werk ist Johann Caspar Witzels Eine Christliche und Wolgemeinte Zeit-Predigt, Welche, Als im Jahr Christi 1695. der einfallenden grossen Nässe wegen, eine verderbliche und höchst-betrübte Zeit im Lande war (Königsberg: Reusner, 1698), bei der es sich offenbar ebenfalls um ein Unikum handelt. Zu diesem Druck erwähnt die Katalogbeschreibung eine mutmaßliche Provenienz aus der Bibliothek Lb PersonZałuski, Józef Andrzej (1702–1774) Józef Załuskis.

München, Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität (D-Mu): 4 Homil. 198#r [vermisst]

Dieses zweite nachgewiesene Exemplar ist leider als Verlust zu beklagen. Es war Teil eines Bandes, der seit dem 19. Jahrhundert vermisst wird.[1] Der Inhalt des Konvoluts lässt sich dank der Einträge im alten, alphabetischen Quartkatalog erschließen, aus dem alle vorhandenen Nachweise im Rahmen eines Altbestandserfassungsprojekts in den OPAC übertragen worden sind.[2] Demnach enthielt das Konvolut mindestens 28 Kasualpredigten der Jahre 1675 bis 1730.[3] Darunter befanden sich noch zwei weitere Orgelpredigten von Lc PredigtautorSagittarius, Paulus Martinus (1645–1694) Paulus Martinus Sagittarius und Lc PredigtautorThiele, Johann Christoph (1637–1719) Johann Christoph Thiele.[4]

Lucinde Braun

Einzelanmerkungen

  1. Für die Auskunft per Mail vom 10. November 2017 danke ich Dr. Sven Kuttner, Universitätsbibliothek der LMU München, Abteilung Altes Buch.
  2. Das Verzeichnis der unter der Bandsignatur verzeichneten Werke erhält man über die Sucheingabe Falsche Signatur: 4 Homil. 198. Für die hilfreichen Erläuterungen zur Recherche gilt Frau Elke Humml, Universitätsbibliothek der LMU München, Abteilung Altes Buch, mein herzlicher Dank.
  3. Es dürften mehr sein, denn die Abfrage führt nicht die Orgelpredigt Samuel Schelwigs an.
  4. Vgl. Das dem Allmächtigen abzustattende Lob (Altenburg s.a.) und Cithara Theologica (Schleusingen 1683).

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Letzte Änderung dieses Dokuments am 8. November 2022.

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